Mountainbikes im Test

Testbericht: Scott Spark 930 (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test
Anders als der Extremsportler Spark RC ist das „normale“ 29"-Spark ein fantastischer Allrounder, dem kein Weg zu lang, kein Berg zu steil und (kaum) eine Abfahrt zu grantig ist. Bis auf kleine Detail-Mängel ein tolles Trailbike.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Reifen rutschig, Lenker schmal

Testurteil

Testurteil sehr gut

Eigentlich hat das legendäre Spark seinen Ursprung ja im Sport-, weniger im Spaßbetrieb, auch heuer pulverisiert Cross-Country-Megastar Nino Schurter auf seinem Spark die Konkurrenz. Während Ninos Spark RC aber mit asketischen 100 mm Federweg aufwartet, können wir Trail-Ritter uns auf 120 mm am Spark 930 freuen.

Die Scott-typisch variabel sind: Mittels Doppel-Remote lässt sich das Fahrwerk vom Lenker aus einstellen. „Offen“ gibt es vorne/hinten den ungebremsten und vollen Hub, im „Traction“-Mode ist die Druckstufendämpfung je erhöht und am Heck liegen nur 85 mm an.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test

Verwirrende Auswahl? Durch 2-fach-Antrieb und Doppel-Fahrwerks-Remote wirkt das Cockpit ziemlich überfrachtet.

Ein weiterer Klick sperrt das Fahrwerk komplett. Das funktioniert zuverlässig, schnell und intuitiv. Kein Wunder, dass Scott seit eh und je daran festhält. Und überhaupt: Das Spark ist einmal mehr eine runde Sache.

Es ragt in diesem Testumfeld nirgends heraus (abgesehen davon, dass es als einziges Bike mit 2 x 11 Gängen und damit unschlagbarer Bandbreite kommt), aber es kann alles richtig gut, macht in jeder Situation viel Spaß, überfordert den Anfänger nicht, ohne den Profi zu langweilen.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test

Tief im Rahmen eingebettet und auf dem Kopf stehend: So thront der Scott-eigene Fox-Nude-Dämpfer mit drei Fahrwerksmodi.

In der Ebene und am Berg gefällt die akkurate Sitzposition, das Scott ist bestens ausbalanciert, auch im Steilen steigt oder tänzelt nix. Die eher leichte Laufrad-Reifen-Kombi beschleunigt freudig, das Gesamtgewicht könnte aber gerne niedriger sein: 13,8 Kilo sind okay, mehr nicht.

Geht es bergab, stört Letzteres natürlich weniger. Im Gegenteil: Das steife Spark behält den agilwendigen Charakter seiner nicht so arg lang geschnittenen Geometrie, dennoch liegt es sicher auf dem Trail.

Das wertige Fox-Performance-Fahrwerk agiert unauffällig-gut, das Handling ist unaufgeregt und berechenbar. An die Downhill-Brachialos von Kona & Co. reicht es aber nicht heran – auch durch die eher rutschigen Reifen und den zu schmalen Lenker.

Technische Daten des Test: Scott Spark 930

Modelljahr: 2018
Preis: 3799 Euro
Gewicht: 13,8 kg
Rahmengewicht: 3096 g
Federgabel: 1918 g
Gewicht Laufräder: 4685 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 99,6 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Performance Remote
Federweg getestet: 120 mm
Federbein: Fox Nude Evol Performance Remote
Federweg getestet: 85+120 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 34/24 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano SLX
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Fox Transfer Performance (Vario, 125 mm)
Vorbau: Syncros FL2.0 60 mm
Lenker: Syncros FL2.0 740 mm
Naben: Syncros XR2.5 CL
Felgen: Syncros XR2.5 CL
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Maxxis Forekaster Exo TR 2,35"
Testurteil: Sehr gut (212 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Anders als der Extremsportler Spark RC ist das „normale“ 29"-Spark ein fantastischer Allrounder, dem kein Weg zu lang, kein Berg zu steil und (kaum) eine Abfahrt zu grantig ist. Bis auf kleine Detail-Mängel ein tolles Trailbike.

01.08.2018
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018