Mountainbikes im Test

Testbericht: Rocky Mountain Thunderbolt C 50 (Modelljahr 2018)

Foto: Manfred Stromberg Mountainbike Lesertest 2018
Das neue Thunderbolt ist mehr Trailflitzer als Ballermann, lässt sich agil und verspielt durchs Gelände führen. Wegen der 27,5"-Laufräder fehlen aber die Nehmerqualitäten anderer Tourer.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Hinterbau wippt offen stark
  • Ausstattung nicht optimal

Testurteil

Testurteil gut

Auch wenn sich bei den Trail- und Tourenfullys 29"-Laufräder gerade endgültig durchsetzen, gibt es sie noch, die agil-wendigen 27,5er. Etwa das generalüberholte Thunderbolt von Rocky Mountain.

Vom souveränen Überrollverhalten von Tourern mit „Traktorreifen“ verwöhnt, war das Fahrgefühl mit dem Rocky für uns und Lesertester Max anfänglich etwas ungewohnt. Unruhig und nervös empfanden wir das Thunderbolt. „Es zwingt den Fahrer dazu, aktiv die Spur zu halten“, so Max. Dabei hatten wir das sogenannte „Ride9“-System, mit dem sich Geo und Hinterbauprogression in neun Einstellungen feintunen lassen, zunächst in der neutralen Position belassen: 67°-Lenkwinkel, 1217 mm Radstand.

Genauso wie Max haben wir uns damit beholfen, den Chip in die flachste und längste Version umzustellen. Mit dann 66,5° flacher Front und etwas mehr Länge rollt das Thunderbolt deutlich angenehmer über Stock und Stein. Das Fox-Performance-Fahrwerk arbeitet dabei souverän-unauffällig mit.

In schwierigem, verblocktem Terrain ist trotzdem eine aktive Führung gefragt, auf die das Bike aber bereitwillig eingeht. Hier spielt das Rocky die Vorteile der kleineren Laufräder aus, steuert agil um Hindernisse und swingt mit 426 mm kurzen Kettenstreben geradezu ums Eck.

Auch bergauf sucht sich das Bike spielerisch seinen Weg durch technische Passagen, die Front lässt sich leicht über Stufen hochlupfen. Aber: Im offenen Modus wippt der Hinterbau dabei zu stark, das Zuschalten des Plattformmodus am (gut erreichbaren) Federbein ist essenziel.

Dann zieht das Rocky durchaus flott voran, wirkt dank seines geringen Gewichts von 12,3 Kilo und der kleinen Räder schön spritzig. Die Parts sind solide, könnten für das Preisniveau aber mehr bieten als etwa Shimano-SLX-Bremsen und Sram-GX- Eagle-Antrieb.

Rocky Mountain Thunderbolt C 50

Max Heckmann, 25 Jahre

In der Heimat zwischen Nordschwarzwald und Schwäbischer Alb prescht der Versuchsingenieur normal mit einem Enduro über die Trails. In Brixen versuchte er sich an einem Tourenfully.

Technische Daten des Rocky Mountain Thunderbolt C 50 (Modelljahr 2018)

Modelljahr: 2018
Preis: 4599 Euro
Gewicht: 12,3
Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Rahmenmaterial: Carbon
Federgabel: Fox 34 Float Performance
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Fox Float DPS Evol Performance
Federweg getestet: 130 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 34 Zähne vorne, 10–50 hinten
Schaltwerk: Sram GX Eagle
Schalthebel: Sram GX Eagle
Kurbel: Truvativ Descendant Carbon
Umwerfer: -
Bremse: Shimano SLX
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Fox Transfer Performance Elite (Vario, 150 mm)
Vorbau: Rocky Mtn. 60 mm
Lenker: Rocky Mtn. 760 mm
Naben: DT Swiss 370
Felgen: Sun Helix TR25 SL
Reifen: Maxxis Minion DHR II Exo TR 2,3"
Testurteil: Gut (199 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Das neue Thunderbolt ist mehr Trailflitzer als Ballermann, lässt sich agil und verspielt durchs Gelände führen. Wegen der 27,5"-Laufräder fehlen aber die Nehmerqualitäten anderer Tourer.

18.11.2018
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018