MB 0513 Einsteiger-Hardtails Teaserbild Dennis Stratmann
MB Bulls Copperhead 3 - Detail
MB Bulls Copperhead Supreme 29
MB Bulls Copperhead Supreme 29 - Detail
MB Canyon Grand Canyon AL 6.0 32 Bilder

26 Zoll gegen 29 Zoll: 16 Hardtail-MTBs um 1.000 Euro im Test

26 Zoll gegen 29 Zoll: 16 Einsteiger-Hardtails im Test

Welches ist das beste Hardtail-Mountainbike in der Einsteigerklasse um 1000 Euro? Acht Hersteller legten die Karten auf den Tisch. Ob dabei die 26-Zoll-MTBs oder die 29-Zoll-Konkurrenz die besseren Trümpfe ausspielte, das fand MountainBIKE in diesem Test heraus.

Hinweis für MTB-Einsteiger: Hier haben wir für Sie jede Menge Tipps für Ihren Einstieg auf dem Mountainbike zusammengestellt

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MB 0515 MTB-Kaufberatung
Kaufberatung: die wichtigsten Fragen zum Bike-Kauf
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Frische Luft durchströmt die Lunge, Steinchen wirbeln auf, Wolken streifen schroffe Gipfel, sanfte Hügel ruhen in der Ferne – Biken lässt den Alltag vergessen und tankt die Seelenakkus auf. Und Biken ist relativ voraussetzungsfrei: Sie müssen kein Vermögen investieren. Alles, was Sie brauchen, ist ein geländetaugliches Bike. Wichtig dabei: ein gesunder Mix aus Leichtigkeit und Funktionalität – dieser sollte Ihnen rund 1000 Euro wert sein.

Egal ob Sie MTB-Novize, Alltags-Pendler, Tourenfan oder Marathon-Rookie sind oder gar eine Alternative zum Rennrad suchen: Sie sollten vor dem Kauf genau überlegen, was Ihnen wichtig ist. Denn in der 1000-Euro-Klasse tummeln sich nicht nur Hardtails mit 26-Zoll-Laufrädern, sondern auch Bikes mit 29-Zoll-Bereifung. Die Bikes mit den rund drei Zoll größeren Laufrädern (ca. 7,5 cm) versuchen seit einigen Jahren, das bewährte 26"-Hardtail vom Markt zu verdrängen.

Im Rennsport ist ihnen der Siegeszug dank besserer Rollqualitäten und sicherem Bergabverhalten bereits geglückt. Doch dienen gerade diese Vorzüge nicht allen Bikertypen? Für MB ein guter Grund, Bikes beider Laufradgrößen der beliebten Einsteiger-Preisklasse von 900 bis 1100 Euro zum Duell zu laden. Acht namhafte Hersteller – darunter Versender wie Radon und Canyon sowie Traditionsmarken wie GT und Centurion – schickten jeweils ein 26er- und ein vergleichbares 29er-Hardtail zum Test.

MountainBIKE wollte aber nicht nur wissen, welche Laufradgröße die Kaufklasse dominiert, sondern auch herausfinden, bei welchem Hersteller sie besser das 26er- oder das 29er-Bike kaufen.

Basiswissen: 26er versus 29er

Ist das klassische 26"-Hardtail noch zeitgemäß? Dazu zuerst ein paar Fakten, die die Testgruppen charakterisieren. Die 26er-Hardtails sorgen mit kleineren Laufrädern für geringes Gewicht und bieten somit eine bessere Beschleunigung, was dem Biker beim Pedalieren Kraft spart. Zudem ist der Radstand aufgrund der kleinen Räder kompakter, wodurch sich ein wendigeres Handling einstellt.

Wendiger kann aber auch heißen, dass es nervös wirkt – was vor allem Einsteiger verunsichern kann. Die „Big Wheels“ bedingen einen längeren Radstand und sorgen somit für mehr Laufruhe, aber auch ein trägeres Kurvenverhalten. Zudem rollen die großen Laufräder spürbar sicherer über Kanten und Wurzeln.

Und: Der Fahrer sitzt auf einem 29er integrierter im Rad, da das Tretlager unterhalb der Radachse liegt. Der große Nachteil sind hohe Laufradgewichte, die für eine schlechtere Beschleunigung sorgen. Zudem verwinden sich die großen Räder etwas mehr als die kleinen, steiferen 26"-Laufräder.

Ein Blick ins Labor verrät, ob die kleineren Bikes in puncto Gewicht tatsächlich die Nase vorn haben. Die Unterschiede zwischen den Laufrädern liegen im Schnitt bei rund 400 g – zu Gunsten der 26er. Große Ausnahme: Die Räder des Canyon-29er wiegen inkl. Reifen, Disc und Kassette nur 4200 g, und sind somit leichter als viele Wheels der 26"-­Bikes. Die leichtesten Laufräder bietet das 26er-Radon (4116 g). Deutlich zu schwer, mit über fünf Kilo, sind indes die Räder der beiden Conways.

Auch die Rahmen mussten sich dem Laborvergleich stellen. In Sachen Steifigkeits- und Komfort-messung liegen diese mittlerweile auf ähnlichem Niveau (siehe Kästen). Die ausschließlich aus Aluminium bestehenden Rahmen trennen auch bei den Gewichten im Schnitt nur noch zarte 50 g. Die Rahmengewichte insgesamt unterscheiden sich um üppige 400 Gramm. Bei den Gesamtgewichten reichen die Unterschiede sogar von leichten 11,1 Kilo (Canyon 26 Zoll) bis hin zu übergewichtigen 13,7 Kilo am Centurion-29er.

Mitverantwortlich fürs Gewicht sind unter anderem die Anbauteile. Hier präsentieren sich die 26er durchweg mit wertigen Komponenten und bieten insgesamt eine etwas bessere Ausstattung als die 29"-Hardtails – oder sind obendrein günstiger – siehe GT, Giant, Centurion und Canyon. Der Grund: Die Hersteller ordern (noch) zu geringe Stückzahlen der 29"-Bikes.

Deshalb verlangen die Zulieferfirmen mehr für Bauteile wie Rahmen, Laufräder und Gabeln. Bulls etwa investiert die Einsparung umgehend in eine komplette Shimano-XT-Gruppe an seinem 26-Zöller, am 29-Zoll-Copperhead gibt‘s einen weniger wertigen SLX/XT-Mix. Wie so oft punkten die Versenderfirmen bei der Ausstattung: Canyon spendiert seinem 29er leichte Mavic-Wheels, solide Shimano/Sram-Parts und eine edle Rock-Shox-Reba-Gabel mit Steckachse – die für mehr Steifigkeit sorgen soll.

Die traditionellen Marken Centurion, Conway und GT bieten in der 1000-Euro-Liga eher schwere Parts wie zum Beispiel gruppenlose Kurbelgarnituren mit Octalink-Innenlager. Etwas ernüchternd: Bis auf Centurion setzt kein Hersteller an den 29ern auf 180er-Bremsscheiben. Schade, denn der größere Hebel der Räder bringt ein hohes Drehmoment auf die Bremse.

Kritikpunkt Reifen: Der oft verbaute, preisgünstige Rapid Rob von Schwalbe und die schwach profilierten Maxxis-Reifen (GT) sorgen für wenig Grip. Positiv: Die insgesamt sehr hochwertig ausgestatteten Bikes von Radon, Canyon und Bulls (nur 26er) setzten auf griffige „Evo“-Reifen von Schwalbe.

MB Heft 0512 - Inhalt - Das 29er-Duell des Jahres
Sonstiges

Die Duellanten im großen Praxisvergleich

Die Trails am Gardasee dienten als Schauplatz der Duelle. Die spannende Frage: Können die 26er ihren Vorsprung aus dem Labor verteidigen? Auf einer für Hardtails prädestinierten Teststrecke fuhren vier Tester die „ungleichen Brüder“ im direkten Vergleich hintereinander.

Anschließend musste sich jeder entscheiden: 29 oder 26 Zoll? Beim Handling zeigten alle 26er den spürbar verspielteren Charakter, während die 29er etwas behäbiger in den Kurventanz gingen, den Fahrer dafür aber sicherer gen Tal chauffierten. In der Gegenrichtung dann ein anderes Bild: Die 26er nutzen ihre Leichtfüßigkeit und beförderten die Piloten in der Regel etwas schneller zum Gipfel. Nur leichte 29er wie von Canyon und Radon konnten Schritt halten.

Und wie sieht die Sache in der Summe aus? Das lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die Unterschiede zwischen der Herstellern fallen einfach zu groß aus. Selbst bei den Duellen von Bikes derselben Marke ergibt sich kein einheitliches Bild. Umso wichtiger wird der Blick in die Testbriefe auf den folgenden Seiten.

Wer hier Gewichte, Ausstattung und Fahreigenschaften miteinander vergleicht, seine Prioritäten zwischen den Eckpunkten Wendigkeit und Laufruhe setzt und das Ganze in ein Preis-Leistungs-Verhältnis bringt, findet garantiert das richtige Bike. Wer sich diese Arbeit ersparen will, vertraut ganz einfach den MountainBIKE-Siegeln „Kauftipp“ und „Testsieger“.

Die Mountainbikes im Test:

MB Bulls Copperhead 3
Hardtail-Tests
MB Bulls Copperhead Supreme 29
Hardtail-Tests
MB Canyon Yellowstone AL 29 6.9
Hardtail-Tests
MB Carver Pure 910
Hardtail-Tests
MB Centurion Backfire 900
Hardtail-Tests
MB Centurion Backfire 900.29
Hardtail-Tests
MB Conway MS 800
Hardtail-Tests
MB Conway MS 729
Hardtail-Tests
MB Giant Talon 1
Hardtail-Tests
MB Giant Talon 29er 1
Hardtail-Tests
MB GT Avalanche 1.0
Hardtail-Tests
MB GT Karakoram 1.0
Hardtail-Tests
MB Radon ZR Race 6.0 Sram
Hardtail-Tests
MB Radon ZR Race 29er 6.0 Shimano
Hardtail-Tests

Im Duell: Bulls Copperhead 3 (26") vs. Bulls Copperhead Supreme 29 (29“)

Da wundert es nicht, dass die ZEG-Marke ein enormes Angebot an Hardtails im Programm hat. Das Copperhead kam 2007 erstmals auf den Markt und konnte im Vorjahr den Kauftipp im 1000-Euro-Hardtail-Test ergattern. Aber kann es die neue hauseigene Konkurrenz, das Copperhead Supreme 29, übertrumpfen? Schließlich setzen auch Platt & Co. nur noch auf 29 Zoll.

Auf geht‘s zur ersten Etappe, ins MountainBIKE-Labor. Bei der Rahmensteifigkeit weisen beide Bikes äußerst solide Wert auf. Die Wiegetrittsteifigkeit am 29er fällt einen Tick weicher aus – was in der Praxis nicht auffällt. Auch in puncto Rahmengewicht liegt das 26er vorne. Das Supreme liegt jedoch auf gutem 29"-Klasseniveau und wirkt mit Features wie dem Pressfit-Innenlager sogar einen Tick moderner.

Der Blick auf die Ausstattung indes dämpft die 29"-Euphorie: Hier punktet das 26er mit Shimano-XT-Parts, leichten Laufrädern und der hochwertigen Gabel Rock Shox Reba, während im 29er eine schwere Suntour-Gabel steckt – sowie extrem schwere Laufräder mit günstigen Schwalbe-Reifen. Das macht sich vor allem im Gesamtgewicht bemerkbar: Zum selben Preis fällt das 26"-Hardtail fast zwei Kilo leichter aus.

