Mountainbikes im Test

Testbericht: Merida One Twenty 9.800 (Modelljahr 2019)

Foto: Bjoern Haenssler

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Trailspaß pur! Das One Twenty 9.800 tanzt elegant um Kurven und liegt ausgewogen auf dem Trail. In der getesteten, abfahrtslastigen Variante ist es ideal für anspruchsvolle Trailrides in jedem Gelände. Wer einen dezidierten Tourer sucht, sollte eines der anderen Modelle wählen
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Testurteil

Testurteil überragend
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Das One Twenty 9.800 hat die neumodische Bezeichnung Trailbike tatsächlich verdient. Das agil-verspielte 130-/120-mm-Fully aus Taiwan glänzt mit feinstem Handling bei top Fahrsicherheit. Bergauf könnte aber ein Schuss mehr Spritzigkeit dabei sein ...
Der Name One Twenty (= 120) war schon beim Vorgängermodell eine halbe Mogelpackung. Schließlich verbauten die Taiwaner mit Schwäbischer Entwicklungsabteilung bereits da 130 mm Hub an der Front, was das Bike zu einem der abfahrtsstärksten Tourenfullys machte. Auch das neue Modell bleibt bei 120 mm Federweg am Heck und 130 mm vorne.

Die paaren sich am Testmodell mit einer abfahrtslastigen Ausstattung, das One Twenty 9.800 verbreitet schon beim Anschauen Fahrspaß pur – und liefert ihn auf dem Trail tatsächlich ab. Das Merida wedelt verspielt um die Kurven, setzt Steuerimpulse willig in Schräglage um.

Dabei vermitteln die bissigen Maxxis-Minion-Reifen an der Front enorm viel Sicherheit. Zudem glänzt das Rock-Shox-Fahrwerk mit viel Komfort, bleibt dabei aber stets hoch im Hub stehend.

Erst bei sehr steilen Abfahrten mit vielen Schlägen ist eine aktivere Führung gefragt. Die Merida-Ingenieure haben die Geometrie mit gutem Gespür modernisiert, aber nicht zu brutal gestreckt. 445 mm Reach bei Größe M passen super, lassen den Fahrer schön zentral im Bike stehen.

Der Lenkwinkel liegt mit 67,5° unter den modernen Trailbikes im Mittelfeld. Bergauf fällt unser Urteil leicht gespalten aus.

Grundsätzlich hat das Bike alles, was ein Tourenfully braucht: Etwa einen Hinterbau, der sehr antriebsneutral ist, bei technischen Rampen aber trotzdem viel Traktion liefert. Angenehm gestreckt auf dem Bike sitzend, bringt der Fahrer zudem genug Druck auf die Front und tritt dank steilem Lenkwinkel von oben auf die Pedale. 12,8 kg sind für einen Voll-Carbon-Tourer dieser Preisklasse aber schwer.

Hier wirkt sich abfahrtslastige Ausstattung aus. Vor allem die schweren Reifen lassen den Antritt, trotz CarbonFelgen, zäh erscheinen. Für reine Tourenfreunde gibt es das One Twenty aber auch mit rollfreudigeren Parts.

Technische Daten des Test: Merida One Twenty 9.800 (Modelljahr 2019)

Preis: 6799 Euro
Vertriebsweg: Fachhandel
Gewicht: 12,8 kg
Rahmengewicht: 2734 g
Federgabel (Gewicht): 1864 g
Gewicht Laufräder: 4529 g
Verfügbare Rahmenhöhen: S,M,L,XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: - Nm/Grad
Federgabel: Rock Shox Pike RCT3
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Rock Shox Deluxe RT3
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 32 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram X01 Eagle
Schalthebel: Sram X01 Eagle
Kurbel: Sram X01 Eagle
Umwerfer: -
Bremsen vorne/hinten: Sram Code RSC 180 mm/180 mm
Sattelstütze: Kind Shock Lev Ci (Vario, 150 mm)
Vorbau: Merida 50 mm
Lenker: Merida 760 mm
Naben: FSA Gradient LTD
Felgen: FSA Gradient LTD
Reifen: Maxxis Minion DHR II/Forekaster 2,4" Exo TR 2,4"

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Trailspaß pur! Das One Twenty 9.800 tanzt elegant um Kurven und liegt ausgewogen auf dem Trail. In der getesteten, abfahrtslastigen Variante ist es ideal für anspruchsvolle Trailrides in jedem Gelände. Wer einen dezidierten Tourer sucht, sollte eines der anderen Modelle wählen.

19.10.2018
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE