Mountainbikes im Test

Testbericht: Mondraker Foxy Carbon RR 29 (Modelljahr 2019)

Foto: Bjoern Haenssler

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In Großbritannien und Spanien hat das Foxy längst Kultstatus, gilt als eines der besten Bikes auf dem Markt. Mit dem neuen Foxy Carbon 29 wollen die Spanier das ausbauen und wagen den Spagat zwischen tourenfreundlichem All-Mountain und Baller-Enduro.
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In Großbritannien und Spanien hat das Foxy längst Kultstatus, gilt als eines der besten Bikes auf dem Markt. Mit dem neuen Foxy Carbon 29 wollen die Spanier das ausbauen und wagen den Spagat zwischen tourenfreundlichem All-Mountain und Baller-Enduro.

Mit der Neuauflage ist dem Foxy Carbon 29 sein ursprünglicher Charakter als All-Mountain ein wenig abhanden gekommen. Die 150 mm Hub am Heck erinnern noch an die Ursprünge des Bikes, die 160 mm an der Gabel schon nicht mehr und erst recht nicht die mächtigen Fahrwerkskomponenten: Vorne werkelt die Fox-36-Gabel, hinten der Fox-DPX2-Dämpfer, bei unserem 6299 Euro teuren Testmodell jeweils in feinster Factory-Ausführung. Alles ist auf rasanten Geländesport bergab getrimmt, mit typischer Mondraker-„Forward“-Geometrie.

Das heißt: kurzes 437-mm-Heck, extrem langer Hauptrahmen (496 mm Reach, Größe L), sehr kurzer 30-mm-Vorbau und gemäßigt flacher 66°-Lenkwinkel.

Wer an eher „normale“ Geos gewohnt ist, wird das Handling des Foxy anfänglich etwas ungewöhnlich finden. Einmal eingegroovt, ist das Fahrgefühl aber ein Gedicht. Die kurze Front reagiert direkt auf die Steuerimpulse, legt das Bike leicht in die Kurven. Selbst enge Turns gelingen dem Foxy erstaunlich gut.

Vor allem aber liefert die Überlänge des Hauptrahmens brutal viel Laufruhe, lässt das Bike wie an der Schnur über den Trail ziehen. Kurzum: Das Foxy 29 ist eine Hochgeschwindigkeitsmaschine. Dazu kommt ein an Reserven reiches Fahrwerk mit eher straffer Grundabstimmung. Wird der Untergrund arg ruppig und wild, neigt das Heck bei normalem (25 % Sag) Setup zur Unruhe. Ein weicheres Setting schafft Abhilfe.

Und: Beim Pedalieren glänzt das „Zero Suspension System“ am Hinterbau auch dann mit absoluter Antriebsneutralität. Selbst wenn es im Wiegetritt steile Rampen hochgeht, steht der Dämpfer hoch im Federweg. Deshalb tritt das durchwegs gut ausgestattete Foxy trotz 13,7 kg gut an und klettert zielstrebig, bei angenehm sportlicher Sitzposition.

Technische Daten des Test: Mondraker Foxy Carbon RR 29 (Modelljahr 2019)

Preis: 6299 Euro
Vertriebsweg: Fachhandel
Gewicht: 13,7 kg
Rahmengewicht: 3262 g
Federgabel (Gewicht): 2047 g
Gewicht Laufräder: 4909 g
Verfügbare Rahmenhöhen: S,M,L,XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: - Nm/Grad
Federgabel: Fox 36 Float Factory FIT4
Federweg getestet: 160 mm
Federbein: Fox Float DPX2 Factory
Federweg getestet: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 32 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram X01 Eagle
Schalthebel: Sram X01 Eagle
Kurbel: Sram X01 Eagle
Umwerfer: -
Bremsen vorne/hinten: Sram Code R200 mm/180 mm
Sattelstütze: Onoff Pija (Vario, 150 mm)
Vorbau: Onoff 30 mm
Lenker: Onoff 780 mm
Naben: DT Swiss E1700 Spline
Felgen: DT Swiss E1700 Spline
Reifen: Maxxis Minion DHR II/Agressor Exo TR 2,4"/2,3"

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Trotz tadelloser Antriebsneutralität und generell guter Vortriebseigenschaften ist das neue Foxy Carbon 29 kein All-Mountain mehr. Mit seiner langen und laufruhigen Geometrie sowie dem mächtigen Fahrwerk positioniert es sich vielmehr als exzellentes Highspeed-Enduro.

19.10.2018
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE