Mountainbikes im Test

Testbericht: Radon Jealous 10.0 SL (Modelljahr 2017)

Foto: Dennis Stratmann MOUNTAINBIKE 1216 Radon Jealous 10.0 SL Fahrbild
Das neue Radon Jealous 10.0 SL präsentiert sich als reinrassiges Race-Hardtail von äußerst geringem Gewicht und mit entsprechend feurigem Antritt – darin waren sich Tester und Leser einig! Auch bergab kann es überzeugen.
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890 g Rahmengewicht (bei einem 16"-Rahmen) – ein Topwert! Radon hat mit dem Radon Jealous 10.0 SL ein ultraleichtes Race-Hardtail entwickelt, das so manchen Konkurrenzhersteller neidisch machen dürfte.

Aber nicht nur der Carbon-Rahmen ist leicht, das ganze Bike ist es. Rund acht Kilo soll das von uns getestete Modell laut Hersteller wiegen. Es überrascht also wenig, dass das Radon Jealous 10.0 SL superspritzig antritt, schnell Höchstgeschwindigkeit erreicht. Das Tretlager ist gefühlt sehr steif, sodass viel Kraft auf die Kurbel wandert. Auch der Hinterbau flext unserer Meinung nach wenig, fühlt sich steif an.

Kein Komfortwunder im Sattel also, sondern ein rundum angriffslustiges Racebike, das wenig Energie durch Verwindung verpuffen lässt.

In Sachen Geometrie hat Radon das Radon Jealous 10.0 SL fit für die anspruchsvollen CC-Rennstrecken der Neuzeit gemacht. Es ist an der Front im Vergleich zum Vorgänger Radon Black Sin flacher und länger geworden, die Agilität holt es über die kürzer gewordenen Kettenstreben. Speziell der für ein Race-Hardtail mit 69,5° flache Lenkwinkel sorgt auch in ruppigen Abfahrten für Fahrstabilität, wobei die feinfühlige Stepcast-Gabel von Fox optimal mithilft. Eher klassenuntypisch ist der breite Lenker: Er liefert aber Sicherheit, macht das Radon Jealous 10.0 SL in Kurven ruhiger.

Spezifiziert ist das Radon Jealous 10.0 SL in Serie mit Sram-XX1-Eagle-Schaltung (1 x 12), edlen Carbon-Laufrädern von DT Swiss,Sram-Level-Bremse sowie Syntace-Parts – ein heißer Deal für 5000 Euro.

Foto: Dennis Stratmann MOUNTAINBIKE 1216 Lesertest Porträt Hagen Herzog

Hagen Herzog, Tischler

Radon Jealous 10.0 SL: das Leserfazit

„Während meine Testkollegen die 550 Höhenmeter und neun Kilometer vom Domplatz zur Talstation geshuttelt sind, hab ich den Aufstieg für eine Testfahrt genutzt. Oben angekommen, war ich fast versucht, die 1400 Höhenmeter bis zum Gipfel dranzuhängen.

Das Radon Jealous 10.0 SL schießt ab wie ein Pfeil. Selbst wenn es steil wurde, schob das Hinterrad einen ohne Durchdrehen vorwärts, und das Vorderrad blieb brav am Boden. Dazu passt die breit übersetzte Eagle-Schaltung von Sram bestens, die ich bisher skeptisch beäugt habe. Jetzt frage ich mich, wann 1 x 13 kommt ... Für das Gelände in Brixen würde ich statt des 30er-Kettenblatts aber ein 32er aufziehen, im Mittelgebirge mindestens ein 34er.

In holprigen Passagen bringen Sattel- und Sitzstreben für ein Hardtail durchaus viel Komfort. Bodenfreiheit hat mir aber ein bisschen gefehlt, ich empfand das Tretlager als sehr tief.“

Technische Daten des Test: Radon Jealous 10.0 SL

Modelljahr: 2017
Preis: 4999 Euro
Gewicht: * 8,1 kg
Verfügbare Rahmenhöhen: 16", 18", 20", 22"
Getestete Rahmenhöhe: 18"
Vertriebsweg: Versand
Rahmenmaterial: Carbon
Laufräder: 29 ''

*Herstellerangabe

22.12.2016
Autor: MOUNTAINBIKE
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016