Mountainbikes im Test

Testbericht: Specialized Epic FSR Comp Carbon (Modelljahr 2018)

Foto: Axel Brunst

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Auch für die Rennmaschine der Amerikaner gilt: mehr Bumms! Specialized hat die Geometrie des Epic auf die immer anspruchsvoller werdenden CC-Kurse angepasst und beim Rahmengewicht abgespeckt.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Für ein Racebike etwas schwer

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Optisch sieht das neue Specialized Epic seinem Vorgänger zwar ähnlich, dennoch hat Specialized dem 29"-Racefully eine gehörige Frischzellenkur verpasst, die den Ansprüchen der Zeit Genüge trägt. Der Lenkwinkel ist flacher, der Sitzwinkel steiler, der Hauptrahmen ein wenig länger und das Heck ein bisschen kürzer geworden. Eine Geometrie, geschaffen für die modernen CC-Rennstrecken, die ja bekanntlich immer ruppiger werden. Das sollte für das Specialized Epic kein Problem mehr sein.

Foto: Axel Brunst

Für Racefullys mittlerweile typisch, fehlt das Lager am Hinterbauende. Die Streben sind so geformt, dass sie durch Flexen die Bewegung des Gelenks übernehmen.

Es liegt für ein Racefully äußerst ausgewogen und spurtreu auf dem Trail, zirkelt höchst geschmeidig von Turn zu Turn. Zentral im Bike positioniert, haben wir uns auf dem US-Racer immer sicher gefühlt und hatten den Trail voll im Griff – trotz des etwas langen Vorbaus. Zum Teil ist das auch dem Fahrwerk zu verdanken, das mehr Reserven vermittelt, als bei 100 mm Federweg zu erwarten sind. Die Reba-Gabel arbeitet zwar bisweilen arg straff, das Heck zeigt dagegen viel Schluckfreude.

Gesteuert vom runderneuerten und verkleinerten Brain-System an der Hinterachse, brilliert der Hinterbau ohnehin in allen Lagen. Richtig eingestellt, gibt das Massenträgheitsventil den Federweg nur bei Schlägen von unten frei, zeigt sich von Pedaliereinflüssen dagegen unbeeindruckt. Selbst wenn der Fahrer bergauf mächtig ins Pedal hämmert, steht das Heck stramm, verliert dennoch nie die Traktion – toll!

Foto: Axel Brunst

Pfiffig: Der Dämpfer lässt sich per Autosag-Ventil auch für Fully-Novizen problemlos abstimmen.

Dass dem 3999 Euro teurem Specialized Epic FSR Comp dennoch spürbar die Spritzigkeit fehlt, liegt am für die Preiskategorie hohen Gesamtgewicht von 11,6 Kilo. Speziell die Laufräder sind für ambitionierte Renneinsätze zu schwer, kommen trotz rollfreudiger Specialized-Reifen nur langsam in Fahrt. Überhaupt ist die Ausstattung zwar durchaus stimmig, jedoch angesichts des Preises etwas dürftig. Aber der leichte, top gemachte, detailreiche Carbon-Rahmen ist ja eine feine Basis für spätere Tuning-Maßnahmen.

Technische Daten des Test: Specialized Epic FSR Comp Carbon (Modelljahr 2018)

Preis: 3999 Euro
Vertriebsweg: Fachhandel
Gewicht: 11,6 kg
Rahmengewicht: 2197 g
Federgabel (Gewicht): 1609 g
Gewicht Laufräder: 4239 g
Verfügbare Rahmenhöhen: XS, S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 64,5 Nm/Grad
Federgabel: Rock Shox Reba RL
Federweg getestet: 100 mm
Federbein: Rock Shox/Specialized Micro Brain
Federweg getestet: 100 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 10–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX
Schalthebel: Sram GX
Kurbel: Race Face Aeffect
Umwerfer: -
Bremsen vorne/hinten: Sram Level TL 180/160 mm
Sattelstütze: Specialized
Vorbau: Specialized 90 mm
Lenker: Specialized 720 mm
Naben: Specialized
Felgen: Roval Control
Reifen: Specialized Fast Trak Gripton 2,3"/2,1"

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Selten fuhr sich ein Racefully so ausgewogen und sicher wie das neue Specialized Epic. Dank seiner famosen Geometrie liegt das Specialized Epic spurtreu auf dem Trail, wirbelt dennoch wendig-agil um Kurven. Das Glanzstück ist aber das Brain-Fahrwerk, das in allen Trail-Lagen brilliert.

19.12.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE