Mountainbikes im Test

Testbericht: Specialized S-Works Epic HT Di2 (Modelljahr 2017)

Foto: Det Göckeritz MOUNTAINBIKE Specialized S-Works Epic HT Di2
Wow! Wir hatten mit einem tollen, neuen Specialized-Hardtail gerechnet – aber gleich mit einem so hammergeilen? Das Specialized S-Works Epic HT Di2 glänzt auf dem Prüfstand mit teils exorbitanten Werten, steckt voller technischer Gimmicks und fährt sich hinreißend.
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Testurteil

Testsieger Testurteil überragend

Denksport! Peter Denk, einst der große Carbon-Versteher bei Scott und Cannondale, forscht und arbeitet inzwischen für Specialized. Und das hat Folgen, ...

Foto: Det Göckeritz MOUNTAINBIKE Specialized S-Works Epic HT Di2 Lenkkopfbereich

Alles fließt! Der ultrasteife (123,4 Nm/°) Lenkkopfbereich sieht herrlich organisch aus, Ober- und Unterrohr gehen quasi kantenlos von ihm ab.

... denn das neue Specialized S-Works Epic HT Di2 revolutioniert die Hardtail-Philosophie der US-Amerikaner. Beginnend beim Namen: Hieß der Vorgänger noch Specialized Stumpjumper HT, ist das neue Specialized S-Works Epic HT Di2 namensverwandt mit dem Racefully Specialized Epic FSR.

Wichtiger aber ist die Pracht, die dahinter steckt. Waren Specialized-Hardtails zuletzt weder arg leicht noch sehr steif, knallt das Specialized S-Works Epic HT Di2 Traumwerte auf den Prüftisch. Der Rahmen wiegt gertenschlanke 946 g und damit den Hauch von 8 g mehr als der Rahmen des Scott Scale RC 900 SL. Die Steifigkeiten sind exorbitant: klarer Bestwert am wunderschönen Lenkkopf, hoher Wert am Tretlager. Lediglich der Komfortwert ist trotz der filigranen 27,2-mm-Sattelstütze eher mittelprächtig.

Foto: Det Göckeritz MOUNTAINBIKE Specialized S-Works Epic HT Di2 Gummipuffer

Das tief gezogene Unterrohr könnte bei extremem Lenkeinschlag, etwa bei einem Sturz, mit der Gabelkrone touchieren. Kleine Gummi- Puffer schützen davor.

Davon abgesehen schmeichelt das Specialized S-Works Epic HT Di2 dem Auge mit hinreißender Linienführung, der Tecknik-Fan begeistert sich an den genialen Details wie einem Einschlagbegrenzer oder dem im Steuersatz verborgenen Kettennieter oder der durchdachten Zugführung oder, oder, oder ...

Das Komplettrad kostet 9000 Euro – ein Schock fürs Sparbuch. Dafür gibt es aber das Allerbeste: Shimanos brillante Elektroschaltung XTR Di2 (2 x 11 Gänge, mit nur einem Schalthebel und automatischem Umwerfer), gemixt mit Race-Face-Carbon-Kurbel, dazu SID-Gabel von Rock Shox mit hauseigener Brain-Anti-Wipp-Technik sowie superleichte Carbon-Rundlinge von Roval.

Und wie fährt’s sich? Antwort: hammergeil!

Foto: Det Göckeritz MOUNTAINBIKE Specialized S-Works Epic HT Di2 Mini-Tool

Auch das Specialized S-Works Epic HT Di2 bietet die genialen „SWAT“-Details. So versteckt sich im Steuersatz ein Kettennieter, unter dem Flaschenhalter sitzt ein hochwertiges Mini-Tool.

Das Leichtgewicht (8,8 Kilo inkl. SWAT-Parts) steckt voller Vorwärtsgier, beschleunigt dank der leichten Räder höchst feurig und klettert, als wäre es aus reinem Adrenalin geformt – mit herausragend viel Druck auf Pedal und Front. Geht es in der Abfahrt ans Eingemachte, ist das Handling durch den steileren 70°-Lenkwinkel, die straff abgestimmte 90-mm-Gabel und die bocksteife Front einen Tick direkter, fordender als beim Canyon Exceed CF SLX 9.9 SL und dem Scott Scale RC 900 SL.

Fahrer, die diesen Anspruch erfüllen, werden das Specialized S-Works Epic HT Di2 inbrünstig lieben: Geradezu lüstern zwirbelt es ums Eck, schneidet präzise wie ein Skalpell, wird dabei nie unsicher.

Technische Daten des Test: Specialized S-Works Epic HT Di2 (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 8999 Euro
Gewicht: 8,7 kg
Rahmengewicht: 946 g
Federgabel (Gewicht): 1496 g
Gewicht Laufräder: 3373 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 123,4 Nm/°, 122,3 N/mm
Federgabel: Rock Shox SID World Cup Brain
Federweg getestet: 90 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36/26 Zähne vorne, 11–40 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XTR Di2
Schalthebel: Shimano XTR Di2
Kurbel: Race Face Next SL
Umwerfer: Shimano XTR Di2
Bremse: Shimano XTR Race
Bremsen-Disc vorne: 160 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: S-Works FACT Carbon 27,2 mm
Vorbau: S-Works SL 90 mm
Lenker: Specialized Mini-Rise 720 mm
Naben: Roval Control SL Carbon
Reifen: Specialized Fast Track Gripton 2Bliss 2,3"/2,1"
Testurteil: Überragend (234 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

30.10.2017
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017