Mountainbikes im Test

Testbericht: Specialized Camber Comp Carbon 29 (Modelljahr 2017)

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Specialized Camber Comp Carbon 29
So wie das Specialized Camber Comp Carbon 29 muss ein gutes Tourenfully sein. Das straffe Heck liefert beim Kurbeln viel Effizienz und bietet im Downhill Reserven. Dazu verwöhnt das präzise Handling.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Gabel nicht auf Top-Niveau

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Das Specialized Camber setzte 2016 bereits in unserem Dauertest eine ordentliche Duftmarke. Dennoch hat Specialized trotz der überzeugenden Performance im zweiten Modelljahr eine wesentliche Veränderung vorgenommen: Das Specialized Camber Comp Carbon 29 fährt 2017 in allen Modellvarianten ohne Brain-Technik. Bei dieser steuert(e) ein Massenträgheitsventil den Einsatz des Hinterbaus, der auf Stöße von unten, aber nicht auf Antriebseffekte reagierte.

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Specialized Camber Comp Carbon 29 Stauraum

Unter der „SWAT“-Klappe des Flaschenhalters versteckt: Stauraum für Tools, Pumpe, Schlauch oder einen Riegel.

Unserer Meinung nach keine schlechte Entscheidung: Das Specialized Camber Comp Carbon 29 braucht die Technik nicht. Der Hinterbau des Testbikes arbeitet auch ohne Brain bestens. Das eher straffe Fahrwerk presst das Hinterrad im Uphill förmlich auf den Boden, gibt bei Hindernissen angenehm nach. So zieht das Specialized Camber Comp Carbon 29 bergauf schnurgerade seine Bahnen.

Mit den schweren Laufrädern hat der Fahrer beim Beschleunigen ein bisschen zu schaffen, dafür ist die Traktion der hauseigenen Reifen – vorne Purgatory, hinten Ground Control – in diesem Testfeld kaum zu schlagen. Entsprechend geschickt und schubstark klettert das Specialized Camber Comp Carbon 29.

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Specialized Camber Comp Carbon 29 Hinterbau

Der Hinterbau des Specialized Camber Comp Carbon 29 arbeitet so effektiv, dass Specialized die Brain-Technologie für 2017 getrost weglassen kann.

Im Downhill verlangt der nicht so sensible Hinterbau schon ein wenig nach einer härteren Gangart, bevor er in die Puschen kommt. Wenn er arbeitet, kann sich der Biker aber auf die aktive Federung und die Reserven verlassen. Etwas Nervosität kommt über die Front auf, wo trotz nicht zu steilem Lenkwinkel die Revelation-Gabel von Rock Shox mit dem Heck nicht ganz mithalten kann.

Generell prescht das Specialized Camber Comp Carbon 29 aber laufruhig geradeaus, in Kurven geht es mit der Gelassenheit weiter. Ein wendiger Flitzer ist das Specialized Camber Comp Carbon 29 wegen der trägen Laufräder nicht, es gleitet aber präzise und mit viel Grip um die Kehren – was teils wieder den Reifen zu verdanken ist.

Sonst kommt das Specialized Camber Comp Carbon 29 nicht gerade mit Top-Ausstattung, aber mit soliden Parts daher: Race-Face-Aeffect-Kurbel, Shimano-XT-/SLX-Schaltung (2 x 11), Deore-Bremse.

Technische Daten des Test: Specialized Camber Comp Carbon 29 (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 3699 Euro
Gewicht: 13,6 kg
Rahmengewicht: 3025 g
Federgabel (Gewicht): 1831 g
Gewicht Laufräder: 4650 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 62,9 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Revelation RL
Federweg getestet: 120 mm
Federbein: Fox Float DPS Performace
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36/26 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX
Kurbel: Race Face Aeffect
Umwerfer: Sram GX
Bremse: Shimano Deore
Bremsen-Disc vorne: 203 mm (Gr. S/M: 180 mm)
Bremsen-Disc hinten: 180 mm (Gr. S/M: 160 mm)
Sattelstütze: Command Post IRcc (Vario, 125 mm)
Vorbau: Specialized 75 mm
Lenker: Specialized 750 mm
Naben: Specialized Disc
Felgen: Roval Traverse 29
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Specialized Purgatory 2,3"/Ground Control 2,3"
Testurteil: Sehr gut (204 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

08.02.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017