Und auf dem Trail? Ausbalanciert und kompakt nimmt der Fahrer auf dem 26"-Copperhead Platz, das Cockpit liefert mit geschwungenem Riserbar Ergonomie und Komfort. Ganz anders das 29er, auf dem der Fahrer eher sportlich gestreckt, fast frontlastig Platz nimmt. Auch der kerzengerade Lenker sorgt für Racefeeling.

Doch das täuscht: Am Berg erschweren über 13 Kilo Gewicht und die trägen Laufräder das Vorankommen spürbar, das deutlich leichtere und agilere 26er flitzt auf und davon. Auf kurvigen Strecken zwirbelt das „kleine“ Bulls agil, fast nervös um Ecken, das trägere 29er punktet eher mit enormer Kurvenstabilität. Bergab liefern sich beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

MB Bulls Copperhead 3
Benjamin Hahn
Bulls Copperhead 3 (26 Zoll)

26 gegen 29 Zoll: 16 Hardtail-MTBs um 1.000 Euro im Test (Modelljahr 2013)

MB Bulls Copperhead 3
MB Bulls Copperhead 3 MB Bulls Copperhead 3 - Detail MB Bulls Copperhead Supreme 29 MB Bulls Copperhead Supreme 29 - Detail 32 Bilder
MB Bulls Copperhead Supreme 29
Benjamin Hahn
Bulls Copperhead Supreme 29 (29 Zoll)

Das Twentyniner bietet hohe Laufruhe dank großer Laufräder und langem Radstand, das 26er dafür die griffigeren Reifen und vor allem eine sehr feinfühlige Gabel – und gewinnt so das Duell und holt im Gesamtvergleich erneut den Kauftipp.

Fazit:

Während die Rennfahrer aus dem Bulls-Team überwiegend auf 29er setzen, sollten Bulls-Kunden, die um 1000 Euro investieren möchten, das 26"-Copperhead bevorzugen. Dieses wiegt fast zwei Kilo weniger als das 29er und bietet die durchdachtere und hochwertigere Ausstattung.

Im Duell: Canyon Grand Canyon AL 6.0 (26") vs. Canyon Yellowstone AL 29 6.9 (29“)

So auch die beiden Duellanten Yellow­stone und Grand Canyon, die einen hochwertigen Parts-Mix bieten und zudem schon im Labor Siege in Serie feiern: leichtester Rahmen bei 26 wie 29 Zoll, leichtestes Komplett-Bike 26 wie 29 Zoll, leichtester Laufradsatz 29 Zoll. Dazu schmückt sich das Grand Canyon mit den höchsten Steifigkeitswerten im Test – beste Voraussetzungen fürs Gelände!

Der Startschuss fällt – beide Bikes preschen voran, als existiere keine Massenträgheit, keine Schwerkraft. Und: Bei nahezu identischen Laufradgewichten fällt der Vortriebswille erstaunlich ähnlich aus. Dennoch beschleunigt das 26er aus Kurven heraus einen Tick schneller, was am kleinen Radumfang und dem Gewichtsvorteil von 300 Gramm liegt.

Zudem setzt das 11,1 Kilo leichte Grand Canyon auf eine geduckte, sportliche Sitzposition, die viel Druck auf der Front ermöglicht – ein heißer Tipp für weniger betuchte Hobbyracer! Das Yellowstone offeriert mit höherer Front mehr Sitzkomfort, woran vor allem Alltags-Radler, aber auch Trail-Fans Gefallen finden. Für Wiegetritt-Attacken bieten beide Bikes einen praktischen Lockout-Hebel am Lenker. Im Trend: die Zweifach-Kurbel am 29er, deren Übersetzung völlig ausreicht.

Die Bergetappe ist geschafft, das leichtfüßigere Grand Canyon verbucht knapp den Sieg, sticht als erstes in den Trail. Angriffslustig zieht es von Turn zu Turn, zeigt einen verspielten, lebendigen Charakter. Aber auch das Yellow­stone gefällt auf kurvigen, flowigen Strecken, ist dank der wunderbar ausgewogenen, zentral inte­grierten Sitzposition stets perfekt beherrschbar und ausbalanciert.

