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MB Canyon Nerve XC 8.0 - Detail
MB Ghost AMR 5900
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Test: Zwölf Touren-Mountainbikes unter 2.000 Euro

12 Tourenfullys im MountainBIKE-Test

Sorglos über alle ­Berge – davon träumt jeder Tourenbiker. Die zwölf Bikes im Test versprechen Tourenglück ohne viel Schnickschnack – und das für unter 2000 Euro.

Einfache Produkte sind meist die besten. Oder studieren Sie nach dem Kauf gern stundenlang die Bedienungsanleitung? Druckstufe, Zugstufe, Gabelabsenkung und womöglich noch verstellbare Dämpferaufnahme.

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Da verlieren Mountainbiker schon mal den Überblick. Moderne Tourenfullys verzichten auf komplizierten Schnickschnack und machen es uns Bikern leicht. Die Devise lautet: vereinfachte Handhabe, weniger schrauben, mehr biken! Und die Rechnung scheint, so viel sei vorab verraten, mit den 2012er Tourenbikes aufzugehen.

Viele Alpencrosser und Ganzjahres-Biker haben ihre Vorliebe zur 120-mm-Kategorie längst kultiviert. Andere sehen in den Tourern jedoch den frommen Bruder eines All-Mountains oder ein aufgeblasenes Marathon-Bike. Dabei vereinen Tourenbikes die Stärken beider Kategorien und picken sich im Optimalfall die guten Eigenschaften aus dem Töpfchen. Sicher und souverän soll es bergab gehen und – ohne große Verstellorgien – leichtfüßig bergan.

Um herauszufinden, welcher Hersteller diese Aufgabe meistert, lud MountainBIKE zwölf Tourenbikes unter 2000 Euro zum Vergleichstest. Das günstigste Rad stellt Merida mit 1699 Euro, darüber das ­Giant mit 1799 Euro. Es folgen KTM und Specialized (1899 Euro), alle weiteren siedeln ihre Bestseller knapp unterhalb der 2000-Euro-Grenze an.

Viel Ausstattung für wenig Geld

Für diesen Kurs gibt es ein teils sattes Ausstattungspaket. Vor allem bei den Versendern kommt Staunen auf. Mit überragenden Komponenten schickt Radon das Skeen 8.0 zum MountainBIKE-Test: Shimano-XT-Antrieb und -Bremse übertreffen selbst die Mitbewerber Canyon und Rose. Diese müssen sich aber keineswegs verstecken: Ihr hochwertiger Mix aus Sram- und Shimano-Schalt-/Brems-Einheit überzeugt. Vorteil Internetshop: Die Fachhandels-Marge fällt weg, das gesparte Geld kann in bessere Parts fließen. Für Biker, die selbst montieren können, ist das sicherlich kein Nachteil.

Merida zeigt indes, dass es auch im Fachhandel preisattraktiv zugehen kann, und versieht das One-Twenty mit Shimano-XT-Schaltwerk und -Kurbel. Weniger überzeugend: die billigen Schalthebel an Giant und Mondraker (Sram X5) sowie Specialized (Shimano Alivio). Positiv fielen wiederum die Bremsanlagen aller Kandidaten auf. Hier hat Shimano, selbst mit den günstigen Deore-Modellen, zu den Stoppern von Avid und Formula aufgeschlossen. Schade jedoch, dass Mondraker, Radon, Steppenwolf und Stevens am Heck nur eine 160-mm-Scheibe verbauen – Alpencrosser mit Gepäck sollten eine 180er-Disc nachrüsten.

In puncto Reifenwahl gehen die Hersteller unterschiedliche Wege. Während Giant, Rose und Specialized auf griffige Allround-Reifen setzen, verbauen Steppenwolf, Stevens und Radon leichte, schnell rollende ­Race-Reifen. Zu wenig Grip liefern indes die günstigen Schwalbe-Performance-Reifen an Merida und ­Giant. Für viel Kontrolle sorgen die Lenker/Vorbau-Einheiten fast aller Hersteller. Tourenfans dürfen sich am Steppenwolf sogar über komfortable Ergon-Griffe freuen. Einzig der Lenker am Ghost gefiel den Testern nicht: Mit geringer Rückkröpfung kann er in Sachen Komfort und Ergonomie nicht voll überzeugen.

