Mountainbikes im Test

Testbericht: Ghost H AMR 8 LC (Modelljahr 2017)

Foto: Andreas Frank MOUNTAINBIKE Ghost H AMR 8 LC
So muss ein Plus-All-Mountain aussehen. Das Ghost H AMR 8 LC bereitet mächtig Spaß auf dem Trail, ist im harten Gelände ein treuer Begleiter und dabei leicht genug für lange Touren. Kauftipp!
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Testurteil

Kauftipp Testurteil sehr gut
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Wie das Cube Stereo 150 HPA SL 27,5+ und das Scott Spark 720 Plus darf auch Ghosts erstes Plus-Fully einen berühmten Familiennamen tragen. Schließlich war die AMR-Baureihe vor mehr als einer Dekade mitverantwortlich für den All-Mountain-Boom.

Ist das neue, preislich attraktive Ghost H AMR 8 LC nun auch so ein Alleskönner mit viel Federweg? Auf jeden Fall verfolgen die Oberpfälzer spannende Ansätze. So gibt es nur 1 x 11 Gänge, jedoch steckt im Heck eine 11–46er-Kassette – also genug Bandbreite auch für alpine Touren.

Der eher leichte, optisch coole, jedoch nicht sehr steife Carbon-Alu-Rahmen drückt das Gesamtgewicht unter die in diesem Test „goldene“ 14-Kilo-Marke, der rollfreudige Racing-Ralph-Hinterradreifen verspricht ebenfalls viel Uphill-Freude. Erfreulicherweise rotiert vorne eine wuchtige, schwere 203-mm-Scheibe in der bewährten Shimano-XT-Bremsanlage.

Foto: Andreas Frank MOUNTAINBIKE Ghost H AMR 8 LC Optik Rahmen

Cool: Die kantige Stealth-Fighter-Optik verleiht allen aktuellen Ghost-Bikes einen aggressiven, unverkennbaren Look.

Im Vergleich zur Ausstattung wirkt die Geometrie unauffällig: nicht zu flach, nicht zu steil, nicht zu kurz, nicht zu lang. „Schöne Sitzposition, äußerst gefälliges und perfekt ausbalanciertes Handling“ – so oder so ähnlich kritzelten wir auf unsere Testbögen.

Überhaupt: Das Ghost H AMR 8 LC macht einfach Laune im Gelände. Für ein Plus-Fully ist es leichtfüßig unterwegs, es wedelt agil ums Eck, lässt sich aber auch von kniffligen oder groben Trail-Passagen nicht schrecken.

Foto: Andreas Frank MOUNTAINBIKE Ghost H AMR 8 LC Lager

Sehr groß dimensionierte Lager an den meisten Gelenkpunkten des Viergelenkers versprechen Langlebigkeit – top!

Kongenial ergänzt wird das feine Handling vom gelungenen 140-mm-Fahrwerk mit Rock-Shox-Federelementen. Vorne frisst sich die Yari-Federgabel sehr aufmerksam (aber nicht ganz auf Niveau der großen Schwestern Pike und Lyrik) durchs Geläuf, hinten pariert ein viergelenkiges Heck mit Deluxe-Federbein die Schläge mit wunderbarer Gelassenheit – noch ein wenig mehr Feinfühligkeit, dann wäre der Hinterbau perfekt.

Denn bergauf arbeitet die Kinematik ideal: kaum Wippen bei dennoch sehr guter Traktion.

Technische Daten des Test: Ghost H AMR 8 LC

Modelljahr: 2017
Preis: 2999 Euro
Gewicht: 13,7 kg
Rahmengewicht: 2850 g
Gabel (Gewicht): 2098 g
Laufräder: 5178 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon (Alu-Hinterbau)
Lenkkopfsteifigkeit: 60,9 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Yari RC
Federweg getestet: 140 mm
Federbein: Rock Shox Deluxe RT
Federweg getestet: 140 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 11–46 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: -
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock Lev Integra (Vario, 125 mm)
Vorbau: Ghost 50 mm
Lenker: Ghost 760 mm
Naben: Ghost
Felgen: Race Face ARC 40
Laufradgröße: 27,5+
Reifen: Schwalbe Nobby Nic/Racing Ralph TLE 2,8"
Testurteil: Sehr gut (221 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

10.03.2017
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017