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Mountainbikes im Test: 8 All-Mountain-MTBs um 2.000 Euro

8 All-Mountains um 2.000 Euro im Test

All-Mountain-Fullys sind auch 2014 die begehrtesten MTB-Modelle der MountainBIKE-Leser – sowohl mit 26" wie mit 27,5". Aber sind auch für ­vergleichsweise günstige 2.000 Euro echte Höhenflüge drin? Der Test beweist’s!

Alleskönner, Allrounder, Allzweckwaffe, Allheilmittel – es gibt viele Umschreibungen eines All-Mountain-Fullys, denen eins gemein ist: die Vorsilbe(-stufe) zum Wort alles.

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Und genau darum geht es bei dieser Kategorie. Um MTB-Modelle, mit denen nahezu alles möglich ist, die somit das Urgedankengut des Mountainbikens tief in ihrem Alu-Herzen tragen. Auf alle Berge hochfahren, (fast) überall runterbrettern, die Natur, die Freiheit und den Trail aufsaugen – Mountainbiken at its best.

Gefragt ist dazu ein MTB, das in der Abfahrt knallharte Nehmerqualitäten zeigt. Basis sollte ein robuster Rahmen mit feinfühligen 140 bis 150 Millimeter Federweg sein. Bestückt mit soliden Parts, die auch nach einem wilden Alpen-Downhill nicht in sich zusammenfallen.

Jedoch: Auch die Uphill-Qualitäten gewichtet MountainBIKE bei einem All-Mountain mit rund 50 Prozent. Ein AM-Fully, das dem Feld nicht hinterherhecheln will, darf maximal 13,5 Kilo Gesamtgewicht auf den Stollen tragen, muss eine ergonomische Sitzposition und wipparme Hinterradfederung bieten.

Klingt nicht nach Raketenwissenschaft. Doch ist dieser prickelnde Mix aus Effizienz bergauf und Fahrspaß bergab auch für vergleichsweise kleines Budget zu bekommen oder der HighEnd-Klasse vorbehalten?

Die versteckten Parts an den 8 getesteten All-Mountains

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Fachhandel oder Internet – wo kaufen?

1.999 bis 2.199 Euro kosten die acht All-Mountains in diesem Test – attraktiv, allemal! Vier Kandidaten wie das Cube oder das Giant werden im klassischen Fachhandel verkauft; Canyon, Radon, Rose und Transalp sind "Versender". Der Vertrieb erfolgt direkt vom Hersteller zum Kunden, Canyon & Co. sparen sich so die Händlermarge ein und können ihre MTBs dafür meist besser ausstatten.

Klingt verlockend, aber der Online-Kauf birgt auch Nachteile: So ist die äußerst empfehlenswerte Probefahrt meist nur am Firmensitz möglich, Setup und Erstservice muss der Käufer selber durchführen. Auch bei von der Garantie abgedeckten Reparaturen ist der Aufwand für den Kunden (Versand des Mountainbikes etc.) ungleich höher, als er beim Gang zum freundlichen und kompetenten Fachhändler ums Eck wäre.

Mindestens so spannend wie die Frage nach dem "optimalen" Einkaufsort ist inzwischen die Wahl der Laufradgröße. Jahrzehntelang gab’s diese Thematik gar nicht, ein MTB hatte historisch bedingt 26"-Räder. Passé, denn zum einen werden auch im "Long-Travel-Segment" große 29"-Räder populärer, vor allem aber hat die Mountainbike-Industrie quasi im Handstreich einen weiteren Standard etabliert: 650B (eigentlich eine uralte französische Radgröße), vereinfachend 27,5" gesagt.

Dies scheint nun bei einem All-Mountain das Maß der Dinge. Sechs der acht Test-MTBs rollen dann auch auf 27,5"-Wheels, das Transalp ist zu beiden Radgrößen kompatibel, nur das Radon bleibt dem Urmaß (noch) treu. Doch was sind die Vor- und Nachteile von 27,5"? Kurzum: Beide sind im Vergleich zu 26" eher gering, aber sie sind spürbar! Die geringfügig größeren Räder (Felgen­außenumfang: 584 mm zu 559 mm) rollen durch den flacheren Aufprallwinkel ein Quäntchen besser über Hindernisse, halten das Tempo höher und mindern Überschlagsgefühle. (MountainBIKE Laufradgrößen-Finder: in wenigen Schritten zur passenden Größe)

Umgekehrt sind sie minimal träger zu beschleunigen, machen das Handling weniger kurvengierig. Am stärksten spürbar: Der Fahrer sitzt auf einem 27,5er besser im Bike, da das Tretlager in Relation zur Radachse 10–15 Millimeter tiefer liegt. MountainBIKE-Testchef André Schmidt: "Auch wenn das Rad buchstäblich nicht neu erfunden worden ist, überwiegen für mich die Vorteile. Die besser integrierte Sitzposition ist Gold wert!"

Der vermeintlich größte 27,5"-Nachteil – ein höheres Gewicht – bestätigt sich auch in diesem Test nicht. Zwar führt das 26"-Transalp das Gewichtsranking mit knapp unter 13 Kilo an, das 13,7 Kilo schwere 26“-Radon liegt aber im Hinterfeld. Im Schnitt wiegen die getesteten MTB-Modelle 13,4 Kilo, schaffen damit die MountainBIKE-Vorgabe. Erstaunlich: Die in MountainBIKE 3/14 getesteten AMs der 3.000-Euro-Klasse trugen durchschnittlich 100 Gramm mehr auf den Rippen!

Etwas zu speckig steht in diesem Test nur das Drössiger da: 14,2 Kilo machen den Uphill nicht gerade zur Spaßveranstaltung. Allerdings wirft das XRA mit Vario-Stütze, pannensicheren Reifen und dicker Pulverlackschicht auch löbliche Eigenschaften mit in die Waagschale. Die schicke "Schminke" begründet auch das mit 3.590 Gramm zünftige Rahmengewicht des Drössiger, deutlich dezenter belasten die 27,5"-Frames von Giant (2.740 Gramm) und Canyon (2.960 Gramm) die Waage.

Prima: In puncto Steifigkeiten erreichten alle Rahmen im MountainBIKE-Labor gute bis sehr gute Werte, bieten somit auch für schwere Fahrer genügend Reserven. Auffällige Unterschiede zwischen 26" und 27,5" gibt’s auch in diesem Bereich nicht.

Fast alle Testbikes machen im Praxistest eine gute Figur

Signifikant besser geworden sind dafür die Geometrien, auch wenn dies eher ein (schöner) Nebeneffekt der neuen Laufradgröße ist. Im Zuge der Umstellung auf 27,5" schnitten fast alle Hersteller ihre Geos neu, passten sie an die Bedürfnisse des modernen All-Mountain-Ritters an.

Das heißt im Speziellen: Der Lenkwinkel fällt im Schnitt mit circa 67° um mindestens ein Grad flacher aus als früher, um maximale Trail-Laufruhe zu generieren. Gleichzeitig sorgen möglichst kurze Kettenstreben für ein quirlig-wendiges Handling. Deutlich steiler stehen nun die Sitzwinkel: Das bringt im Uphill mehr Saft auf Pedal und Front, sodass bei fast allen Mountainbikes sogar die vormals für unersetzlich gehaltenen Vario-Federgabeln (mit Absenksystem) unnötig geworden sind.

Auch beim Praxistest auf der hauseigenen MountainBIKE-Teststrecke mit flowigen wie kniffligen Trails, mit gemäßigten wie steilen Auffahrten, mit Asphalt, Schotter, Wurzelteppichen und Steinfeldern machten fast alle Testbikes eine prächtige Figur. Wunderbar ausgewogen, mit genau der richtigen Melange aus Kurvengier und Spurtreue, zaubern die Tausendsassas durchs Gelände, haben den Fahrspaß eingebaut – das macht den günstigen Preis immer attraktiver!

Lediglich das unrund wirkende Handling des Transalp erntete Kritik. Dass bei einigen MTB-Modellen statt früher standesgemäßen 150 Millimeter jetzt 140 Millimeter Federweg an Front und Bürzel anliegen? Ist dank der größeren Laufräder de facto nicht spürbar! Im Gegenteil, die meisten Kinematiken verwöhnten die Tester-Hintern mit zartem Ansprechverhalten und hoher Schluckfreude – bei "Steherqualitäten" im mittleren Federwegsbereich.

