Mountainbikes im Test

Testbericht: Rocky Mountain Altitude Carbon 70 (Modelljahr 2018)

Foto: Björn Hänssler

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Ein Bike für alle Fälle, potent und spurtreu auf den Trails, vortriebseffzient und kletterfreudig – das war das Rocky Mountain Altitude einmal. Das neue Modell nähert sich mehr an die Enduro-Kategorie an.
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Testurteil

Testurteil sehr gut
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Aggressiv-spaßiges Trailbike – diese Kategorisierung trifft auf das neue Rocky Mountain Altitude mit seinen 160 mm Federweg vorne und 150 mm hinten wohl am besten zu. Was bedeutet, dass das Altitude ein Bike ist, mit dem du angriffslustig den Trail runterheizen und dich dynamisch in Kurven drücken kannst. Das mächtige Fox-Fahrwerk saugt dabei kleine Bodenwellen und Schläge sensibel weg, sackt in gröberem Gelände aber nicht ein. Der Altitude-Pilot kann sich stets beruhigt auf die Reserven des Fahrwerks und der gripstarken Minion-Reifen von Maxxis verlassen. Das ist pure Laufruhe, die sich in verwinkelten Kehren mit überraschend hoher Wendigkeit paart.

Foto: Björn Hänssler

Die Position der Dämpferaufnahme lässt sich über einen Chip verschieben: Durch den Umbau des Ride9-Systems wird der Lenkwinkel bis zu 1° steiler.

Über die kurze Kettenstrebe gesteuert, zirkelt das Altitude behände ums Eck. Technisch versierte Fahrer haben mit solchen Geometrien viel Spaß, fühlen sich pudelwohl. Für weniger bewanderte ist der Reach mit 467 mm vermutlich ein Stück zu lang und lässt das Bike bei langsamer Fahrt etwas unausgewogen erscheinen. Über das „Ride9“-System lässt sich die Geometrie aber anpassen. Die Front wird bis zu 1° steiler und das Bike damit im Handling agiler.

Trotz der Stärken auf dem Trail ist das Altitude aber kein reines Enduro. Dafür sind die Klettereigenschaften des Bikes immer noch zu gut. Klar müssen 13,1 Kilo und die recht schweren Laufräder/Reifen erst einmal in Bewegung versetzt werden. Sobald das Rocky Mountain Altitude aber rollt, zieht es präzise seine Bahn. Das Heck wippt dabei ein wenig nach und sollte besser mit der Dämpferplattform gefahren werden.

Foto: Björn Hänssler

Wie beim Enduro Slayer sind beim Altitude die Lager des Hinterbaus abgedeckt. Das wirkt edel und schützt vor Schmutz.

Dafür hält es den Hinterreifen bei Wurzeln oder Steinen im Anstieg immer auf dem Boden, lässt die Traktion nie abreißen. Die 1 x 11-Race-Face/Shimano-Schaltung liegt nicht ganz auf dem Niveau einer Sram-Eagle-Gruppe. Rocky bietet mit dem 46er-Ritzel bei 32er-Kettenblatt aber einen kleinsten Gang an, mit dem es sich noch gut klettern lässt.

Technische Daten des Test: Rocky Mountain Altitude Carbon 70 (Modelljahr 2018)

Preis: 5900 Euro
Vertriebsweg: Direktvertrieb
Gewicht: 13,1 kg
Rahmengewicht: 2772 g
Federgabel (Gewicht): 1945 g
Gewicht Laufräder: 4955 g
Verfügbare Rahmenhöhen: XS, S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 66,9 Nm/Grad
Federgabel: Fox 36 Float Performance Elite
Federweg getestet: 160 mm
Federbein: Fox Float DPS Evol Performance Elite
Federweg getestet: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 32 Zähne vorne; 11–46 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Race Face Turbine
Umwerfer: -
Bremsen vorne/hinten: Shimano XT 180/180 mm
Sattelstütze: Fox Transfer Performance Elite (Vario, 150 mm)
Vorbau: Rocky Mtn. 50 mm
Lenker: Race Face Turbine 780 mm
Naben: DT Swiss 370
Felgen: Stan’s Flow MK3
Reifen: Maxxis Minion DHF 2,4"/Minion DHR 2,5"

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Das Rocky Mountain Altitude ist ein Bike zwischen den Welten. Das mächtige Fahrwerk und die lange, flache Geometrie bieten fast die Bergabperformance eines Enduros. Dabei vergisst das Kanada-Bike aber nicht seine Wurzeln als Allrounder, klettert sehr zielstrebig und präzise, ohne ein Flitzer zu sein.

19.12.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE