Mountainbikes im Test

Testbericht: NS Bikes Eccentric Alu 29 (Modelljahr 2019)

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

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Das sehr gut ausgestattete Eccentric ist das perfekte Hardtail zum Ballern, ist spurtreu und schluckfreudig. Könner wedeln damit auch flott durch Kurven. Bergauf ist es zäher unterwegs.
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Bewertung


Testurteil

Testurteil sehr gut
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„Geschoss“ ist eine arg aggressive Bezeichnung für ein Bike, die nur dezent Verwendung finden sollte. Das Eccentric ist aber definitiv eines, ist unangefochten das abfahrtsstärkste Rad im Feld.

Es vermag buchstäblich eine Menge einzustecken, was schon mit den üppigen 140 mm Federweg an der Front beginnt. Auch wenn die Rock-Shox-Recon-Gabel den Hub etwas zu flott ausnutzt und nur wenig Endprogression bietet, scheut der tief im Rad stehende Fahrer kaum eine ruppige Passage.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Die NX-Eagle-Gruppe von Sram liefert mit ihren zwölf Gängen viel Bandbreite, die das schwerfällige Bike bergauf auch benötigt.

Flacher 65,5°-Lenkwinkel, sehr langer 470- mm-Reach, massige 29 x 2,5"-Traktorreifen und ein breites Cockpit tun ihr Übriges, liefern jeweils Fahrsicherheit der Extraklasse. Einfach draufhalten und den Schwung mitnehmen ist das Gebot. Weil die Polen von NS Bikes dabei die Kettenstrebe mit 424 mm extrem kurz halten, lässt sich das Eccentric übers Heck aber auch durchaus flüssig über kurvige Trails pushen. Enge Kehren zeigen dem Fahrer aber Grenzen auf. Hier bewegt sich das lange Bike behäbiger als etwa das Ghost, muss mit mehr Nachdruck und Krafteinsatz gefahren werden.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Die Züge am edlen Alu-Rahmen verlaufen außen. Das erleichtert die Wartung und ist in der Preisklasse auch eher Standard.

Wie so oft stehen der Abfahrtspotenz weniger gute Vortriebseigenschaften gegenüber. Das 14,1 kg schwere Rad muss mit seinen schweren Laufrädern erst einmal ins Rollen gebracht werden. Solange es flach dahingeht, ist das kein Problem, weil der Fahrer optimal über der Kurbel positioniert ist. Geht es jedoch bergauf, macht sich die sehr gestreckte Sitzposition bemerkbar. Die steht eigentlich für Sportlichkeit, durch das extrem lange Oberrohr bekamen wir aber zu wenig Druck auf die Front. An steilen Rampen steigt das Vorderrad zu schnell, das zwingt den Fahrer auf die Sattelspitze. Leicht kaschiert wird das durch die breitbandige NX-Eagle-Schaltung von Sram (1 x 12 Gänge). Auch die restlichen Parts gehen für den Preis voll in Ordnung.

Technische Daten des Test: NS Bikes Eccentric Alu 29 (Modelljahr 2019)

Modelljahr: 2019
Preis: 1699 Euro
Gewicht: 14,1 kg
Rahmengewicht: 2289 g
Federgabel (Gewicht): 2245 g
Gewicht Laufräder: 5417 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 123,4 Nm/Grad
Federgabel: Rock Shox Recon RL
Federweg getestet: 140 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 32 Zähne vorne, 11–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram NX Eagle
Schalthebel: Sram NX Eagle
Kurbel: Truvativ Descendant
Umwerfer: -
Bremse: Sram Level
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: X-Fusion Manic (Vario, 120 mm)
Vorbau: NS 45 mm
Lenker: NS 780 mm
Naben: NS Rotary
Felgen: Octane One Solar 29
Reifen: Maxxis Aggressor Exo TR 2,5" WT
Testurteil: Sehr gut (207 Punkte)

Fazit

Das sehr gut ausgestattete Eccentric ist das perfekte Hardtail zum Ballern, ist spurtreu und schluckfreudig. Könner wedeln damit auch flott durch Kurven. Bergauf ist es zäher unterwegs.

04.12.2018
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2019