Mountainbikes im Test

Testbericht: Rose Pikes Peak EN 3 (Modelljahr 2018)

Foto: Axel Brunst
Ein Bike, vier Möglichkeiten, die Geometrie und das Fahrwerk zu verändern: Das innovative 27,5"-Carbon-Enduro aus dem Online-Shop lädt zum Spielen ein – nicht nur auf den Trails dieser Welt, sondern auch am Bike.
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  • ... aber fast zu extrem

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Ein Rahmen, zwei Bikes: Im Gegensatz zu vielen bekannten Geometrieverstellungen ändert sich beim Drehen des Progeo genannten Flip-Chips am Rose Pikes Peak tatsächlich der Charakter des Enduros – vier definierte Positionen gibt es, der Lenkwinkel variiert um 1°, Tretlagerhöhe und Reach um jeweils 15 mm. Das Ganze funktioniert durch einen innovativen Drehmechanismus mittels 5-mm-Inbus – damit kannst du auch „on Trail“ mit wenigen Handgriffen aus einem adretten Kurventänzer eine gnadenlose Trail-Fräse machen.

Foto: Axel Brunst

Der Fox-X2-Dämpfer am Heck ist eine mächtige Haubitze, die großen Lager stammen von Enduro Bearings.

In der Einstellung slack/low (flach/wenig progressiv) schreit einen das Bike förmlich an, mit tiefem Schwerpunkt, 65,5° flacher Front, unglaublicher Laufruhe und schluck-freudigem Fahrwerk einfach draufzuhalten. Über Wurzelteppiche, Steinfelder, Drops rauscht das Rose Pikes Peak ohne jegliche Probleme drüber. Die kommen erst auf, wenn der Trail knifflig und verwinkelt wird. In der flachen Einstellung schwebt das Tretlager mit nur 337 mm Höhe nämlich tief über dem Boden.

Was per se mehr Agilität durch tieferen Schwerpunkt bringt, war uns schon zu heftig. So tief im hochwertigen Carbon-Rahmen positioniert, hat man „viel Bike“ um sich rum, muss das Rose mit Nachdruck in die Kurven legen.

Foto: Axel Brunst

Damit das Pikes Peak trotz seiner Länge agil bleibt, hat Rose dem Cockpit einen ultrakurzen Vorbau spendiert, der Lenkeinschläge sehr direkt umsetzt.

Uns hat die steile Geo mit der höheren Progression (step/mid, siehe Geometriedaten) am besten gefallen. Laufruhe und Schluckfreude gehen dabei nicht verloren. 160 mm Federweg vorne und 165 mm hinten sind auch dank der verbauten Fox-Factory-Federelemente mehr als ausreichend und schwer an die Grenzen zu bringen.

Das Handling ist jetzt trotz des langen Oberrohrs dank kurzem Vorbau und kurzem Heck fast verspielt. Zumal das Bike mit seinen, für ein Enduro leichten Laufrädern spritzig antritt. Auch bergauf zeigt es sich zielstrebig, wobei der Hinterbau nie ganz antriebsneutral ist. Die Ausstattung ist fein: DT-Swiss-Räder, X01-Eagle- Antrieb (1 x 12), Guide-RSC-Bremse, bissige Schwalbe-Pneus.

Technische Daten des Test: Rose Pikes Peak EN 3 (Modelljahr 2018)

Preis: 4799 Euro
Vertriebsweg: Direktvertrieb
Gewicht: 13,2 kg
Rahmengewicht: 3120 g
Federgabel (Gewicht): 2003 g
Gewicht Laufräder: 4386 g
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 61,3 Nm/Grad
Federgabel: Fox Float Factory Fit
Federweg getestet: 160 mm
Federbein: Fox Float X2 Factory
Federweg getestet: 165 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 34 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram X01 Eagle
Schalthebel: Sram X01 Eagle
Kurbel: Truvativ Descendant
Umwerfer: -
Bremsen vorne/hinten: Sram Guide RSC 200/180 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario, 150 mm)
Vorbau: Race Face Turbine 35 mm
Lenker: Next 800 mm
Naben: DT Swiss EX 1501 Spline One
Felgen: DT Swiss EX 1501 Spline One
Reifen: Schwalbe Magic Mary/Hans Dampf TLE 2,35"

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Das edel ausgestattete, hochwertige Rose Pikes Peak ist ein Volltreffer. Die Geo-Verstellung erfordert zwar Anhalten, entfacht aber viel Wirkung. In der steilen Einstellung tanzt das Rose direkt und verspielt um die Kurven, in der flachen Position fräst es den Trail runter, verliert aber Agilität.

19.12.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE