Mountainbikes im Test

Testbericht: Ghost SL AMR 4.9 AL (Modelljahr 2018)

Foto: Björn Hänssler MB Mega Bike Test: Tourenfullys
Das SL AMR 4.9 zeigt sich mehr als All-Mountain für die spaßige Trail-Runde, ist für die Langstrecke schlicht zu schwer. Das abfahrtslastige Handling gefällt, das Konzept ist aber nicht ganz stimmig.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Bike ist viel zu schwer
  • Reifenwahl unpassend

Testurteil

Testurteil gut
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Im Gegensatz zu den oberpfälzischen Nachbarn von Cube fühlt man sich bei Ghost mehr dem Downhill-Spaß verpflichtet, nimmt auch das Thema Gewicht nicht so genau. Anders gesagt: Mit dem SL AMR 4.9 hat man es ganz schön schwer. Fast 15 Kilo wiegt der Brummer, das wäre selbst für ein Enduro zu viel, für ein 29"-Tourenfully ist es eigentlich indiskutabel.

Foto: Björn Hänssler MB Mega Bike Test: Tourenfullys

Absolut lobenswert: Ghost verbaut durchwegs große, gut gedichtete Lager.

Einiges davon steuert der kreuzsolide Alu-Rahmen bei, aber auch die SR-Suntour-Gabel sowie die Laufräder sind Schwergewichte. In der Praxis bedeutet das: Entschleunigung ist angesagt, das Ghost ist mehr Dampfer als Rennboot. Lange Touren werden eher zur Qual, obwohl die Conti-Reifen flink rollen, die leicht vorgerückte Sitzposition klasse ist, die Shimano-XT-Vollausstattung begeistert und der viergelenkige Hinterbau kaum wippt sowie ordentliche Traktion generiert.

Foto: Björn Hänssler MB Mega Bike Test: Tourenfullys

Die SR-Suntour-Federgabel kommt von Hause aus mit kleinem Schmutzfänger.

Also lieber mit Volldampf ins Bergab? Ja und nein. Durch den extrem flachen Lenkwinkel (65,5°) sowie den enormen Radstand zeigt sich das SL AMR zwar ungemein spurtreu, aber weniger handlich. Zudem passen die zu schmalen, weniger bissigen Reifen nicht zum Konzept, und auch das Fahrwerk lässt Harmonie vermissen. Die Gabel zeigt früh einsetzende Endprogression, während der Hinterbau sehr linear agiert und seinen Hub viel früher wegschnupft.

Technische Daten des Test: Ghost SL AMR 4.9 AL (Modelljahr 2018)

Preis: 2499 Euro
Gewicht: 15,0 kg
Rahmengewicht: 3625 g
Federgabel (Gewicht): 2257 g
Laufräder: 5068 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Rahmenmaterial: Alu
Lenkkopfsteifigkeit: 73,6 Nm/°
Federgabel: SR Suntour Aion 35 RC
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Rock Shox Deluxe RT
Federweg getestet: 130 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36/26 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: JD Dropper Post (Vario, 120 mm)
Vorbau: Ground Fiftyone 70 mm
Lenker: Ground Fiftyone 780 mm
Naben: Formula DC
Felgen: Rodi Tryp
Laufradgröße getestet: 29"
Reifen: Continental Mountain King II/X-King Perf. 2,2"
Testurteil: Gut (188 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Das SL AMR 4.9 zeigt sich mehr als All-Mountain für die spaßige Trail-Runde, ist für die Langstrecke schlicht zu schwer. Das abfahrtslastige Handling gefällt, das Konzept ist aber nicht ganz stimmig.

19.05.2018
Autor: Andre Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018