Im groben Gelände rockt sich das 29er dann in die Führung: Mit sicherem Handling meistert es selbst schwierige Passagen problemlos. Das Grand Canyon muss hier etwas Gas rausnehmen, die frontlastigere Position verlangt eine erfahrenere Hand am Lenker.

MB Canyon Grand Canyon AL 6.0
Benjamin Hahn
Canyon Grand Canyon AL 6.0 (26 Zoll)

26 gegen 29 Zoll: 16 Hardtail-MTBs um 1.000 Euro im Test (Modelljahr 2013)

MB Bulls Copperhead 3
MB Bulls Copperhead 3 MB Bulls Copperhead 3 - Detail MB Bulls Copperhead Supreme 29 MB Bulls Copperhead Supreme 29 - Detail 32 Bilder
MB Canyon Yellowstone AL 29 6.9
Benjamin Hahn
Canyon Yellowstone AL 29 6.9 (29 Zoll)

Beide Bikes bieten eine für den Preis erstklassige, größtenteils vergleichbar wertige Ausstattung – das Twentyniner kostet dafür aber 100 Euro mehr. Eine Investition, die sich aus Sicht der MB-Tester lohnt: 3:1 für das Yellowstone.

Fazit:

Super ausgestattet und super leicht – die beiden Canyon-Hardtails bieten gewohnt viel fürs Geld. Bergauf flitzt das Grand Canyon (26") im Stile eines Race-Hardtails davon. Dafür überzeugt das Yellowstone (29") mit gefälligerem, zudem fehlerverzeihendem Handling, ohne dabei je träge zu wirken.

Im Duell: Carver Pure 150 (26“) vs. Carver Pure 910 (29“)

Der Mitbegründer und ehemalige Ingenieur der Kultmarke Votec konstruiert heute für Carver mit deutschlandweitem Vertrieb über die Fachhandelskette Fahrrad-XXL.

Schon auf den ersten Blick wird Liebe zum Detail ersichtlich. Ob innenverlegte Züge, konifizierte Steuerrohre oder Postmount-Bremsaufnahme – die Alu-Rahmen beider Bikes sind State-of-the-Art. Auch bei den Parts fällt die Verwandtschaft auf: Shimano-Antriebs-Mix, Manitou-Federgabel und Schwalbe-Reifen finden sich hüben wir drüben, allerdings am 26" oftmals eine Stufe höherwertig – etwa mit Shimano-SLX- statt -Deore-Kurbel.

Beide besitzen indes ein komfortables Cockpit, das beim ersten Aufsitzen ein wohliges Gefühl vermittelt. Die Sitzposition des Twentyniner-Pure ist dabei dank höherer Front einen Hauch Komfort-orientierter, das 26er gibt sich noch sportlicher, die tiefe Front sorgt für eine perfekte Uphill-Position.

Apropos: Dank jeweils steiler Sitzwinkel von 74° tritt der Fahrer bei den Carver-Brüdern effizient von oben ins Pedal, hoher Vor- und „Auftrieb“ ist garantiert. Welches Bike dabei schneller gen Gipfel stürmt, ist kaum zu unterscheiden. Ein Grund hierfür: Die Laufradgewichte des Pure-Duos liegen auf demselben Level.

Auch bei kurviger Fahrt bleibt das homogene Bild (fast) bestehen. Das 26er wedelt zwar spürbar agiler und verspielter über den Trail – wird aber dennoch nicht nervös. Und trotz der großen Laufräder steuert auch das 29er-Pure mit Pfiff durch Kurven, bietet mit kompaktem Radstand und kurzen Kettenstreben ein 26er-ähnlich wendiges Handling.

MB Carver Pure 150
Benjamin Hahn
Carver Pure 150 (26 Zoll)

26 gegen 29 Zoll: 16 Hardtail-MTBs um 1.000 Euro im Test (Modelljahr 2013)

MB Bulls Copperhead 3
MB Bulls Copperhead 3 MB Bulls Copperhead 3 - Detail MB Bulls Copperhead Supreme 29 MB Bulls Copperhead Supreme 29 - Detail 32 Bilder
MB Carver Pure 910
Benjamin Hahn
Carver Pure 910 (29 Zoll)

Dazu gefallen beide Manitou-Gabeln mit feinfühligem Ansprechverhalten. Testerkritik gab‘s dafür an den Bremsen. Zum einen könnten beide Pure – vor allem das 29er – auch am Heck eine 180er-Scheibe vertragen, zum anderen sind die Hayes-Stopper nicht überzeugend. Hier verbauen die anderen Hersteller Bremsen mit mehr Biss. Im MountainBIKE-Labor bewies das Duo erneut, dass es aus einer Feder stammt: Gewichte, Komfort- und Steifigkeitswerte liegen auf vergleichbarem, zumeist sehr gutem Niveau.

Fazit:

Carver bietet ein Duo mit überraschend ähnlichen Eigenschaften. So darf der Biker guten Gewissens entscheiden, ob er das 400 g leichtere, etwas agilere 26er bevorzugt – oder das 29er, das bergab eine Nuance mehr Spurtreue und somit Sicherheit bietet. Im MB-Ranking ging der Kampf unentschieden aus.

Im Duell: Centurion Backfire 900 (26“) vs. Centurion Backfire 900.29 (29“)

Seither hat sich viel verändert, die Technik der Bikes ist schier nicht wiederzuerkennen: voluminöse Alu-Rahmen, die via Öldruckverfahren organische Formen annehmen, massive Federgabeln, brachiale Scheibenbremsen – und eine neue Laufradgröße, die damals so nur am Rennrad rotierte ...

Zum MB-Duell entsandte Centurion den Klassiker Backfire. Und nicht nur optisch wirken die Bikes wie Zwillinge, auch auf dem Prüfstand erzielen sie ähnliche Werte. Das 26"-Backfire glänzt dabei mit der höchsten Wiegetrittsteifigkeit im Test, aber auch das 29er liegt auf hohem Level.

Ein Blick auf die Gewichte verrät, warum: Mit fast zwei Kilo fällt der 26"-Rahmen kreuzstabil aus und markiert im 26er-Gewichtsvergleich das Schlusslicht, der 29"-Rahmen überschreitet gar die Zwei-Kilo-Schwelle. Immerhin: Die im Labor ermittelten Komfortwerte überzeugen.

Das ist auch in der Praxis spürbar. Zudem bieten die „Twins“ mit sportlicher, aber nicht zu gestreckter Sitzposition einen hohen Wohlfühlfaktor. Schon auf den ersten Uphill-Metern macht sich aber ein wenig Ernüchterung breit. Die soliden Rahmen und der vergleichsweise weniger wertige Parts-Mix mit schweren Federgabeln, das schraubt das Gesamtgewicht in die Höhe, hemmt den Vorwärtsdrang.

Das 29"-Backfire schleppt mit 13,7 Kilo (schwerstes Bike im Test) spürbar zu viel Gewicht den Berg hinauf, zudem vereitelt die Laufrad-Reifen-Kombi mit über fünf Kilo nahezu jede Sprintattacke. Das 26er ist da einen Tick spritziger, hebt aber an steilen Anstiegen die recht hohe Front gerne mal vom Boden ab.

MB Centurion Backfire 900
Benjamin Hahn
Centurion Backfire 900 (26 Zoll)

26 gegen 29 Zoll: 16 Hardtail-MTBs um 1.000 Euro im Test (Modelljahr 2013)

MB Bulls Copperhead 3
MB Bulls Copperhead 3 MB Bulls Copperhead 3 - Detail MB Bulls Copperhead Supreme 29 MB Bulls Copperhead Supreme 29 - Detail 32 Bilder
MB Centurion Backfire 900.29
Benjamin Hahn
Centurion Backfire 900.29 (29 Zoll)

Auf dem Trail herrscht dann wieder Einigkeit: Das 26er huscht flink um Kurven, wirkt mit kurzem Radstand fast schon nervös. Zwar agiert das 29er etwas unaufgeregter, steuert aber dennoch sehr direkt über die 71° steile Front.

