Mountainbikes im Test

Testbericht: Specialized Epic S-Works FSR (Modelljahr 2011)

Specialized Epic S-Works FSR
Das Epic S-Works ist mit starker Geometrie, ausgefeilter Ausstattung und Top-Fahrwerk ein großer Wurf. Doch die Federelemente präsentierten sich diesmal nicht in Top-Form.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Klackernde Gabel, Brain-Funktion nicht auf bekanntem Niveau

Testurteil

Testurteil sehr gut

Ständig damit beschäftigt, Geschwindigkeitsrekorde zu brechen. In der Tat hält sich der Rennbolide nicht lang zurück. Motor dafür ist die einstimmig als gelungen empfundene Geometrie, die alles kann: kraftvoll auch auf dem großen 39er-Blatt steile Anstiege hochpreschen, technische Trails nehmen oder einfach im Highspeed-Modus bergab rasen. Die Geometrie-Koordinaten sind dafür gut gestellt: Der steile Sitzwinkel (74°) pusht das starke Kletterverhalten, kurze Kettenstreben (424 mm) fördern die Wendigkeit.

Draufsitzen, wohlfühlen und los! Kein Bike verquickt lebendiges Trail-Handling und sportives Race-Feeling so traumwandlerisch – auch wenn den MB-Testern (um 175 cm) das groß ausfallende „L“-Bike für zackig-schnelle Trail-Twists im Vergleich zum Rocky zu lang war. Größe M stand zum Testzeitraum noch nicht zur Verfügung. Dennoch manövrierte das Epic exakt auch durch harte Trails, bewies seine überragenden Handlingqualitäten: Wenn es die Geländesituation erfordert, lässt es sich das gewisse Quäntchen selbstverständlicher als das Rocky in die nächste Kurve legen.

Grundsätzlich begünstigen der antriebsneutrale Viergelenk-Hinterbau und die ­Future-Shock-Gabel solch spaßige Manöver, ließen die MB-Crew allerdings gleichzeitig irritiert zurück. Die Sensibilität der Luftfederelemente lag nicht auf dem gewohnt hohen Niveau. Beide arbeiten mit der Specialized-eigenen „Brain“-Technik: Mittels eines justierbaren Massenträgheitsventils reagiert die Federung abhängig von der Einstellung nur auf Geländeeinflüsse und nicht auf Gewichtsverlagerungen des Fahrers.

Das funktioniert in der Regel auf höchstem Niveau, beim Testbike blieb die Brain-Verstellung vor allem an der Gabel aber über einen weiten Bereich wirkungslos, zudem verhärtete die Forke bei schnellen, harten Schlägen. Großes Augenmerk richteten die Specialized-Entwickler beim 2011er-Epic auf die Steifigkeiten – ein kleiner Kritikpunkt am Vorgänger. So bekam der Hinterbau eine zusätzliche Querstrebe und eine modifizierte X12-Steckachse spendiert.

Mit Erfolg, die Tret­lagersteifigkeit wurde um gut 20 Prozent gesteigert. Gut abgeschmeckt sind die Parts. Paradebeispiel: der 2x10-Antrieb mit steifer Carbon-Kurbel und komplett nutzbarer 11–36er-Kassette, der im Uphill unterstützt, in der Ebene genug Tempo erlaubt.

Technische Daten des Test: Specialized Epic S-Works FSR

Modelljahr: 2011
Preis: * ca. 7000 Euro
Gewicht: 10,0 kg
Rahmengewicht: ** 2374 g
Federgabel (Gewicht): 1445 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S/M/L/XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Federgabel: Specialized Future Shock E 100
Federweg getestet: 98 (vorn) mm
Federbein: Specialized/Fox Mini Brain
Federweg getestet: 91 (hinten) mm
Lenkwinkel: 70,5 °
Sitzwinkel: 74,5 °
Sitzrohr: 469 mm
Oberrohr: 613 mm
Steuerrohr: 154 mm
Schaltwerk: Sram XX
Schalthebel: Sram XX
Kurbel: S-Works Fact Carbon
Umwerfer: Sram XX
Bremse: Avid XX R
Bremsen-Disc vorne: 185 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Laufräder: Rovale Controle SL XC (System)
Reifen: Fast Track LK 2“/Renegade 1,9“
Tretlagersteifigkeit: 142,5 N/mm
Lenkkopfsteifigkeit: 68,6 Nm/°
Steifigkeit/Gewicht-Index: 88,9
Komfort: -

* Preis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest ** inkl. Dämpfer

Fazit

Das Epic S-Works ist mit starker Geometrie, ausgefeilter Ausstattung und Top-Fahrwerk ein großer Wurf. Doch die Federelemente präsentierten sich diesmal nicht in Top-Form.

02.11.2010
Autor: Florian Storch
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2010