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Mountainbikes im Test: 14 Allmountain-MTBs um 3.000 Euro (Jahrgang 2015)

14 Allmountain-Fullys um 3.000 Euro im Test

Allmountains klettern über Stock und Stein, kein Berg ist zu steil, keine Abfahrt vor ihnen sicher. Bleibt die Frage: Wie viel Berg-Qualität gibt es für rund 3000 Euro? Wir haben's getestet.

Wahnsinnstour! Episch! Und erst die flowige Abfahrt! Wie hast du das verblockte Stück gemeistert? Mann, war das krass. Wenn wir Mountainbiker erst mal loslegen, sind wir kaum zu stoppen. Jeder versucht, den anderen mit seinen heroischen Sagen beim Gipfelsturm zu übertrumpfen.

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Was dabei vergessen wird: Der heimliche Held ist das treue MTB, das seinen Herrn begleitet wie Sancho Panza seinen Don Quichote: gutmütig, ausdauernd, leidensfähig, mit hohen Nehmerqualitäten. So wie ein All-Mountain-Fully.

Auch bei den MountainBIKE-Lesern steht das „Allmountain“ mit seinen rund 140–150 mm Federweg hoch in der Gunst und ganz oben auf der Wunschliste.

Kein Wunder, denn es bietet einen idealen Kompromiss aus Traktion und Effizienz bergauf sowie Fahrsicherheit und Spielfreude bergab – zumindest dann, wenn sich der Mountainbiker abseits geschotterter Wege, also auf mehr oder weniger fordernden MTB-Trails bewegt. Gleich 14 All-Mountains versammelt MountainBIKE daher zum Test. Alle in attraktiver Preislage, alle mit 27,5"-Laufrädern.

Im Fokus: MTB-Laufräder mit 27,5"

Waren All-Mountain-MTBs zuvor auf 26"-Laufrädern unterwegs, stehen nun fast nur noch 29"- und 27,5"-Modelle im Laden. Vor allem die 27,5er erleben seit zwei, drei Jahren einen Boom, rangieren in der Beliebtheit der Allmountain-Käufer bereits mit weitem Vorsprung an der Spitze.

Die Vorteile des „Mittelmaßes“ im Schnelldurchlauf: Größere Räder (als 26") rollen durch den flacheren Aufprallwinkel besser über Hindernisse, halten das Tempo stabiler und mindern Überschlagsgefühle im Steilen. Im Gegensatz zu 29" lassen sich 27,5" aber besser beschleunigen, sind verspielter im Handling. Sie bündeln also Vor- und Nachteile von 26" und 29". Der beste Kompromiss – und damit auch optimal passend für ein All-Mountain im Jahr 2015. (MountainBIKE Laufradgrößen-Finder: In wenigen Klicks zur passenden Größe)

Aber wie viel Geld muss man für so einen treuen Begleiter ausgeben? Auch hier geben die MountainBIKE-Leser Antwort: Im Schnitt rund 3000 Euro wollen sie lockermachen (Daten der MountainBIKE Leserbefragung 2014). Aus gutem Grund, denn in dieser Preisklasse kann der Kunde mit soliden MTB-Rahmen, ausgereiften Fahrwerken mit hochwertigen Federelementen sowie grundsätzlich „einsatztauglichen“ Parts rechnen. Das Testfeld gliedert sich wie folgt auf: elf All-Mountains aus dem Fachhandel von 2699 bis 3199 Euro, dazu drei Bikes von Online-Direktversendern bis maximal 2700 Euro.

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Die Eigenschaften der Bikes in der Preiskategorie um 3000 Euro

In diesem Preissegment tummeln sich fast ausschließlich Alu-Rahmen. Nur das Giant Trance Advanced 2 wartet mit einem Carbon-Frame auf, der erwartungsgemäß die Gewichtstabelle mit 2630 g anführt. Das Canyon Spectral AL 8.0 und das Specialized Stumpjumper FSR Comp Evo 650B zeigen, dass ein leichter, aber steifer Alu-Rahmen unter 3000 g kein Ding der Unmöglichkeit ist.

Im Schnitt wiegen die Räder 13,5 Kilo, hier herrscht eher Stagnation in der Entwicklung in Sachen leichter. Das Rotwild R.Q1 FS Comp 27,5 führt diese Wertung mit 12,7 Kilo an, erreicht in puncto Lenkkopfsteifigkeit aber nur knapp den grünen Bereich. Zudem fehlt dem Rotwild R.Q1 FS Comp 27,5 eine Vario-Stütze – eigentlich Pflicht an einem Allmountain.

Apropos steif: Alle anderen Allmountains erzielten auf dem MountainBIKE-Prüfstand ordentliche Werte und das Canyon Spectral AL 8.0 ist Spitzenreiter. Zusammen mit dem Centurion No Pogo 2000.27 setzt das Canyon Spectral AL 8.0 mit einem Gesamtgewicht von unter 13 Kilo (mit Vario-Stütze) eine weitere Bestmarke. Schlusslichter sind das Drössiger XRA 650B 2 und das Rocky Mountain Altitude 750: Je über 14 Kilo sind für die Preisklasse zu viel.