An Letzteren mangelt’s Bergamont und Transalp, die schon bei kleinen Stößen recht viel Federweg wegschnupfen, so nicht die Reserven eines Cube oder Rose bieten. Allerdings stürzen sich diese beiden famosen Potenzbolzen bereits fast auf Enduro-Niveau den Berg hinab.

Bergauf überragt in dieser Preisklasse keines der Bikes, beim Gros steht aber für Vortrieb und Klettern ein solides "sehr gut" im Notenheft. Nur mit dem schweren Drössiger sowie den unter ihrem pumpigen Heck leidenden Giant- und Transalp-AMs geht’s notgedrungen gemächlicher hinauf.

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MTB

Was All-Mountains um 2.000 Euro bieten

Bleibt die für die Käufer in spe wohl spannendste Frage: Wie viel All-Mountain bekomme ich denn nun für maximal 2.200 Euro? Antwort: zumeist eine ganze Menge. Gerade die vier Versenderbikes sind bemerkenswert gut und sinnvoll ausgestattet, offerieren etwa mit Ausnahme des Rose alle eine Vario-Sattelstütze.

Das Transalp bietet gar ein durchgängiges Shimano-XT-Niveau ohne Mogelparts. Aber die Fachhandelsmarken können durchaus mithalten: So liegen Bergamont, Cube und Drössiger zwar bei einigen Parts eine Qualitätsstufe unter den Versendern, ihre Ausstaffierung ist aber solide, durchdacht und dem Einsatzbereich voll angemessen – Kompliment! Deutlich fällt aber das preisgünstige Giant ab. Weniger wegen der Güte der Parts, sondern weil Bremsen, Reifen und Laufräder nicht voll den All-Mountain-Anforderungen entsprechen.

Mit dem Canyon gewinnt das breitbandigste All-Mountain den Test, gefolgt vom nicht minder vielseitigen Rose – beides Versenderbikes. Aber auch die toll ausbalancierten 27,5"-Geometrien von Bergamont, Cube und Drössiger sind der Hit. Wer jedoch 26" treu bleiben will, kann bedenkenlos beim Radon Slide – ebenfalls ein Direktvertriebsrad – zuschlagen.

Die Mountainbikes im Test:

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Fully-Tests
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Fully-Tests
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Fully-Tests
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Fully-Tests

Gewichte und Steifigkeiten der Test-Bikes im Überblick

Gewichte: Rahmen- und Gabelgewicht gibt MountainBIKE inkl. Steckachse und Remote-Hebel an – sofern vorhanden. Das Laufradgewicht umfasst den eigentlichen Laufradsatz sowie Reifen, Schlauch, Discs inkl. Schrauben sowie ggf. Schnellspanner und Felgenband.

Steifigkeit: Eine hohe Lenkkopfsteifigkeit wirkt sich positiv auf die Präzision des Handlings und die Spurtreue aus. Werte um 100 Nm/° sind überragend, unter 60 Nm/° kritisch. Sehr gut: Alle acht Alu-AMs liegen sicher im "grünen Bereich".

8 All-Mountain-Bikes um 2.000 Euro im Test

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All-Mountains im Test: Gewichte
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All-Mountains im Test: Steifigkeiten

Die versteckten Parts an den Testbikes

Alleine zwischen einer Shimano-Deore- und einer Shimano-XT-Kassette liegen immerhin 45 Gramm Gewichtsunterschied. Klingt wenig? Ja, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist, und in Summe hat das Bike mal schnell 200 Gramm zu viel auf den Rippen.

Doch nicht nur das Gewicht ist bei teureren Parts in der Regel niedriger, auch die Materialien sind oft eine Güteklasse besser, die Dichtungen der Lager hochwertiger.

Es lohnt also, genau hinzuschauen, wo die Hersteller sogenannte "Mogelparts" verbauen. Den besten Mix im Test bietet das 1.999 Euro günstige Transalp. In der Fotostrecke zeigen wir die Parts an den acht Testbikes, die nicht auf Anhieb sichtbar sind.

Die versteckten Parts an den 8 getesteten All-Mountains

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