Mountainbikes im Test

Testbericht: Pivot Mach 5.5 XT/XTR (Modelljahr 2018)

Foto: Axel Brunst

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Die Marke aus Phoenix, Arizona paart Enduro an der Front mit All-Mountain am Heck. Dazu gesellen sich 27,5 x 2,6" breite Schlappen, ein höchst edler Carbon-Rahmen sowie eine tolle Hinterradfederung.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • ... weniger Reserven als Gabel

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Pivot-Bikes fühlen sich am Heck traditionell nach „mehr“ an: Die US-Amis bauen seit jeher Bikes mit hervorragenden Hinterbaukinematiken und kombinieren deshalb gerne unterschiedliche Federwege. Wie beim Pivot Mach 5.5: Vorne ist es mit 160 mm Hub quasi ein Enduro, hinten stellt es mit 140 mm aber eher ein All-Mountain dar. Solange es mit Flow den Berg runtergeht, fällt das Ungleichgewicht nicht auf.

Foto: Axel Brunst

Schwarze Schönheit: Pivot setzt auf mattes Carbon-Outfit, auch die interne Zugverlegung wirkt elegant.

Der DW-Link-Hinterbau (ähnliches Prinzip wie ein VPP) schluckt eben mehr weg als erwartet. In ruppig-verblockten Abschnitten erreicht das Heck aber schneller seine Grenzen als die Gabel. Wobei das Heck auch auf einen starken „Gegner“ trifft: Die mächtige Fox 36 frisst wirklich jeden Brocken auf und verliert dabei nie ihre Sensibilität.

Keinen Einfluss haben die unterschiedlichen Hübe auf das großartige Handling. Das Bike zirkelt flink um die Kurven, folgt jedem Impuls des Fahrers bereitwillig, ohne jemals nervös zu werden. Laufruhe und Spurtreue sind dank des 66° flachen Lenkwinkels und des eher langen Radstands klasse. Dabei streckt Pivot den Reach auf moderat-lange 460 mm (Größe L) und stellt den Fahrer damit perfekt austariert ins Bike. Sitzend dürfte er aber gerne weiter über das Tretlager rücken, um geschmeidiger zu pedalieren und die exzellente Antriebseffzienz des leichten Carbon-Fullys besser ausnutzen zu können.

Foto: Axel Brunst

Praktisches Detail: Pivot baut einen Sag-Indikator an den Dämpfer. Das Heck funktioniert grundsätzlich top, mit der Gabel kommt es jedoch nicht mit.

Denn: Das straffe Heck wippt kaum, gibt erst bei Unebenheiten nach und liefert dadurch viel Traktion. Allerdings verbrennt der Fahrer ein paar Körner, bis die 2,6" breiten Reifen in die Gänge kommen. Apropos: Bergab verliert der wenig profilierte Hinterreifen früher den Halt als der gefräßige Minion vorne – passt irgendwie zum Konzept ....

Generell fanden wir das Reifenformat aber top. Traktionsstark wie Plusreifen, aber kein bisschen schwammig. Die grundsätzlich sehr gute Ausstattung offenbart Detailfehler wie die zu kleine 180-mm-Bremsscheibe vorne.

Technische Daten des Test: Pivot Mach 5.5 XT/XTR (Modelljahr 2018)

Preis: 7399 Euro
Vertriebsweg: Fachhandel
Gewicht: 12,8 kg
Rahmengewicht: 2830 g
Federgabel (Gewicht): 2012 g
Gewicht Laufräder: 4623 g
Verfügbare Rahmenhöhen: XS, S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 60,8 Nm/Grad
Federgabel: Fox 36 Float Factory FIT4
Federweg getestet: 160 mm
Federbein: Fox Float Factory DPS Evol
Federweg getestet: 140 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 11–46 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XTR
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Race Face Ae ect SL
Umwerfer: -
Bremsen vorne/hinten: Shimano XT 180/180 mm
Sattelstütze: Fox Transfer Performance (Vario, 150 mm)
Vorbau: Phoenix 55 mm
Lenker: Phoenix 760 mm
Naben: DT Swiss M1700
Felgen: DT Swiss M1700
Reifen: Maxxis Minion DHF WT/Rekon WT Exo TR 2,6“

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Kein Vollblut-Enduro, kein Vollblut-All-Mountain, aber ein top Bike für technisch versierte Fahrer, die nicht ständig, aber ab und zu mal ballern wollen. Pivot hat dem teuren Mach 5.5 eine famose Geometrie spendiert, die aus dem Bike enorme Agilität und viel Spieltrieb kitzelt.

19.12.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE