Mountainbikes im Test

Testbericht: Orbea Loki H10 (Modelljahr 2017)

Foto: Daniel Geiger MTB-Test Trail-Hardtails
Superschick, superagil, das Orbea Loki H10 ist trotz Plus-Reifen ein sehr drehfreudiges, verspieltes, wenn auch weniger laufruhiges Hardtail. Die Ausstattung schwächelt bei der Bremse, ist sonst gut.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Kein Vortriebswunder
  • Sehr schwerer Rahmen

Testurteil

Testurteil gut

Wer hätte gedacht, dass ein 27,5-Plus-Hardtail so flink sein kann? Das Orbea Loki H10 zwirbelt höchst verspielt über den Trail, lässt sich auch in langsamen Passagen wunderbar direkt drehen. Orbea hat einen sehr kompakten, wenn auch bleischweren Aluminiumrahmen zusammengeschweißt mit sehr kurzen 426-mm-Kettenstreben und einem nur gemäßigt-langen Reach. Die Kürze gibt in den Kurven zwar die Würze, liefert jedoch nicht die enorme Laufruhe, mit der etwa Scott (auch 27,5 Plus) oder Ghost (29") aufwarten können.

Foto: Daniel Geiger MTB-Test Trail-Hardtails

Durchgestylt bis in die Ritzelspitzen: Orbea schraubt eine Sunrace-Kassette mit farbig passendem Spider ans Hinterrad.

Das sehr steife, dadurch wenig komfortable Orbea Loki H10 bügelt in Folge nicht so souverän über Wurzelteppiche, Steine oder durch Schlaglöcher. Es wird früher unruhig und verlangt dann nach einem souverän-aktiven Steuermann. Der steht dabei aber ausbalanciert-zentral im Bike und kann sich auf die Forke an der gemäßigt flachen Front (67°-Lenkwinkel) verlassen: Die bewährte Fox 34 Float arbeitet sensibel und schluck-freudig, nutzt ihren Federweg äußerst bereitwillig aus.

Orbea ist sich anscheinend des Umstands bewusst, dass die schweren Trail-Hardtails grundsätzlich keine Kletterkünstler sind: Die Spanier spendieren dem Loki eine 11-fach-Kassette mit großem 46er-Ritzel. Im kleinsten Berggang (32:46) lässt sich das propere 13,3-Kilo-Bike dann auch einigermaßen bequem zum Gipfel hochbugsieren. Der wuchtige, 3,0" breite Maxxis-Chronicle-Reifen auf nicht zu schweren Sun-Ringlé-Laufrädern rollt zudem recht flüssig.

Foto: Daniel Geiger MTB-Test Trail-Hardtails

Die Spanier schwingen die Sitzstreben in U-Form um das Sattelrohr und arbeiten mit geteiltem Oberrohr. Schick und stabil.

So pendelt sich das Orbea Loki H10 in Sachen Vortrieb im unteren Mittelfeld ein, ist keine leichtfüßige Gämse, aber auch kein lahmer Bock. Sieht man von der billigen Shimano-Bremse und der fehlenden Vario-Sattelstütze ab, liefert Orbea eine sehr gute Ausstattung mit XT-/SLX-Antrieb. Und optisch stellen die Spanier eh das auffälligste und gefälligste Bike auf die Stollen.

Technische Daten des Test: Orbea Loki H10 (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 1699 Euro
Gewicht: 13,3 kg
Rahmengewicht: 2475 g
Federgabel (Gewicht): 1934 g
Gewicht Laufräder: 5248 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 119,5 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Performance
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 32 Zähne vorne, 11–46 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX
Kurbel: Shimano SLX
Umwerfer: -
Bremse: Shimano M506/M447
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Orbea
Vorbau: Race Face Ride 60 mm
Lenker: Orbea 760 mm
Naben: Sun Ringlé Düroc 40
Felgen:
Reifen: Maxxis Chronicle Exo TR 3,0"
Testurteil: Gut (187 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

01.03.2018
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017