Mountainbikes im Test

Testbericht: Salsa Timberjack Deore 27,5+ (Modelljahr 2019)

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

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Verspielt und agil flitzt das Timberjack über den Trail. Die flache Front rollt aber fluffiger über Stock und Stein als das Heck. Sitzposition und Gewicht machen das Vorwärtskommen zäh.
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Bewertung


Testurteil

Testurteil gut
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Salsa Cycles, das klingt nach Abenteuer. Schließlich haben die US-Amerikaner in den vergangenen Jahren vor allem mit Adventure-, Gravel- oder Fatbikes für Furore gesorgt. Dabei sind eigentlich Mountainbikes seit 1982 das Steckenpferd der Marke mit der Chilischote. Seit den Urtagen dabei, bringen die Kalifornier jede Menge Erfahrungen mit Hardtails mit. Die setzen sie beim Timberjack durchaus gelungen um.

Wobei das Bike eher zu den fetzigeren Kurventänzern im Testfeld gehört. Die Garanten dafür sind das kompakte Heck und der gemäßigt lange Reach. Tief im Bike stehend, hat der Fahrer keine Mühe, das Salsa durch enge Kehren zu feuern, kann es wunderbar flüssig in die Kurvenlage neigen – trotz schweren 14,4 kg Gesamtgewicht mit relativ wenig Kraftaufwand. Sollte das Bike dem Fahrer zu hibbelig durchs Gehölz flitzen, kann dieser die Kettenstreben per verstellbarem Ausfallende um 17 mm verlängern. Davon sollte jeder Gebrauch machen, der sich gerne durch ruppiges Gelände bewegt. In der kurzen Einstellung zeigt sich das Heck beim Ritt über Stock und Stein nämlich eher unruhig, könnte mehr Bodenhaftung vertragen. Die fetten 27,5 x 2,8"-Reifen fangen das leider nur zum Teil auf.

An der Front arbeitet das Timberjack dank flachem Lenkwinkel und unauffällig-guter SR-Suntour-Gabel hingegen souverän. Zusammengefasst: Das Handling wirkt nicht optimal ausbalanciert, genauso wie die Sitzposition. Zwar sitzt der Salsa-Rider komfortabel, durch den sehr flachen 71,5°-Sitzwinkel aber zu weit hinter dem Tretlager. Man schiebt die Pedale gefühlt mehr, als dass man sie tritt. Dementsprechend zäh kommt das zudem sehr schwere Bike in die Gänge – trotz rollfreudiger Reifen. Die Ausstattung ist weniger hochwertig, teils grenzwertig (schwache Bremse!) – wobei das Bike mit 1299 Euro auch eines der preisgünstigsten im Test ist.

Technische Daten des Test: Salsa Timberjack Deore 27,5+ (Modelljahr 2019)

Modelljahr: 2019
Preis: 1299 Euro
Gewicht: 14,4 kg
Rahmengewicht: 2098 g
Federgabel (Gewicht): 2410 g
Gewicht Laufräder: 5950 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: XS, S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 128,2 Nm/Grad
Federgabel: SR Suntour XCR 34 LO-R Air
Federweg getestet: 130 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano Deore
Schalthebel: Shimano Deore
Kurbel: Race Face Ride
Fahreigenschaften ohne Motorunterstützung: -
Bremse: Shimano Altus
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Fahreigenschaften ohne Motorunterstützung: 160 mm
Sattelstütze: TranzX YSP15 (Vario, 130 mm)
Vorbau: Salsa 60 mm
Lenker: Salsa 760 mm
Naben: WTB ST i40
Felgen: WTB ST i40
Reifen: WTB Ranger 2,8"
Testurteil: Gut (189 Punkte)

Fazit

Verspielt und agil flitzt das Timberjack über den Trail. Die flache Front rollt aber fluffiger über Stock und Stein als das Heck. Sitzposition und Gewicht machen das Vorwärtskommen zäh.

04.12.2018
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2019