Mountainbikes im Test

Testbericht: Scott Genius 700 Ultimate (Modelljahr 2018)

Foto: Björn Hänssler
Schon bei der Vorstellung des Spark vor einem Jahr war die Klasse der neuen Rahmenplattform von Scott zu erkennen. Mit dieser kommt jetzt auch das All-Mountain Genius – und überzeugt auf ganzer Linie.
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Bewertung

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Testurteil

Testurteil überragend
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Universal-Genie ist der passende Begriff für das neue Scott Genius, erst recht in der taufrisch bei uns eingetroffenen Ultimate-Version. Das Bike kommt jeden Berg locker hoch, genauso spielend wieder runter und macht alles mit, was ihm zugemutet wird. Auf allen Trails klasse unterwegs, so wie es für ein All-Mountain sein muss. Den Grundstein dafür legt der edle Carbon-Rahmen, der mit 2290 g für ein All-Mountain mit 150 mm Heckfederweg unverschämt wenig wiegt. Kaum überraschend kommt so beim Gesamtgewicht ein mit 11,7 Kilo überragender Wert raus.

Foto: Björn Hänssler

Wie beim Racefully Spark steht der Dämpfer beim Genius auf dem Kopf. Die Aufnahme am Rahmen ist aber etwas schlanker geworden. Von unten kommt der Remote, über den der Traction-Mode aktiviert wird.

Den Bergauf-Vortrieb bremsen zwar die dicken 27,5" x 2,8"-Plusreifen (beim Ultimate Standard, bei anderen Modellen kommt das Genius mit 29" x 2,6") etwas. Die Maxxis-Pneus bringen aber auch ihre enorme Traktion auf den Waldboden, werden vom antriebsneutralen Heck immer satt am Grund gehalten. Wenn es richtig steil wird, genügt ein Klick am Scott-eigenen Twinloc-Remote, der den Fox Nude-Dämpfer in den Traction-Mode schaltet. Das Fahrwerk gibt dann nur 110 mm Hub frei und wird straffer.

Der ohnehin steile Sitzwinkel sackt dann kaum ab, lässt den zentral sitzenden Fahrer angenehm vorwärts kurbeln. Leicht gestreckt wirkt die Sitzposition nur wegen des langen Oberrohrs/Reachs, was den Fahrer im Downhill aber ideal ins Bike stellt. Ausgewogenheit erreicht Scott, weil die Kettenstrebe kurz, aber nicht zu kurz ist: Den Trail immer unter Kontrolle, fliegt das ausreichend steife Genius ins Tal.

Foto: Björn Hänssler

Schlank und zum Bike passend ist die kleine Kettenführung.

Hinterbau und Gabel arbeiten harmonisch, sacken nicht durch, und nehmen es mit den dicksten Brocken auf. Weite Kurven durchpflügt das Scott Genius dank 65° flachem Lenkwinkel wie an der Schnur gezogen. Lenkeinschläge u?berträgt der kurze, in den Syncros-Lenker integrierte Vorbau sehr direkt, neigt den Rahmen unmittelbar in Schräglage. Ein wahrer Geniestreich von Scott!

Technische Daten des Test: Scott Genius 700 Ultimate (Modelljahr 2018)

Preis: 9799 Euro
Vertriebsweg: Fachhandel
Gewicht: 11,7 kg
Rahmengewicht: 2290 g
Federgabel (Gewicht): 2010 g
Gewicht Laufräder: 4173 g
Verfügbare Rahmenhöhen: XS, S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 65,4 Nm/Grad
Federgabel: Fox 34 Float Factory
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Fox Nude DPS Evol Factory
Federweg getestet: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 32 Zähne vorne/10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram XX1 Eagle
Schalthebel: Sram XX1 Eagle
Kurbel: Sram XX1 Eagle
Umwerfer: -
Bremsen vorne/hinten: Sram Guide Ultimate 200/180 mm
Sattelstütze: Fox Transfer Factory (Vario, 150 mm)
Vorbau: Syncros 50 mm + 770 mm
Lenker: Syncros 50 mm + 770 mm
Naben: DT Swiss XMC 1200 Spline
Felgen: DT Swiss XMC 1200 Spline
Reifen: Maxxis Rekon+ TR Exo 2,8"

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Das neue Scott Genius Ultimate ist ein Universalgenie, klettert mit Leichtigkeit jeden Berg hoch und brettert spurtreu, aber auch agil wieder herunter. Gabel sowie Heck harmonieren perfekt miteinander und geben dem Fahrer präzises Feedback, die Geometrie ist sehr ausbalanciert.

19.12.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE