Mountainbikes im Test

Testbericht: Specialized Fuse Expert 6Fattie (Modelljahr 2017)

Foto: Daniel Geiger MTB-Test Trail-Hardtails
Das Specialized Fuse Expert 6Fattie besticht mit ausgezeichneter Geometrie und eingebautem Fahrspaß. Die teils schwachen Parts und das hohe Gesamtgewicht aber trüben den guten Eindruck etwas.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Rahmen/Bike sehr schwer
  • Teils schwächere Parts

Testurteil

Testurteil gut

Mit dem Fuse zeigte Specialized im Jahr 2015 eines der ersten 27,5-Plus-Bikes überhaupt. Und gleichzeitig eines der ersten Trail-Hardtails neuester Prägung. Typisch für die US-Marke: Die Geometrie des Specialized Fuse ist ausgezeichnet gelungen, die Mischung aus Spurtreue und Verspieltheit nahezu perfekt. Der Fahrer steht tief im (recht schweren!) Alurahmen, kann das Bike flink durchs Gelände zirkeln lassen.

Foto: Daniel Geiger MTB-Test Trail-Hardtails

Die Avid DB3 Trail gehört zwar zu den älteren Semestern, hat vorne aber vier Kolben und damit ordentlich Bremskraft.

Klar fordern die fetten 3,0"-Specialized-Pneus etwas mehr Nachdruck beim Lenken, dafür lassen sie Traktion und Grip quasi nie vermissen, ziehen auch bei aggressiven Kurvenlagen willig mit. Vollends glücklich waren wir mit dem Handling dennoch nicht, die Kombi aus Reifen, Felgen und Heck war uns eine Spur zu hart, zu wenig vertikal exend. So sendet das Specialized Fuse Expert 6Fattie die Schläge des Bodens manchmal wieder zurück und verlangt dem Fahrer Extraarbeit ab, wenn er die Spur halten möchte. Nicht supersensibel, aber solide und durchaus schluckfreudig arbeitet sich dafür die Manitou-Magnum-Federgabel am Gelände ab.

Foto: Daniel Geiger MTB-Test Trail-Hardtails

Ungewöhnlicher Look: Die Kettenstrebe teilt sich am Hinterbauansatz. Das soll vor allem der Reifenfreiheit dienen.

Überrascht hat uns, dass das mit 13,6 Kilo klar schwerste Bike im Test im ersten Moment rollfreudig wirkt. Der Fahrer sitzt angenehm sportlich, tritt dank des 74°-Sitzwinkels schön effizient auf die Pedale, die Reifen bieten enorme Antriebstraktion (bei aber hohem Rollwiderstand). Den Eindruck verspielt das Specialized Fuse jedoch schnell, weil die schweren Laufräder viel von der eingesetzten Kraft auffressen.

Auch in Sachen Antrieb heißt es Abstriche zu machen: So schaltet die Sram GX zwar angenehm flüssig, mit 1 x 10 Gängen ist die Bandbreite aber spürbar eingeschränkt. Der Berggang verlangt mit einer 30:40-Untersetzung ebenfalls stramme Waden. Erstaunlich stark performt dafür die billig wirkende Avid-DB3-Trail-Bremse, da sie vorne mit vier Kolben verzögert. Auch die preisgünstige Vario-Stütze funktioniert gut.

Technische Daten des Test: Specialized Fuse Expert 6Fattie (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 1999 Euro
Gewicht: 13,6 kg
Rahmengewicht: 2230 g
Federgabel (Gewicht): 2249 g
Gewicht Laufräder: 5410 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 94,4 Nm/°
Federgabel: Manitou Magnum Comp
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 10: 30 Zähne vorne, 11–40 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX
Schalthebel: Sram GX
Kurbel: Specialized Stout XC Pro
Umwerfer: -
Bremse: Avid DB3
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: TranzX (Vario, 125 mm)
Vorbau: Specialized 60 mm
Lenker: Specialized 770 mm
Naben: Stout XC Pro
Felgen: WTB Scraper i45
Reifen: Specialized Butcher Grid Gripton 2,8"
Testurteil: Gut (181 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

01.03.2018
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017