Mountainbikes im Test

Testbericht: Kona Satori DL (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test
Berghoch ein kurzes, bergab ein langes Bike – die Geometrie des Satori verblüfft, funktioniert aber eigentlich sehr gut. Im Downhill eine echte Waffe, lässt es sich im Uphill mehr Zeit. Generell ein äußerst stabil-solides Bike!
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Rahmen/Bike schwer
  • Tretposition auf langer Strecke zu extrem

Testurteil

Testurteil sehr gut

Integrierte Vario-Stütze, spezielle Federbeine, coole Detail-Lösungen – die Bikes in diesem Test sind alles andere als gewöhnlich, warten mit eigenständigen Ansätzen auf. Am ganz neuen 2019er Kona Satori sucht man die erst mal vergebens.

Der steife, schwere Alu-Rahmen fällt nur damit auf, dass etwas fehlt (das hintere Gelenk – siehe Detail), die Rock-Shox- Federelemente sind Stangenware. Das wirklich Besondere am Kona ist die Geometrie. Die US-Amerikaner haben den Sitzwinkel ultrasteil gezeichnet: 78,5° – einen so hohen Wert haben wir noch nie gemessen.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test

Der Rock-Shox-Dämpfer ist über den neuen „Trunnion-Mount“-Standard verschraubt, sitzt so wunderbar kompakt in der Wippe.

Dadurch fällt zudem der Reach im Vergleich zum kurzen Oberrohr ebenfalls extrem lang aus. Was bedeutet das in der Praxis? Man sitzt äußerst vorgeschoben und glaubt, beim Pedalieren mit dem Knie den Lenker zu berühren (keine Angst, es ist noch genug Platz).

Bei extrem steilen Kletterpartien ist das geil: Der Druck auf dem Vorderrad könnte nicht besser sein. Auf langer Strecke war uns das aber zu uner- gonomisch, durch das ständige Treten „von vorne“ aufs Pedal sind Knieschmerzen programmiert.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test

In den Sitzstreben des (abgestützten) Eingelenkers spart Kona das Gelenk. Stattdessen flexen die mittig abgeflachten Streben.

Die Lösung wäre eine Sattelstütze mit mehr Rückversatz. Und: Das zu hohe Gewicht von über 14 Kilo sowie die schweren Laufräder kosten ebenfalls Körner und Punkte. Bergab sind die Mühen dann schnell vergessen! Das Satori ist auf leichten Flowtrails ebenso ein Hochgenuss wie im anspruchsvollen Gelände, begeistert mit superbem Maß an Spurtreue, ohne zu träge zu wirken.

Auch das Fahrwerk erfreut: Die Revelation-Gabel zeigt sich zwar wie der Eingelenker-Hinterbau weniger sensibel, dafür schluckfreudig und mit viel Gegendruck. Da braucht es schon brutales Geballer, um die 140/130 mm Federweg an ihre Grenzen zu bringen. Die Parts rund um Srams GX-Eagle-Schaltung (1 x 12) sind durchdacht, kreuzsoli- de, aber in Sachen Noblesse bescheiden.

Technische Daten des Test: Kona Satori DL

Modelljahr: 2018
Preis: 3499 Euro
Gewicht: 14,1 kg
Rahmengewicht: 3412 g
Federgabel: 1980 g
Gewicht Laufräder: 5004 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 78,2 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Revelation RC
Federweg getestet: 140 mm
Federbein: Rock Shox Deluxe RL
Federweg getestet: 130 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 34 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX Eagle
Schalthebel: Sram GX Eagle
Kurbel: Truvativ Descendant Carbon
Umwerfer:
Bremse: Sram Guide R
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario, 125 mm)
Vorbau: Kona 40 mm
Lenker: Kona 760 mm
Naben: Formula
Felgen: WTB STP i29 TCS
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Maxxis Minion DHF/Tomahawk Dual TR 2,3"
Testurteil: Sehr gut (203 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Berghoch ein kurzes, bergab ein langes Bike – die Geometrie des Satori verblüfft, funktioniert aber eigentlich sehr gut. Im Downhill eine echte Waffe, lässt es sich im Uphill mehr Zeit. Generell ein äußerst stabil-solides Bike!

01.08.2018
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018