Mountainbikes im Test

Testbericht: Stevens Whaka ES (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn
Mit dem Stevens Whaka erhält der All-Mountaineer ein solides, sehr steifes, verlässliches 150-mm-Fully, das mit 2 x 11 Gängen und leichten Laufrädern auch vor dem Alpen-X nicht zurückschreckt. Andere Bikes fahren sich aber spaßiger.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Im Vergleich etwas „brav“
  • Sattelstütze kaum versenkbar

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Mit dem Whaka hat sich Stevens als Trendsetter bewiesen. Es war eines der ersten All-Mountains auf 27,5"-Rädern, auch mit einer 27,5-Plus-Variante waren die Hamburger früh dran. Und heute? Zeigt das Stevens Whaka noch immer moderne Werte. Der Lenkwinkel steht sehr flach bei 66°, die Kettenstreben sind kurz, das Tretlager ist tief angesetzt. Lediglich Reach und Oberrohr sind nach moderner Lesart (zu) kurz.

Foto: Benjamin Hahn

Gut geschützt. Ausreichend dicke Gummischoner bewahren die Strebe sowohl von unten wie von oben vor Kettenschlagen.

Stevens kaschiert dies ein wenig mit einem vergleichsweise langen 65-mm-Vorbau – auf den anderen 27,5"-Kandidaten fühlten wir uns dennoch zentraler, tiefer ins Bike integriert. Sowohl beim Kurventanz wie auch im Vortrieb fehlt so der letzte Pfiff. Gut voran kommt man dennoch mit dem Waterkant-Bike.

Mit 13,8 Kilo liegt es (auch aufgrund des schweren, jedoch sehr steifen Alu-Rahmens) nur knapp unter der 14-Kilo-Marke, dafür sind die DT-Swiss-Laufräder angenehm leicht, die Schwalbe-Pneus ebenfalls vortriebsfreudig. Dazu passt der viergelenkige Hinterbau: hoch im Hub stehend, fast gar nicht wippend, bei reichlich Traktion. Wurzelige, steinige Uphills erklimmt das Stevens Whaka entsprechend fleißig, nicht leichtfüßig, aber geschickt hochdampfend. Und dank Shimano- XT-Schaltung mit 2 x 11 Gängen hat der Stevens-Kapitän auch für alle Gegebenheiten genug Bandbreite an Bord.

Foto: Benjamin Hahn

Das „Raw“-Finish und die dicken Schweißnähte wirken etwas grobschlächtig, verleihen dem Whaka aber auch Charakter.

Geht’s wortwörtlich abwärts, zeigt das Stevens Whaka erneut seriöse All-Mountain-Performance. Das Handling ist einen Tick indirekter als bei der Konkurrenz, aber stets vorhersehbar und sicher, und das 150-mm-Fahrwerk mit Fox-Performance-Federelementen glänzt: harmonisch, feinfühlig, mit viel Reserven.

Bei der wenig spektakulären, aber soliden Ausstattung stört die mangelhafte Versenkbarkeit der Sattelstütze: Bei der Vario-Stütze konnten wir nicht den ganzen Hub von 125 mm nutzen.

Technische Daten des Test: Stevens Whaka ES

Modelljahr: 2018
Preis: 3299 Euro
Gewicht: 13,8 kg
Rahmengewicht: 3480 g
Federgabel: 1855 g
Gewicht Laufräder: 4387 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 16", 18", 20"
Getestete Rahmenhöhe: 18"
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 94,1 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Performance
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Fox Float DPS Evol
Federweg getestet: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36/26 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock Cruxi (Vario, 125 mm)
Vorbau: Spank Oozy 65 mm
Lenker: Spank Oozy 760 mm
Naben: DT Swiss M1700 Spline Two
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic TLE 2,35"
Testurteil: Sehr gut (201 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

20.04.2018
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018