Mountainbikes im Test

Testbericht: Merida One-Forty 800 (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn
Im Vortrieb etwas zäh, ist das Merida One-Forty ein formidabler Freudenspender im Gelände. Das Handling ist grenzgenial, die Parts sind stimmig und das straff-effziente Fahrwerk ist zwar fordernd, aber auch fördernd.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Wenig spritzig im Antritt

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Auf eine Neues! Eigentlich haben wir das Merida One-Forty 800 schon in unserem Lesertest in Ausgabe 12/17 „abgefrühstückt“. Im Rahmen des MOUNTAINBIKE-Testivals errang es hauchdünn die Note „sehr gut“, Kritik setzte es vor allem am Gewicht von 14,4 Kilo. Das lag laut Merida aber primär an den bewusst fürs Testival aufgezogenen ultraschweren Downhill-Schläuchen.

Foto: Benjamin Hahn

Merida bestückt das One-Forty mit teuren Schaltzügen von Jagwire, die eine sehr gute Dichtung und geringe Reibung besitzen.

Also: zweite Chance! Und tatsächlich, jetzt unterbietet das 150/145-mm-Fully die kritische 14-Kilo-Marke – auch wenn es mit 13,9 Kilo immer noch zu den dickeren Brocken im Test zählt. Alleine der steife Alu-Rahmen wiegt 3,5 Kilo, die properen 2,6-zölligen Maxxis-Reifen drücken ebenso aufs Gewicht. Und beim Kilometermachen aufs Gemüt. Auch abgespeckt fühlt sich Merida kaum spritzig an.

Aber: Die Sitzposition passt – sportlich, zentral, druckvoll auf Front und Pedal, ideal ausbalanciert –, und der Hinterbau geht selbst bei harten Antritten nicht in die Knie, zeigt dabei solide Traktion. Je steiler und technischer, desto besser klettert das Merida One-Forty dann auch.

Foto: Benjamin Hahn

Anker setzen! Die Code-Bremse von Sram ist für Downhill-Bikes entwickelt, macht mit 180/180-mm-Discs aber auch AM Spaß.

Auch bergab liebt’s das Merida One-Forty heftigig, sowohl die Rock-Shox-Revelation-Gabel wie der schwimmend gelagerte Hinterbau geizen ein wenig mit Sensibilität, stehen aber hoch im Federweg und zeigen Bügelfreude, wenn es richtig kracht. Könner werden das lieben, AM-Novizen ein bisschen mehr Komfort wünschen.

Ein absolutes Gedicht ist dafür das Handling! Das Merida One-Forty ist trendgemäß lang und flach, aber ohne ins Extreme auszuschlagen. Ergebnis ist ein fabelhafter Mix aus Wendigkeit und Spielfreude einerseits, aus Laufruhe und Fahrsicherheit andererseits – das gibt volle Punkte beim Fahrspaß. Und das zeigt, dass 2,6"-Reifen am AM prima funktionieren. Überhaupt: Die (bergablastige) Ausstattung rund um Srams tollen Eagle-Antrieb (1 x 12) passt super zum Rad.

Technische Daten des Test: Merida One-Forty 800

Modelljahr: 2018
Preis: 3099 Euro
Gewicht: 13,9 kg
Rahmengewicht: 3499 g
Federgabel: 1921 g
Gewicht Laufräder: 4734 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 77,0 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Revelation RC
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Rock Shox Deluxe RL
Federweg getestet: 145 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 32 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX Eagle
Schalthebel: Sram GX Eagle
Kurbel: Truvativ Desdedant Eagle
Umwerfer:
Bremse: Sram Code R
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock LEV Integra (Vario, 125 mm)
Vorbau: Merida 45 mm
Lenker: Merida 760 mm
Naben: Formula
Felgen: Merida Expert TR
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Maxxis Minion DHR II Exo/Rekon+ Exo TR 2,6"
Testurteil: Sehr gut (208 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

20.04.2018
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018