Mountainbikes im Test

Testbericht: Scott Spark 920 (Modelljahr 2017)

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Scott Spark 920
Das an der Front flache und hinten kurze Scott Spark 920 bügelt für einen Tourer sehr spurtreu und agil durchs Gelände. Wenn die Laufräder mal Schwung haben, rollt es auch schnell.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Schwere Laufrad/Reifen-Kombi

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Das Scott Spark 920 setzt auf eine leicht veränderte Rahmenbasis im Vergleich zum Scott Spark RC, dem derzeit erfolgreichsten Fully im CC-Zirkus. Die Schweizer Rennmaschine wurde Doppel-Olympiasieger und räumte in unserem Racefullytest (12/2016) den Testsieg ab. Gleich vorweg: Die Version mit 120 mm Federweg kann mit den Race-Überfliegern nicht ganz mithalten, ist aber dennoch ein sehr gutes Bike.

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Scott Spark 920 Twinloc-Hebel

Der Twinloc-Hebel von Scott funktioniert zuverlässig. Er strafft/blockiert gleichzeitig Federgabel und -bein in zwei Stufen.

Obwohl die Sitzposition immer noch recht sportlich und lang ist, hat Scott die Geometrie so modifiziert, dass sich das Scott Spark 920 vom Racemodell abhebt. Vor allem betreffen die Veränderungen den flacheren Lenkwinkel und den dadurch längeren Radstand. Die zunächst gewöhnungsbedürftige, 67° flache Front bleibt nicht ohne Folgen: Im Downhill bügelt das Scott Spark 920 unglaublich spurtreu über Hindernisse, verleitet zum Vollgasfahren – für ein Tourenfully extraklasse!

Der mehrgelenkige Hinterbau kann mit der ausgesprochen schluckfreudigen Fox-34-Gabel in Sachen Reserven aber nicht ganz mithalten. Um enge Kehren zirkelt das sehr steife Scott Spark 920 nicht so geschickt wie das Canyon Neuron AL 9.9 oder das Merida One-Twenty 7000. Dennoch lässt es sich dank der kurzen Kettenstreben & flott und präzise manövrieren.

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Scott Spark 920 Fox-Nude-Federbein

Dämpfer im Kopfstand: Das speziell für Scott entworfene Fox-Nude-Federbein verbauen die Schweizer upside-down.

In Sachen Vortrieb haben wir die Gene der Rennmaschine Scott Spark RC vermisst. Die schwere Laufrad-Reifen-Kombi kommt nur träge ins Rollen. Außerdem könnte der Hinterbau mit dem für Scott angefertigten Fox-Nude-Dämpfer noch etwas antriebsneutraler sein. Es lohnt sich, das Fahrwerk via Twinloc-Hebel am Lenker zu straffen oder gar zu blockieren. Das Scott Spark 920 ist dann immer noch kein Racer, prescht die Anstiege dank griffiger Maxxis-Reifen aber traktionsstark hoch.

Die Ausstattung auf Shimano-SLX-Basis (2 x 11-Antrieb) mit vielen Syncros-Parts ist gemessen am Preis von 4000 Euro fragwürdig, aber funktionell.

Technische Daten des Test: Scott Spark 920 (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 3999 Euro
Gewicht: 13,0 kg
Rahmengewicht: 2682 g
Federgabel (Gewicht): 1852 g
Gewicht Laufräder: 4602 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 84,9 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Performance Remote
Federweg getestet: 120 mm
Federbein: Fox Nude Trunnion DPS Remote
Federweg getestet: 85+120 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 34/24 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX
Kurbel: Shimano SLX
Umwerfer: Shimano SLX
Bremse: Shimano SLX
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Fox Transfer Performance (Vario, 125 mm)
Vorbau: Syncros FL 1.5 70 mm
Lenker: Syncros FL 1.5 740 mm
Naben: Syncros XR 2.5
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Maxxis Forekaster Exo Speedmax 2,35"
Testurteil: Sehr gut (210 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

08.02.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017