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MountainBIKE-Test: Zehn All-Mountain-MTBs um 2.000 Euro

10 All-Mountain-Bikes um 2.000 Euro im Test

Kurven, Steine, Sprünge – All-Mountains ziehen selbstbewusst bergab und leichtfüßig bergauf. Sie beherrschen die Trails wie kaum eine andere MTB-Kategorie. Doch was dürfen Biker für 2000 Euro erwarten? MountainBIKE hat zehn Modelle getestet.

All-Mountains haben ein Problem: Stets müssen sie an die Grenzen des Möglichen gehen, mit hungrigen Fahrwerken schroffe Downhills meistern und mit tritteffizienter Sitzposition nach der Uphill-Krone streben. Da grenzt es fast an ein Wunder, dass All-Mountain-MTBs nicht vom Burn-out betroffen sind ...

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Aber im Ernst: Eher teure Mountainbikes managen den Stress zwischen beschwingt bergab und flott bergauf meist klaglos. Doch wie steht‘s um die günstigeren Modelle? Macht sich hier der Rotstift funktionell bemerkbar?

Um herauszufinden, wo die preisliche Schmerzgrenze liegt – wie günstig darf ein All-Mountain-Bike sein? –, lud MountainBIKE zehn Bikes um 2000 Euro zum Test. Klar, dass dabei preisaggressive Internetversender mit am Start sind: Canyon, Poison, Radon und Rose folgten umgehend der Einladung. Wobei die Bikes von Radon und Rose unter der 2000-Euro-Grenze bleiben, am teuersten kommt das Poison für 2299 Euro.

Doch auch Fachhandelsmarken halten bei diesem Preisgefecht mit: Bulls, Cube und KTM kosten ebenfalls unter 2000 Euro. Wenig mehr verlangt Fuji für das Reveal (2099 Euro). Stevens bietet das Glide für 2199 Euro an. Ghost verlangt für das AMR Plus 2299 Euro. Bleibt die Frage, wo namhafte Hersteller wie Centurion, Focus, Haibike oder Univega in diesem Test bleiben. Einfache Antwort: Diese Hersteller wollten sich dem Vergleich in dieser Preisklasse nicht stellen. Weitere Marken wie Scott, Specialized oder Trek bieten indes gar kein All-Mountain-Fully um 2000 Euro an.

Bereits der Blick auf die Waage verrät beachtliche Unterschiede: Das Ghost wiegt satte 13,9 kg – 650 g über dem Durchschnitt. Stevens präsentiert hingegen mit 12,8 kg das leichteste Rad im Test. Die Werte bestätigen die These aus dem aktuellen Tourenfully-Test: Ein All-Mountain der 2000-Euro-Klasse wiegt rund ein Kilo mehr als ein gleich teures 120-mm-Fully. Logo, dass die meisten preisgünstigen All-Mountains bei diesem Ballast bergauf der Touren-Armada hinterherhecheln.

All-Mountain-Bikes: auf Vielseitigkeit getrimmt

Dafür trumpfen sie mit Bergabpotenz und Vielseitigkeit bis hin zum Enduroritt auf! Besonders dann, wenn wie im Canyon, Ghost, Radon und Poison eine Vario-Stütze Dienst tut. Ungefähr doppelt so schwer wie eine normale Stütze, gleichen sie den Gewichtsnachteil in der Abfahrt durch Bewegungsfreiheit pur mehr als aus – ohne lästige Stopps! Nutzbringend im Uphill ist dagegen eine absenkbare Gabel. Canyon, Ghost, Radon und Rose setzen auf Fox-Talas-Forken, während Bulls, Cube und KTM dem Dual-Position-System von Rock Shox vertrauen.

Prima: Beide Systeme ermöglichen die Absenkung buchstäblich im Handumdrehen. Poison steuert die Absenkung der Magura-Gabel via Fernbedienung – an einem All-Mountain nicht wirklich notwendig. Stevens und Fuji verzichten auf Absenksysteme und verbauen eine flacher bauende 140-mm-Gabel. Auch das Heck der Fullys gibt sich variabel: Ob mit Fox-RP-Dämpfer, Rock Shox oder X-Fusion – alle Hinterbauten bieten zuschaltbare und effiziente Wippunterdrückung mittels Plattformdämpfung.

Wie gewohnt bestücken die Versender den Antrieb hochwertig mit Shimano-XT/SLX-Parts oder Sram X9 (Rose). Die ZEG-Marke Bulls verbaut gar ein XTR-Schaltwerk mit Shadow-Plus-Technik. Bei den Bremsanlagen punkten Avid, Formula, Magura und Shimano gleichermaßen, doch auch die billigen Tektro-Stopper am Fuji überzeugten. Top: die 200-mm-Disc an der Front bei Canyon, Fuji und Rose. Genügend Grip bieten Reifenbreiten um 2,35".

Canyon und Cube bedienen sich im Schwalbe-Reifen-Baukasten und wählen die smarte Kombi aus weichem, bissigem Gummi vorne und hart für gute Rolleigenschaften am Heck. Entscheidender für den Antritt ist jedoch die rotierende Masse. Hier wiegt die Laufrad-Reifen-Kombi im Canyon satte 800 g mehr als die leichteste im Stevens (3881 g). Der Durchschnitt liegt bei 4300 g.

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MTB

Die Mountainbikes im Test:

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Fully-Tests
MB Canyon Nerve AM 7.0
Fully-Tests
MB Cube AMS 150 Pro
Fully-Tests
MB Fuji Reveal 2.0
Fully-Tests
MB Ghost AMR Plus 5900
Fully-Tests
MB KTM Bark 40
Fully-Tests
MB Poison Acetone T 2012 XT
Fully-Tests
MB Radon Slide AM 7.0
Fully-Tests
MB Rose Granite Chief 4
Fully-Tests
MB Stevens Glide SX
Fully-Tests

Im Fokus: die Rahmen der Test-Bikes

Das leichteste Chassis im Test bietet Poison mit 3010 g (inkl. Dämpfer), verzichtet jedoch auf Detaillösungen wie Zugverlegung für die Vario-Stütze, Steckachse oder innen verlegte Züge. Dass man solche Features auch in dieser Preisklasse erwarten darf, zeigen KTM und Rose. Sehr schwer fällt der Ghost-Rahmen mit 3650 g aus, bietet dafür aber hohe Steifigkeitswerte.

Entscheidender als Gewicht und Steifigkeit sind für den All-Mountain-Genuss die Geometriedaten. Hier zeigt das Ghost mit steilem Sitzwinkel (74,5°) und flachem Lenkwinkel (67°) quasi das Ideal. Fuji und Bulls mit steilem 69°-Lenkwinkel haben eine (zu) „tourige“ Geo.

Flowige Trails, steile Rampen, schnelle Downhills und Abschnitte mit Anliegern und Sprüngen – auf der Teststrecke im Schwarzwald mussten sich die zehn AMs beweisen. Im Uphill preschten die Bikes von Bulls und Stevens voran, dicht gefolgt von Radon und Cube, die ebenfalls leichtfüßig und mit effizienter Sitzposition überzeugten. In den flachen Trail-Passagen gefielen die steilen Geometrien von Bulls und Fuji mit Agilität, auf rasanten Downhill-Passagen agierten beide jedoch zu nervös. Ghost, Rose und Cube pflügten mit langem Radstand und flachem Lenkwinkel wesentlich ruhiger durchs Gelände.

Den Mittelweg beschritten Canyon, KTM und Stevens, die verspielt und doch laufruhig durch Anlieger und über Sprünge tobten. In puncto Fahrwerk begeisterten vor allem die Viergelenker von Cube, Radon und Stevens: Antriebsneutral bergauf und dennoch gierig nach grobem Untergrund, beackerten diese den Trail. Unsensibel hingegen agierten die Hinterbauten von Poison und Fuji. Die insgesamt besten Bikes?Den Testsieg sichert sich Radon mit top Parts und ausgewogenem Handling. Cube gebührt dank des tollen Hinterbaus der Kauftipp.

Zehn All-Mountain-Bikes um 2.000 Euro im Test

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Gewichte und Steifigkeiten der Test-Bikes

Die Gewichtstabelle verrät, in welchen Bereichen­ Tuningpotenzial steckt. Die zweite Tabelle gibt Aufschluss über die Lenkkopfsteifigkeiten der Rahmen.

Gewichte: Rahmen und Gabel inklusive Steckachse und Remote-Hebel, sofern vorhanden. Laufradgewicht umfasst Laufradsatz, Felgenband, Schlauch, Mantel, Disc und ggf. Schnellspanner.

Zehn All-Mountain-Bikes um 2.000 Euro im Test

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MB 0612 Allmountains - Gewichte im Vergleich

Lenkkopfsteifigkeiten: Auf einem EFBe-Prüfstand misst MounatinBIKE die sogenannte Lenkkopfsteifigkeit der Bikes. Stevens liefert mit 102 Nm/° den Top-Wert. Beim Fuji wegen defekter Lager keine Messung möglich.

MB 0612 Allmountains - Lenkkopfsteifigkeit

Fazit und Ergebnisse

Sie driften über kurvige Trails, ballern ruhig durch schroffes Geröll und ziehen problemlos zum Sprung ab. Selbst bergan mangelt es ihnen nicht an Effizienz, sie streben antriebsneutral gen Gipfel.

Allerdings hat die Sache in der 2000-Euro-Klasse einen Haken – sprich das Gewicht. Denn schwere Parts drücken den Zeiger der Waage nach oben – im Durchschnitt sogar auf satte 13,3 Kilo. Bergab ist dies kein Problem, bergauf aber schon. Und auch die Spritzigkeit leidet.

Der Blick über den Tellerrand auf die 2000-Euro-Liga der Tourenfullys kann folglich nicht schaden. Auch diese Bikes bieten sichere und souveräne Fahreigenschaften bergab und rollen zügig bergan – ein Tourer ist im Schnitt fast ein Kilo leichter als ein All-Mountain-Bike.

Wer jedoch kompromisslos „shredden“ will, der nimmt das Mehrgewicht gern in Kauf und findet in diesem Test ein durchdachtes All-Mountain zum fairen Preis.

Zehn All-Mountain-Bikes um 2.000 Euro im Test

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Die Testergebnisse im Überblick:

Name des Bikes/Link zum Testbericht Gewicht Preis Testurteil
Bulls Wild Mojo 2 12,9 kg 1.999 Euro Sehr gut
Canyon Nerve AM 7.0 13,5 kg 2.198 Euro Sehr gut
Cube AMS 150 Pro (Kauftipp) 13,0 kg 1.999 Euro Sehr gut
Fuji Reveal 2.0 13,3 kg 2.099 Euro Befriedigend
Ghost AMR Plus 5900 13,9 kg 2.299 Euro Sehr gut
KTM Bark 40 13,7 kg 1.999 Euro Gut
Poison Acetone T 2012 XT 13,1 kg 2.299 Euro Sehr gut
Radon Slide AM 7.0 (Testsieger) 13,4 kg 1.999 Euro Sehr gut
Rose Granite Chief 4 13,0 kg 1.999 Euro Sehr gut
Stevens Glide SX 12,8 kg 2.199 Euro Sehr gut
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