Viele der 2000-Euro-Touren-MTBs tragen Gene der angrenzenden All-Mountain- oder Marathon-Kategorien in sich. Vor allem die Bikes von Radon, Stevens und KTM sind deutlich auf Vortrieb getrimmt. Neben Lenker-Remote und leichter Bereifung weisen Sitzposition und die kompakte, wendige Geometrie auf eine sportliche Ausrichtung hin. Die zwölf Zentimeter Federweg arbeiten antriebsneutral, bieten dabei aber mehr Komfort als ein klassisches 100-mm-Racefully. Auch Abfahrts-Fans stoßen teils auf unerwartet viel Potenzial: Giant, Rose und Specialized setzen auf stabile Parts, satte Fahrwerke und eine spaßfördernde Geometrie.

Mit Steckachsen an Gabel und Heck (Rose) liefern sie zudem ausreichend Steifigkeit. Und: Die Tourenfullys sparen mit leichten Rahmen, Gabeln und Komponenten sogar ordentlich Gewicht. So ist am 11,7 Kilo leichten Rose Jabba Wood kaum Tuning nötig. Alle weiteren liegen oberhalb zwölf Kilo. Beachtlich, denn viele All-Mountains der gleichen Preisklasse sind rund ein Kilo schwerer. Nur Kona und Mon­draker durchbrechen die 13-kg-Grenze und fallen damit zu schwer aus.

MB Specialized Camber Elite - Detail
MTB

Die Mountainbikes im Test:

MB Canyon Nerve XC 8.0
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MB Ghost AMR 5900
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MB Giant Trance X3
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MB Kona Tanuki Deluxe
Fully-Tests
MB KTM Lycan 3.0
Fully-Tests
MB Merida One-Twenty XT-D
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MB Mondraker Tracker RR
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MB Radon Skeen 8.0
Fully-Tests
MB Rose Jabba Wood 5
Fully-Tests
MB Specialized Camber Elite
Fully-Tests
MB Steppenwolf Taiga FS 120
Fully-Tests
MB Stevens Fluent SX
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So schlugen sich die Bikes im Praxistest

Auf einem 170-Höhenmeter-Anstieg mit steiler Rampe sowie felsigen Abfahrten mit winkligen Trails trennte sich die Spreu vom Weizen. Schnell wurde klar: Das nervöse KTM (70° Lenkwinkel) braucht eine erfahrene Hand in der Abfahrt.

Beeindruckend hingegen, wie die ausgewogenen Geometrien von Giant, Specialized und Rose eine sichere Talfahrt begünstigen. Spurtreu und dennoch wendig ziehen die Spaßmobile davon, ihre Fahrwerke bearbeiten den Untergrund fast so selbstbewusst wie die großen All-Mountain-Buddys.

Präzise und ausgewogen steuert das Canyon Nerve ins Tal und gleitet dabei sicher über grobe Brocken. Das hohe Kona Tanuki Deluxe wirkt stelzig bergab, meistert die Bergabwertung aber mit sattem Fahrwerk. Weniger lebendig: Der Hinterbau am Mondraker Tracker RR rüttelt den Fahrer stark durch. Auch Steppenwolf und KTM mit störrischem Dämpfer spenden nur wenig Komfort.

Erstaunlich: Der Rock-Shox-Einsteigerdämpfer Ario im Specialized überzeugt mit satter Federperformance und kann mit vielen der Fox-Hinterbauten locker mithalten. Auch die Rock-Shox-EinsteigerGabeln im Kona und Specialized punkten mit top Ansprechverhalten.

Bergauf geben Radon und Rose Gas und beschleunigen mühelos dank leichter Laufräder (siehe Tabelle unten). In steilen Rampen braucht das Rose jedoch etwas Körpereinsatz, um dem Lenkeinschlag zu folgen. Das liegt mitunter an den recht kurzen Kettenstreben (427 mm).

Kletterfreundlicher: Radon verbaut 441-mm-Kettenstreben. Flott voran geht‘s auch auf den effzienten Bikes von Canyon und Stevens. Mondraker und Kona leiden hingegen an ihrem Übergewicht. Zudem wippt das Kona am Heck stark und muss via Lockout ruhiggestellt werden.

Das Canyon trifft voll die Mitte der Tour-Zielscheibe. Ausgewogen und antriebsneutral geht es bergan mit zentraler und erhabener Sitzposition sowie laufruhig bergab – verdienter Testsieger. Den Kauftipp teilen sich das sportliche Radon, das vor allem Marathon-Fans anspricht, und das ausgewogene Specialized Camber.

Zwölf Tourenfullys unter 2.000 Euro im Test

MB Canyon Nerve XC 8.0
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Die Gewichte der Testbikes

Zwölf Tourenfullys unter 2.000 Euro im Test

MB Canyon Nerve XC 8.0
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MountainBIKE zeigt die Komplettgewichte der 12 Testbikes - außerdem die Gewichte der Gabeln und Rahmen inklusive Dämpfer, Steckachse und Re­mote-Hebel, sofern vorhanden. Das Laufradgewicht umfasst den Laufradsatz, Felgenband, Schlauch, Mantel, Disc und ggf. Schnellspanner.

MB 0512 Tourenfullys - Gewichte im Vergleich

Fazit und Ergebnisse

Gerade Tourenbiker suchen nach ungetrübtem Vergnügen. Hierzu benötigen sie nicht viel: ein Bike, sich selbst und einen Rucksack mit dem Nötigsten. Da liegt es nahe, dass auch das Bike simpel sein muss. Keine aufwendigen Fahrwerksverstellungen, keine speziellen Laufradsysteme oder gar hochtechnisierte Carbon-Rahmen.

Minimalistisch soll es zugehen, das Rad ist Mittel zum Zweck und nicht ein Neid schürendes Statussymbol. Aber dennoch soll es mit modernen Bikes Schritt halten können und zuverlässig tausende Höhenmeter abspulen. Genau das finden sie bei den 2000-Euro-Tourern. Leichtfüßig und sportlich bergan, ­sicher und mit viel Kontrolle bergab – und dabei den Blick auf das Wesentliche gerichtet: die sagenhafte Bergwelt.

Zwölf Tourenfullys unter 2.000 Euro im Test

MB Canyon Nerve XC 8.0
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Die Testergebnisse im Überblick:

Name des Bikes/Link zum Testbericht Gewicht Preis Testurteil
Canyon Nerve XC 8.0 (Testsieger) 12,2 kg 1.999 Euro Überragend
Ghost AMR 5900 12,8 kg 1.999 Euro Sehr gut
/mountainbikes/test-giant-trance-x3.629985.2.htm:Giant Trance X3 12,8 kg 1.799 Euro Sehr gut
Kona Tanuki Deluxe 13,2 kg 1.999 Euro Gut
KTM Lycan 3.0 12,7 kg 1.899 Euro Gut
Merida One-Twenty XT-D 12,8 kg 1.699 Euro Sehr gut
Mondraker Tracker RR 13,4 kg 1.950 Euro Gut
Radon Skeen 8.0 (Kauftipp) 12,0 kg 1.999 Euro Überragend
/mountainbikes/test-rose-jabba-wood-5.630015.2.htm:Rose Jabba Wood 5 11,7 kg 1.999 Euro Sehr gut
/mountainbikes/test-specialized-camber-elite.630025.2.htm:Specialized Camber Elite (Kauftipp) 12,4 kg 1.899 Euro Sehr gut
Steppenwolf Taiga FS 120 12,6 kg 1.948 Euro Gut
Stevens Fluent SX 12,4 kg 1.999 Euro Sehr gut
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