Mountainbikes im Test

Testbericht: Radon Skeen Trail 10.0 (Modelljahr 2017)

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Radon Skeen Trail 10.0
Das Radon Skeen Trail 10.0 ballert sicher in Abfahrten, auf denen die Konkurrenz längst die Segel streichen musste. Dennoch stimmt der Vortrieb, die Ausstattung ist für den Preis eh bar jeder Kritik.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Geringe Lenkkopfsteifigkeit

Testurteil

Kauftipp Testurteil sehr gut
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Radon hat seinem beliebten Tourenfully Radon Skeen etwas mehr Federweg spendiert. Das Fahrwerk kommt nun mit 130 mm Hub daher, was gepaart mit den 29"-Reifen die Reserven eines 27,5"-All-Mountains verspricht. Die Ausstattung bestätigt diesen Eindruck: kraftvolle Vierkolbenbremsen von Magura, wuchtige Fox-34-Gabel und solide, breite Mavic-Laufräder. Alles hochwertige Parts (zum äußerst fairen Preis!), die für ein Tourenfully eher ungewöhnlich viel Bergabpotenz verströmen.

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Radon Skeen Trail 10.0 Magura MT5

Die vierkolbige MT5-Bremse von Magura ist extrem bissig und standfest – und ein seltener Gast an Tourenfullys.

Das bedeutet auch, dass das Radon Skeen Trail 10.0 einen Großteil seiner Pluspunkte in der Kategorie Downhill sammelt. An der Front schluckt die Fox die Schläge perfekt weg, hinten sorgt der „plushe“ Viergelenker-Hinterbau für eine satte Trailperformance. Sicherer als das Radon Skeen Trail 10.0 kam kein Bike über die ruppigen Passagen auf unserer Testrunde. Der längste Radstand im Feld und der flache 67,5°-Lenkwinkel leisten ihren Beitrag in Form von massig Laufruhe.

Damit das Radon Skeen Trail 10.0 handlich bleibt, hat Radon den Reach mit 450 mm (Größe L) eher kompakt gehalten, auch der Vorbau fällt mit 55 mm kurz aus. Man sitzt so durchaus zentral im Radon Skeen Trail 10.0, hat alles gut unter Kontrolle – trotzdem hätten wir uns ein noch direkteres, agileres Handling gewünscht. Das sehr hoch angesetzte Tretlager (356 mm) macht das Rad etwas stelzig, der weiche Lenkkopf des Alu-Rahmens mindert die Lenkpräzision. So bleibt der Eindruck, dass man das Radon Skeen Trail 10.0 mit einem gewissen Nachdruck um Kurven dirigieren muss.

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Radon Skeen Trail 10.0 Tretlager

Radon setzt das Tretlager relativ weit nach oben, fast auf Achshöhe. Das sorgt für eine enorme Bodenfreiheit.

Bergauf streift das Radon Skeen Trail 10.0 die Charaktereigenschaften eines Tourenfullys nicht ab – zu seinem Vorteil. Dank der rotationsfreudigen Laufräder und des antriebsneutralen Fahrwerks steckt genug Vortrieb im nicht zu schweren Radon Skeen Trail 10.0. Auch die Traktion ist klasse. Auf holprigen Trail-Anstiegen stört jedoch die hohe, unruhige Front ein wenig.

Technische Daten des Test: Radon Skeen Trail 10.0 (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 2999 Euro
Gewicht: 12,95 kg
Rahmengewicht: 3111 g
Federgabel (Gewicht): 1822 g
Gewicht Laufräder: 4194 g
Vertriebsweg: Direktvertrieb
Verfügbare Rahmenhöhen: 18", 20", 22"
Getestete Rahmenhöhe: 20"
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 56,8 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Factory
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Fox Float DPS Factory
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36/26 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Magura MT5
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario, 150 mm)
Vorbau: Race Face Turbine 55 mm
Lenker: Race Face Turbine 760 mm
Naben: Mavic XA Elite
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic TLE 2,35"
Testurteil: Sehr gut (213 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

08.02.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017