Bei rasanter Fahrt sorgt am „großen“ Centurion der breite Lenker (680 mm) dennoch für genug Kontrolle, während die Lenkstange am 26er mit 630 mm zu schmal ausfällt. Prima: Die schweren, aber steifen Suntour-Gabeln liefern hohe Spurtreue und schlucken selbst grobe Brocken weg.

Fazit:

Die nahezu identisch aufgebauten, robusten Centurions kämpfen mit Übergewicht. Trotz stolzer 13,7 Kilo würden die MB-Tester das Backfire 29 wählen – dem gutmütigen Fahrverhalten sei Dank. Für Radler, die schwieriges Terrain meiden, ist das immerhin spürbar leichtere 26er aber der bessere Kauf.

Im Duell: Conway MS 800 (26“) vs. Conway MS 729 (29“)

Mittlerweile reicht die Produktpalette vom Downhiller mit Elektroantrieb bis zur Carbon-Rennfeile. Zum großen Duell schickten die Nordlichter das 26"-Hardtail MS 800 und das 29"-Bike MS 729.

Überraschung: Anders als bei den sieben Konkurrenz-Marken im Test kostet das 29er weniger (20 Euro) als das 26er. Dafür zeigen sich aber auch im Aufbau Unterschiede. So werkelt am MS 800 eine Luftfedergabel, die exakt auf das Fahrergewicht abgestimmt werden kann.

Am 29er verrichtet eine zwar sensible, aber auch um 200 Gramm schwerere Stahlfedergabel von Rock Shox die Planierarbeit. In Sachen Schaltkomponenten und Laufräder liegen die Bikes jedoch auf ähnlichem Niveau.

Auch in der Praxis herrscht Harmonie: Sportlich, gar gestreckt nimmt der Fahrer auf den Conways Platz. Die langen 100-mm-Vorbauten und die schmalen 660-mm-Lenker vermitteln ein ­Race-Gefühl alter Schule. Doch schon am ersten Hügel verflüchtigt sich dies, die schweren Laufräder wirken wie ein Hemmschuh.

Kein Wunder, beide Rundlinge wiegen zusammen mit Reifen, Bremsscheiben & Co. über fünf Kilo – zu viel der rotierenden Masse! Im steilen Uphill muss der Conway-Jockey zudem das Körpergewicht bewusst nach vorne verlagern. Vor allem das MS 800 braucht aufgrund der sehr hohen Front viel Druck am Volant.

In der Abfahrtswertung erfreute dann ausgerechnet das 26er die MB-Tester mit überraschend sicherem, aber dennoch ausgewogenem, gar agilem Handling – das Twentyniner spurt durch den nochmals flacheren Lenkwinkel deutlich träger gen Tal.

Zudem sorgt die schwache Shimano-Bremse am MS 729 für nur dürftige Bremsleistung. Besser machen‘s die Tektro-Stopper am 26-Zöller, auch wenn der Druckpunkt ungewohnt spät einsetzt. Für Unbehagen sorgt jeweils der preiswerte Schwalbe-Pneu: Für grobes Gelände, aber auch für feuchte Bedingungen fehlt der Grip.

MB Conway MS 800
Benjamin Hahn
Conway MS 800 (26 Zoll)

26 gegen 29 Zoll: 16 Hardtail-MTBs um 1.000 Euro im Test (Modelljahr 2013)

MB Bulls Copperhead 3
MB Bulls Copperhead 3 MB Bulls Copperhead 3 - Detail MB Bulls Copperhead Supreme 29 MB Bulls Copperhead Supreme 29 - Detail 32 Bilder