Mountainbikes im Test

Testbericht: Ghost SL AMR 6.9 LC (Preis-Leistung-Tipp)

Foto: Manfred Stromberg MB Tourenfully Test 2018
Das SL AMR ist ein Tourenfully mit hoher Trail-Ambition, das durch Spurtreue und Präzision in der Kurvenlage überzeugt. Zudem tritt es flott an, mit Ausnahme der Reifen kann auch die Ausstattung punkten.
Zu den getesteten Produkten

Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • ... bis auf die dünnen Reifen

Testurteil

Kauftipp Testurteil sehr gut

Dass es in beiden Kategorien heute nur noch ein Bike mit kleinen Laufrädern gibt, sagt viel über den neuen Kurs der Marke, aber auch über die Entwicklung des Bikes aus. Wer einmal mit dem SL AMR 6.9 unterwegs war, wird die kleinen Laufräder kaum vermissen.

Denn das mit 13 Kilo noch durchaus leichte Fully aus Oberfranken ist mit seinem Carbon-Alu-Rahmen verdammt flott auf dem Trail unterwegs, dreht sich geschmeidig um jede Kehre. Ganz so verspielt wie das Canyon oder das Merida ist das Ghost nicht, das Handling ist trotzdem gelungen.

Foto: Manfred Stromberg MB Tourenfully Test 2018

Der Dämpfer sitzt auf einer Brücke. Eine Änderung des Federwegs durch Tausch der Brücke (wie beim Vorgänger) ist nicht vorgesehen.

Der tief im Bike stehende Fahrer hat das Geschehen stets im Griff, kann die Souveränität, mit der das Bike auf seinen 130 mm Federweg über den Trail gleitet, voll auskosten. Der Hub wirkt in Kombination mit den 29"-Laufrädern massig, schluckt selbst dicke Brocken weg. Wobei das Rock-Shox-Fahrwerk insgesamt feinfühlig anspricht, gegen Ende mit schöner Endprogression aufwartet und in Summe sehr gut zusammenspielt. Auch der flache 67,5°-Lenkwinkel sowie der lange Radstand sorgen für Laufruhe.

Foto: Manfred Stromberg MB Tourenfully Test 2018

Vier Kolben vorne, zwei Kolben hinten. Magura setzt das Konzept seiner Trail-Bremsen auch an der preiswerten Thirty2 fort.

Leicht geschmälert werden die Fahreigenschaften im groben Gelände jedoch von den sehr schmalen 2,2"-Conti-Reifen mit dünner Karkasse. Die rollen dafür extrem flott. Entsprechend spritzig tritt das Ghost an, lässt im steilen Anstieg aber gleich wieder Verve vermissen – weil der weniger profilierte Hinterreifen die Traktion nicht auf den Boden bringt, die der satt aufliegende Hinterbau spendet. Sonst ist die Ausstattung, typisch für Ghost, klasse und mit GX-Eagle-Antrieb (1 x 12 Gänge), Magura-MT-Thirty2- Bremse sowie robusten WTB-Laufrädern wohl durchdacht.

Technische Daten des Test: Ghost SL AMR 6.9 LC (Preis-Leistung-Tipp) (Modelljahr 2018)

Preis: 2999 Euro
Gewicht: 13,1
Rahmengewicht: 3016 g
Federgabel (Gewicht): 2000 g
Gewicht Laufräder: 4385 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Rahmenmaterial: Aluminium/Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 63,9
Federgabel: Rock Shox Revelation RC
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Rock Shox Deluxe RT
Federweg getestet: 130 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 32 Zähne vorne; 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX Eagle
Schalthebel: Sram GX Eagle
Kurbel: Truvativ Descendant
Bremse: Magura MT Thirty2
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: JD Dropper (Vario, 150 mm)
Vorbau: Ground Fiftyone 60 mm
Lenker: Ground Fiftyone 780 mm
Naben: WTB XC i25
Felgen: WTB XC i25
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Conti Mountain King II/X-King Puregrip 2
Testurteil: Sehr gut (Preis-Leistung-Tipp)

Geometrie

Bike-Profil

15.02.2018
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018