Mountainbikes im Test

Testbericht: Rocky Mountain Growler 750 (Modelljahr 2017)

Foto: Daniel Geiger MTB-Test Trail-Hardtails
Mit ausgewogener Geometrie und Plus-Reifen vermittelt das Rocky Mountain Growler viel Selbstvertrauen, kommt auch mit ruppigeren Trails klar. Bei der Ausstattung und dem Vortrieb schwächelt es.
Zu den getesteten Produkten

Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Bleischwerer Laufradsatz
  • Spärlich ausgestattet

Testurteil

Testurteil gut

Growl heißt auf Deutsch „knurren“ oder „böse brummen“. Aber keine Angst, das Rocky-Hardtail gibt keine komischen Laute von sich. Den Namen trägt es dennoch nicht zu Unrecht: Das 27,5-Plus-Bike verschafft sich mit Wucht quasi Platz auf dem Trail, wie ein Wolf, der mit seinem Knurren die Artgenossen einschüchtert.

Foto: Daniel Geiger MTB-Test Trail-Hardtails

Rocky stattet den 1 x 11-Antrieb vorne mit einem kleinen 28er-Kettenblatt aus, was den Klettereigenschaften des Bikes guttut.

Der Fahrer sitzt und steht gut auf dem/im Rocky dank ausgewogen-moderner Geometrie. Man gewinnt schnell Vertrauen ins Bike und damit in die eigene Fahrkunst. Dazu tragen die Plus-Reifen nicht unwesentlich bei. Die fetten 3,0"-Pneus von WTB scheinen förmlich am Boden zu kleben, walzen über Wurzeln & Co. lässig drüber. Vor allem an der Front, wo die Reba von Rock Shox trotz ihrer dünnen 32-mm-Standrohre gut mithilft. Am Heck müssen die Reifen mit ihrer Eigenfederung jedoch kaschieren, dass der harte Hinterbau bei schneller Schlagabfolge früh bockt.

Am Rocky Mountain Growler 750 offenbaren sich aber auch die Schwächen der Plus-Reifen deutlicher als sonst. Diese nehmen dem sehr steifen Rocky in schnellen, verzwickten Passagen die Agilität und verlangen mehr Nachdruck am Volant. Grundsätzlich lässt sich das Bike aber angenehm steuern, dreht sich schön über die vergleichsweise steile Front in die Kurven und liegt mit gemäßigt-langem Radstand sicher auf dem Trail.

Foto: Daniel Geiger MTB-Test Trail-Hardtails

Außen verlegte und teils offen laufende Schaltzüge gehören eher ins Technikmuseum – da fängt sich schnell Schmutz.

Bei Vortrieb und Klettereigenschaften zeigen sich Widersprüche. Es sitzt sich angenehm auf dem Rocky Mountain Growler 750 mit effizienter Pedalierposition. Auch hat der 1 x 11-Antrieb eine vergleichsweise „faire“ Übersetzung (28:42-Berggang). Das 13,2-Kilo-Rocky versenkt die Vorteile mit einem bleischweren Laufradsatz aber buchstäblich wieder im Boden. Auch der Rest der Parts mit Sram-NX-Schaltung und schwacher Avid-DB1-Bremse kann nicht glänzen. Eine Vario-Stütze fehlt obendrein – immerhin gibt es einen Schnellspanner an der Klemme.

Technische Daten des Test: Rocky Mountain Growler 750 (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 1900 Euro
Gewicht: 13,1 kg
Rahmengewicht: 1896 g
Federgabel (Gewicht): 1676 g
Gewicht Laufräder: 5793 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: XXS, XS, S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 102,8 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Reba RL
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 28 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX
Schalthebel: Sram NX
Kurbel: Sram NX
Umwerfer: -
Bremse: Sram DB1
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Rocky Mountain
Vorbau: Rocky Mountain 50 mm
Lenker: Rocky Mountain 760 mm
Naben: Rocky Mtn.+Sram MTH
Felgen: Alex MD35
Reifen: WTB Ranger 3,0"
Testurteil: Gut (185 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

01.03.2018
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017