Mountainbikes im Test

Testbericht: Scott Genius 940 (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn
Das (relativ) preiswerte Scott Genius 940 zeigt, was in diesem Bike steckt. Top Handling, feinstes Fahrwerk und ein durchdachter Rahmen bilden eine Bilderbuchbasis für ein All-Mountain. Auch wenn die Parts teils enttäuschen.
Zu den getesteten Produkten

Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Schwer, teils wenig edle Parts

Testurteil

Testurteil sehr gut
Loading  

Ganz klar, das zu dieser Saison vollständig erneuerte Scott Genius zählt zu den großen Namen im All-Mountain-Zirkus – und es stellt sich in seiner 29"-Version dem Test, obwohl Premium-Hersteller Scott in diesem Preisbereich nur den Alu-Rahmen anbieten kann und bei der Ausstattung sparen muss. Da erfreut zwar der Sram-GX-Eagle-Antrieb (1 x 12) das Testerherz und das Punktekonto, auch die vielen Syncros-Parts sind voll okay, die preisgünstigeren Schwalbe-Reifen oder die Shimano-Billigbremse MT500 (in etwa auf Deore-Niveau) dagegen weniger.

Foto: Benjamin Hahn

Bei Srams-Eagle-Kettenblättern eigentlich unnötig, dennoch schützt eine Miniführung vor Kettenabwürfen.

Zusammen mit den schweren, aber steif-robusten Alu-Rohren macht das in Summe klar über 14 Kilo. Eigentlich ein bisschen zu viel. Und dennoch hat uns das Scott Genius absolut überzeugt – weil die Basis Spitzenklasse ist. Beginnend bei der Geometrie, die die Mode zu mehr Abfahrtslastigkeit auf den ersten Blick noch übertrifft: superflacher 65,5°-Lenkwinkel, gestreckter Reach und Radstand – wobei sich die Geo via Flip-Chip am Dämpfer noch um 0,5° steiler stellen ließe.

Foto: Benjamin Hahn

Schwalbes preiswerte Performance-Reifen sind leicht und funktionieren gut, sind für über 3000 Euro aber nicht standesgemäß.

Wie bei allen Scotts der aktuellen Generation (und im Gegensatz zu manch anderem „Trendsetter“) fühlt sich das aber viel handlicher an, als es ist. Durch die perfekte Balance und den tiefen Schwerpunkt lässt sich das Genius elanvoll in die Kurve legen, tänzelt auch geschickt um enge Kehren. Kurzum: Hier werden nicht nur der Fahrtechnikgott und die Pistensau glücklich, sondern auch der Genussspecht.

Dazu trägt das sensibel-schluckfreudige 150-mm-Fahrwerk ebenso bei wie die breiten, komfortablen 2,6"-Pneus. Bergan ist ein Seufzen eher angebracht, das Gewicht zerrt an der Schwer- und an der Muskelkraft. Dank der perfekten Sitzposition und des effizienten Hecks kraxelt es dennoch gut, zudem kann man das Fahrwerk per Lenkerfernbedienung („Twin Loc“) straffen oder sperren.

Technische Daten des Test: Scott Genius 940

Modelljahr: 2018
Preis: 3399 Euro
Gewicht: 14,2 kg
Rahmengewicht: 3377 g
Federgabel: 2074 g
Gewicht Laufräder: 4893 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 87,5 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Performance Remote
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Fox Float DPS Evol Performance
Federweg getestet: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 32 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX Eagle
Schalthebel: Sram GX Eagle
Kurbel: Sram X1 Eagle
Umwerfer:
Bremse: Shimano MT500
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Syncros Dropper 2.0 (Vario, 125 mm)
Vorbau: Syncros 50 mm
Lenker: Syncros 760 mm
Naben: Formula
Felgen: Syncros X-30
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic Performance 2,6"
Testurteil: Sehr Gut (205 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

20.04.2018
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018