Mountainbikes im Test

Testbericht: Specialized Stumpjumper ST Comp Carbon 29 (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test
Die Neuauflage des Stumpjumpers ist für Touren- und Trail-Fans einmal mehr ein Gedicht. Das Handling brilliert, der Fahrspaß ist maximal und das Fahrwerk akkurat. Die etwas geringe Rahmensteifigkeit gilt es vorab abzuchecken.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Geringe Rahmensteifigkeit

Testurteil

Testurteil sehr gut Testsieger

„Autosag“-Ventil zur Dämpferabstimmung, mitdenkendes „Brain“-Fahrwerk – bekannte Specialized-Gimmicks, die an der taufrischen 2019er Generation des Stumpjumpers fehlen. Und dennoch gibt es am Stumpi viel zu entdecken. Erst mal, dass es überhaupt eine ST-Version ist, die im Vergleich zum „Standard-Stumpi“ weniger Federweg besitzt – und quasi das Camber ersetzt.

Dann ist da die lässige einseitige Verstrebung am Federbein. Oder der pfiffige Kettenstrebenschutz. Und „SWAT“ ist wieder dabei: Im Unterrohr ist eine Art Kofferraum für Kleinkram, die Abdeckung dient als Tool- und Flaschenhalter.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test

Ruhe bitte! Ein spezielles „Hügel“-Design des Strebenschutzes eliminiert jegliches Kettengeklapper – Detail-Liebe à la Specialized.

Mit den serienmäßigen „Innereien“ (Tool, Schlauch etc.) wiegt das alles fast 500 g, was wir bei der Bewertung des Gewichts berücksichtigt haben. Und da verblüfft der Voll-Carbon-Rahmen: 2800 g inklusive Dämpfer und SWAT sind super! Dafür ist die Rahmensteifigkeit gering. Für unsere je um 70 Kilo wiegenden Tester kein Problem, schwere Biker sollten Probe fahren.

Stichwort fahren: Das Stumpjumper ist einmal mehr der Hammer! Man sitzt tief, ideal eingebettet im Rad. Das Handling ist brillant, wendig-agil im Langsamen, spurtreu-sicher im Schnellen, das ganze Bike ein Freudenspender, eine Trail-Maschine der Extraklasse.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test

Vom Downhill-Bike namens Demo abgeschaut: Ums Federbein gibt es nur rechtsseitig eine Verstrebung. Das spart Gewicht.

Zur Traum-Geo gesellt sich ein toll arbeitendes Fox-Fahrwerk: nicht hypersensibel, aber jederzeit Herr der Lage, aktiv, mit viel Gegendruck. Berghoch wippelt das Heck leicht, aber tolerierbar – der Anti-Wipp-Hebel am Dämpfer ist aber gut erreichbar.

Davon ab brillieren auch im Uphill die Position im Bike und die enorme Traktion, die extrem stabilen Reifen treiben aber das Laufradgewicht hoch.

Die Parts sind Specialized-typisch bunt gemischt, sinnvoll (Vario-Stütze mit viel Hub, bergtaugliche 1 x 11-Übersetzung, Bremsen mit großen Discs), aber ohne Chance auf den „Nobel“-Preis.

Technische Daten des Test: Specialized Stumpjumper ST Comp Carbon 29

Modelljahr: 2018
Preis: 3999 Euro
Gewicht: 13,9 kg
Rahmengewicht: 2799 g (je inkl. SWAT) g
Federgabel: 1980 g
Gewicht Laufräder: 5102 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 58,3 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Rhythm
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Fox Float Evol DPS Performance
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 11–46 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX
Kurbel: Race Face Aeffect SL
Umwerfer: -
Bremse: Shimano SLX
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: X-Fusion Manic (Vario, 150 mm)
Vorbau: Specialized 45 mm
Lenker: Specialized 780 mm
Naben: Specialized
Felgen: Roval Traverse 29
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Specialized Butcher/Purgatory Grid 2Bliss 2,3"
Testurteil: Sehr gut (224 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Die Neuauflage des Stumpjumpers ist für Touren- und Trail-Fans einmal mehr ein Gedicht. Das Handling brilliert, der Fahrspaß ist maximal und das Fahrwerk akkurat. Die etwas geringe Rahmensteifigkeit gilt es vorab abzuchecken.

01.08.2018
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018