Klasse: Die Geometrien der 27,5"-Allmountain-MTBs werden immer ausgereifter und besser. Der Trend geht zum langen Oberrohr/Reach, kombiniert mit sehr kurzen Vorbauten. Neue 2015er Modelle wie das Bergamont Trailster 8.0 gehen konsequent diesen Weg, das Mondraker Foxy Alloy R 27,5 setzt mit seiner extrem langen „Forward Geometry“ noch einen drauf.

Was das bringt? Eine noch besser im Rad integrierte Sitzposition, somit mehr Fahrsicherheit, weniger Überschlagsgefühle bergab. Ebenfalls erfreulich ist, dass (fast) alle Entwickler inzwischen steile Sitzwinkel (74–75°) zeichnen. Das sorgt für einen ergonomisch sinnvollen Tritt „von oben“, zudem steigt bergauf das Vorderrad viel später.

Ausstattung der Test-Bikes

Unterm Strich ist die Ausstattung der getesteten Mountainbikes sehr ordentlich, teilweise top für diese Preisklasse. Die meisten Hersteller setzen bei Schaltung wie Bremse auf die bewährte Shimano-XT-Gruppe, teils mit funktionell kaum schlechteren SLX-Parts „garniert“.

Solide, aber nicht auf XT-Niveau verzögernde Stopper spezifizieren folgende Mountainbikes: Giant Trance Advanced 2 (Sram Guide C), Mondraker Foxy Alloy R 27,5 (Formula C1), Rotwild R.Q1 FS Comp 27,5 und Specialized Stumpjumper FSR Comp Evo 650B (je Shimano Deore).

Ausgerechnet beim Giant Trance Advanced 2 und dem Specialized Stumpjumper FSR Comp Evo 650B wurden zudem kleine 160-mm-Discs am Heck verbaut. Schwach, diese Allmountains bieten keine Vario-Stütze: Rocky Mountain Altitude 750, Rotwild R.Q1 FS Comp 27,5 und Scott Genius 730.

Am stärksten aber fallen die Unterschiede bei den Federelementen aus. Hier klafft auch die größte Lücke zwischen Fachhandel- und Versender-MTBs, speziell bei der Gabel-Wahl. So ist sowohl die Fox 32 mit 32-mm-Standrohren wie die steifere, teurere 34 vertreten.

Auch der Performance-Level unterscheidet sich: Von Fox ist vom Einsteigermodell Evolution bis hin zur High-End-Version Factory (je teilweise mit Talas-Absenkung) alles dabei, Rock Shox ist mit der simplen Sektor über die zuverlässige Revelation bis hin zur Enduro-tauglichen Pike am Start.

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MTB

Auf dem Trail setzen sich diese Unterschiede fort. Während vor allem die „rennrassigen“ Mountainbikes (Rotwild R.Q1 FS Comp 27,5 und Scott Genius 730) bergauf und im Zwischensprint für Furore sorgen, stehen auf der andere Seite Mini-Enduros (Müsing Petrol 5 und Radon Slide 27,5 9.0 XM).

Dazwischen tummeln sich jede Menge Allrounder, die ganz nach Gusto der Allmountain-Fans sein dürften. Am besten gelingt der „Bergauf-bergab-Spagat“ dem Canyon Spectral AL 8.0, das in fast allen Bereichen Bestleistungen einfährt. Knapp dahinter folgen diese Bikes: Radon Slide 27,5 9.0 XM und Rose Granite Chief 2 27,5 sowie das Centurion No Pogo 2000.27 als bestes (und teuerstes) Rad aus dem Fachhandel. Die Kauftipps gehen an das Radon Slide 27,5 9.0 XM und das Merida One-Forty 7.700.

Diese Produkte haben wir getestet:

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Gewichte und Steifigkeiten der Test-Bikes im Überblick

Gewichte: Rahmengewicht inklusive Federbein und – sofern vorhanden – Remote. Das Laufradgewicht umfasst den eigentlichen Laufradsatz plus Reifen, Schlauch, Discs inkl. Schrauben und ggf. Schnellspanner sowie Felgenband. Gabelgewicht inkl. Remote.

14 Allmountain-Bikes um 3.000 Euro im Test

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MountainBIKE
MountainBIKE Test Allmountains Gewichte

*ohne Vario-Stütze, Gewichtsunterschied ca. 350 Gramm

Steifigkeit: Eine hohe Lenkkopfsteifigkeit wirkt sich zumeist positiv auf die Präzision des Handlings und die Spurtreue aus. Werte unter 60 Nm/° sieht MountainBIKE als kritisch an. Das Gros liegt deutlich über der Marke – das Rotwild R.Q1 FS Comp 27,5 überschreitet sie nur knapp.

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