Mountainbikes im Test

Testbericht: Haro Shift R9 LT (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn MountainBike All Mountain Test 2018
Haro feiert mit dem Shift ein seriöses Comeback auf dem deutschen Markt. Bergab macht der Dampfhammer viel Spaß, erfreut mit sänftenartigem Hinterbau. Beim Gewicht, im Uphill und in einigen Details lässt es Punkte liegen.
Zu den getesteten Produkten

Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Bike und Rahmen sehr schwer
  • Leicht indirektes Handling

Testurteil

Testurteil gut

Danach haben die Kalifornier einige Irrungen und Wirrungen hinter sich bringen müssen. Nun ist Haro zurück. Mit neuem Eigentümer und großer Produktionsstätte in Bielefeld.

Der Fokus liegt auf MTBs – vor allem mit, aber auch ohne Motor. Jüngstes, erst kürzlich geborenes Kind ist das Shift, ein All-Mountain mit standesgemäßen Daten: 150/140 mm Federweg, 27,5"-Räder.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike All Mountain Test 2018

Die wenig zierlichen Schweißnähte sind Geschmackssache, verleihen dem „Raw- lackierten“ Haro aber einen kernigen Look.

Die Basis ist ein unzerstörbar wirkender Alu-Rahmen mit kühner Raw-Optik, wuchtigen Schweißnähten und groß dimensionierten Lagern von Highend-Lieferant Enduro Bearings.

Leicht ist das wuchtige Geröhr jedoch nicht: „3629 g“, ächzte unsere Präzisionswaage. Auch das Gesamtgewicht ist ernüchternd, 14,7 Kilo sind auch für diese Preisklasse zu viel, die Laufrad-Reifen-Kombi (WTB, Kenda) schlägt ebenfalls mächtig ins Kontor.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike All Mountain Test 2018

Sehr löblich: Die Lager am Shift sind zumeist sehr groß dimensioniert und stammen von den Spezialisten von Enduro Bearings.

Und im Uphill aufs Gemüt: Das Haro müht sich vergleichsweise schwerfällig vor- und bergan. Zumal die Sitzposition tendenziell etwas hecklastig ausfällt, der viergelenkige Hinterbau nicht frei von Antriebseinflüssen ist und der Berggang der 1 x 11-Shimano-XT-Schaltung mit einer Untersetzung von 32:46 stramme Wadeln erfordert.

Deutlich mehr Freude hat man mit dem Shift, wenn sich der Trail talwärts neigt. Angeführt von der seriösen Rock- Shox-Revelation-Gabel saugt es sich willig am Boden fest, der Hinterbau agiert äußerst feinfühlig, auch die Kenda-Pneus bieten viel Grip, die Shimano-SLX-Bremsen sehr gute Verzögerungswerte.

Ganz frei von Kritik absol- viert das Haro den Downhill aber nicht: Der steilere 67,5°-Lenkwinkel und der eher lange Vorbau machen das Handling einen Hauch zu unruhig. Übrigens: Wer das Shift im Haro-Webshop ordert, spart noch einmal 10 Prozent.

Technische Daten des Test: Haro Shift R9 LT

Modelljahr: 2018
Preis: 2399 Euro
Gewicht: 14,7 kg
Rahmengewicht: 3629 g
Federgabel: 1941 g
Gewicht Laufräder: 5067 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 14,5", 16", 18", 20,5"
Getestete Rahmenhöhe: 18"
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 67,8 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Revelation RC
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Rock Shox Monarch RL
Federweg getestet: 140 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 32 Zähne vorne, 11–46 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Praxis Cadet
Umwerfer: -
Bremse: Shimano SLX
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Trans-X (Vario, 150 mm)
Vorbau: Ritchey Trail 70 mm
Lenker: Ritchey Trail 760 mm
Naben: Pivit
Felgen: WTB STP i29 TCS
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Kenda Nevegal X 2,35"
Testurteil: Gut (180 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Haro feiert mit dem Shift ein seriöses Comeback auf dem deutschen Markt. Bergab macht der Dampfhammer viel Spaß, erfreut mit sänftenartigem Hinterbau. Beim Gewicht, im Uphill und in einigen Details lässt es Punkte liegen.

01.08.2018
Autor: Andre Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018