Mountainbikes im Test

Testbericht: Ghost SL AMR 9.9 LC (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test
Das SL AMR 9.9 LC erweist sich als rundum gelungener Alleskönner – durchaus flott im Vortrieb, geschickt kletternd, mit viel Laufruhe und enorm schluckfreudigem Fahrwerk. Dazu überzeugt die feine Ausstattung.
Zu den getesteten Produkten

Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Rahmen mit Stahlfeder schwer

Testurteil

Testurteil sehr gut

„Bei uns wird es 2019 keine Luftdämpfer im Fully mehr geben, wir stellen alle Bikes jetzt schon um“, so Ghost-Brand-Manager Maxi Dickerhoff, der uns dann auch ein Stahlfederbein für das in 2018 eigentlich luftgefederte SL AMR 9.9 LC in die Hand drückte. Die Vorteile der klassischen Dämpfungstechnik? Das Ansprechverhalten ist hauchzart, die Kennlinie perfekt linear.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test

Am Deluxe-Coil-RCT-Stahlfederbein kann die Druckstufendämpfung via Hebel erhöht werden – zur Wippunterdrückung.

Nachteilig sind das hohe Gewicht und dass man eine zum Körpergewicht passende Feder ordern muss. Das oft vorkommende starke Pumpen beim Pedalieren? Ist beim Ghost kein Thema. Zum einen ist der viergelenkige Hinterbau antriebsneutral ausgelegt, zum anderen hat der Rock-Shox-Dämpfer eine Anti-Wipp-Funktion.

Und da das SL AMR zudem die mit Ab- stand leichtesten und edelsten Laufräder im Test (Syntace M 28) besitzt, das Gesamtgewicht im grünen Bereich liegt und die Sitzposition ausreichend sportlich ausfällt, lässt es sich vortrefflich antreten und elanvoll klettern. Dazu passt der Klettergang dank Sram-Eagle-Schaltung mit 1 x 12 Gängen.

Foto: Benjamin Hahn MountainBike TrailBike Test

Top: Die Syntace-Laufräder sind leicht, breit und stabil, die Naben laufen herrlich sanft, das Spiel kann feinjustiert werden.

Im Talschuss mussten wir uns an das Bayern-Bike ein wenig mehr gewöhnen: In der georderten Größe M hatte Ghost kein Testbike mehr parat, das L-Modell fuhr sich für uns (um 175 cm Körpergröße) daher eine Spur zu behäbig – machte seine Talente dennoch schnell sichtbar.

Das Handling ist fein austariert zwischen enormer Laufruhe und angenehmer Drehfreude, der bissige Maxxis-Minion-Vorderreifen verkrallt sich förmlich in den Boden, das gefräßige 130-mm-Rock-Shox-Fahrwerk mit sahniger Pike-Gabel in Front und angesprochenem Stahlfederbein heckwärts ist in Summe das beste im Testklasse!

Überhaupt ist die Ausstattung so gelungen wie hochwertig. Nur mit der Magura-Bremse kamen wir nicht so klar: vorne gut dank vier Bremskolben, hinten mau (zwei Kolben).

Technische Daten des Test: Ghost SL AMR 9.9 LC

Modelljahr: 2018
Preis: 3999 Euro
Gewicht: 13,5 kg
Rahmengewicht: 3584 g
Federgabel: 1908 g
Gewicht Laufräder: 4486 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon (Aluminium-Hinterbau)
Lenkkopfsteifigkeit: 70,2 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Pike RCT
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Rock Shot Deluxe Coil RCT
Federweg getestet: 130 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 32 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram X01 Eagle
Schalthebel: Sram GX Eagle
Kurbel: Truvativ Descendant Carbon
Umwerfer:
Bremse: Magura MT Fifty4
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock Lev Integra (Vario, 150 mm)
Vorbau: Syntace Megaforce2 50 mm
Lenker: Syntace Vector 780 mm
Naben: Syntace M 28
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Maxxis Minion DHR II/Minion SS Exo TR 2,3"
Testurteil: Sehr gut (217 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Das Ghost SL AMR 9.9 LC erweist sich als rundum gelungener Alleskönner – durchaus flott im Vortrieb, geschickt kletternd, mit viel Laufruhe und enorm schluckfreudigem Fahrwerk. Dazu überzeugt die feine Ausstattung.

01.08.2018
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018