Mountainbikes im Test

Testbericht: YT Jeffsy 27 AL (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn MountainBike All Mountain Test 2018
Wer sein All-Mountain-Heil vor allem bergab sucht, wird kaum ein besseres Bike finden als das YT Jeffsy. Handling wie Fahrwerk brillieren im Downhill, auch die Parts sind dafür klasse. Bergauf gibt es aber schnellere AMs.
Zu den getesteten Produkten

Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Rahmen und Bike eher schwer

Testurteil

Kauftipp Testurteil sehr gut
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Gut, wer Downhill- und Freeride-Stars wie Aaron Gwin, Cam Zink oder Andreu Lacondeguy unter Vertrag hat (dazu Newcomer wie Vali Höll oder Legenden wie Brett Tippie), muss Wert auf eine gescheite Bergab-Performance legen!

Das noch recht junge Jeffsy AL macht keine Ausnahme, das zeigt der Blick aufs Geometrie-Chart: Es ist klar das längste und flachste Bike im Test, der Radstand steht bei fast 1200 mm (Größe M), der Lenkwinkel superflach bei 65° – das verspricht brachiale Spurtreue auch im Gröbsten.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike All Mountain Test 2018

Die E13-Kassette bietet „nur“ elf Gänge, mit 9–46 Zähnen, aber eine enorme Bandbreite von 511 Prozent. Srams Eagle hat 500 Prozent.

Wem das zu viel des Guten ist, kann die Geo mittels Flip-Chip an der Dämpferaufnahme 0,5° steiler stellen – nicht viel, aber dennoch spürbar. Hinein ins Trail-Getümmel, und da schlägt sich das YT durch wie dereinst Rambo durch den Dschungel.

Auch heftigstes Gerumpel bringt das Jeffsy nie aus der Ruhe, stoisch, einem Enduro gleich, hält es Kurs. Das tolle Race-Face-Cockpit, die kräftige Sram-Vierkolbenbremse und die bissstarken Maxxis-Reifen tragen ebenso zur bockstarken Downhill-Leistung bei wie das gefräßige Fahrwerk.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike All Mountain Test 2018

Wie am Votec lassen sich mittels eines Flip-Chips an der Dämpferaufnahme die Winkel verändern, und zwar um 0,5°.

Apropos: Aus Versehen lieferte uns YT das 2299 Euro günstige 27 AL nicht mit den eigentlich vorgesehenen preiswerteren Fox-Federelementen, sondern mit teureren Rock-Shox-Parts aus. Da die Fox- Parts aber kaum schlechter sind, haben wir das YT so im Test belassen, aber minimal Punkte abgezogen.

Das Gipfel- und das damit verbundene Abfahrtsglück muss man sich jedoch härter erarbeiten. Mit 14 Kilo ist das steife YT alles andere als ein Leichtgewicht, auch die wuchtigen Pneus und der leicht wippende Viergelenker-Hinterbau kosten Körner.

Zudem fällt der Berggang trotz der breitbandigen E13-Kassette recht dick aus, dafür ist die Traktion vorzüglich, auch die Tretposition passt.

Technische Daten des Test: YT Jeffsy 27 AL

Modelljahr: 2018
Preis: 2299 Euro
Gewicht: 14,0 kg
Rahmengewicht: 3568 g
Federgabel: 1841 g
Gewicht Laufräder: 4869 g
Vertriebsweg: Direktvertrieb
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 85,3 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Rhythm
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Fox Float DPS Evol Performance
Federweg getestet: 140 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 32 Zähne vorne, 9–46 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano SLX
Schalthebel: Shimano SLX
Kurbel: Race Face Aeffect SL
Umwerfer: -
Bremse: Sram Guide R
Bremsen-Disc vorne: 200 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: E*thirteen TRS+(Vario, 150 mm)
Vorbau: Race Face Aeffect 50 mm
Lenker: Aeffect 780 mm
Naben: DT Swiss M1900 Spline
Felgen: -
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Maxxis High Roller II Exo TR 2,4"
Testurteil: Sehr gut (213 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Wer sein All-Mountain-Heil vor allem bergab sucht, wird kaum ein besseres Bike finden als das YT Jeffsy. Handling wie Fahrwerk brillieren im Downhill, auch die Parts sind dafür klasse. Bergauf gibt es aber schnellere AMs.

01.08.2018
Autor: Andre Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018