Mountainbikes im Test

Testbericht: Ghost Asket 4.9 (Modelljahr 2019)

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

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Das knallige Asket kombiniert Laufruhe und Spieltrieb nahezu perfekt, rollt und klettert zudem gut. Das makellose Handling leidet aber unter der schroffen Federgabel.
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Bewertung


Testurteil

Testurteil gut
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Nur ungern konzentrieren wir unsere Kritik auf ein einziges Ausstattungselement. Beim Ghost Asket kommen wir aber nicht daran vorbei, weil die Federgabel ein eigentlich tolles Bike deutlich nach unten zieht. Anders gesagt: Die verbaute Aion-Gabel von SR Suntour ist mit den Fähigkeiten des Asket überfordert. Am Anfang linear, später mit harter Endprogression, rumpelt sie über Stock und Stein. Ohne breiten Booststandard fühlt sie sich zudem weniger steif an. Schade, denn mit einer besseren Gabel ausgestattet, hätte das Ghost Chancen auf einen vorderen Platz gehabt.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Die schlanke Vorderradnabe hat noch das alte Achsmaß mit 100 mm Breite und nicht den stabileren 110-mm-Booststandard.

Es besticht nämlich mit einem makellosen, weil wunderbar ausgewogenen Handling. Erhebt sich der Fahrer aus dem Sattel, rückt er zentral in den Rahmen, hat bei flacher Front aber noch viel Bike vor sich. Das vermittelt sofort Sicherheit. 65,5°-Lenkwinkel und 29"-Laufräder stehen einfach für herausragende Nehmerqualitäten. Der 444 mm lange Reach ist dabei nicht zu gestreckt, das Heck mit 433 mm kurz. Das Asket zieht in Summe mit viel Spurtreue seine Bahnen, reagiert aber auch willig auf Fahrimpulse und wirft sich mit viel Verve in die Schräge. Fahrspaß pur – solange die Gabel nicht gefordert wird. Auch bergauf spielt die ausbalancierte Geometrie ihre Vorzüge aus. Mittig und komfortabel auf dem Bike sitzend, behält der Fahrer stets die Kontrolle und beide Räder sicher auf dem Boden. Bei 73,5° Sitzwinkel erfolgt der Pedaldruck noch gut von oben, sodass die im Testvergleich recht leichten Laufräder schnell rotieren.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Clevere Lösung: Die Steckachse vorne muss nicht herausgedreht werden, weil sich der Schnellverschluss mit einem Handgriff öffnet.

Trotzdem müssen die 13,3 kg Gesamtgewicht erst einmal in Schwung kommen, was das Asket trotz des klar leichtesten Alu-Rahmens im Testfeld eher zum Ausdauerroller als zur Sprintrakete macht. Gehemmt wird die Vortriebs- und Kletterfreude durch den Sram-NX-Antrieb, dem mit 32er- Kettenblatt und 11fach-Kassette ein kleiner Gang fehlt.

Technische Daten des Test: Ghost Asket 4.9 (Modelljahr 2019)

Modelljahr: 2019
Preis: 1599 Euro
Gewicht: 13,3 kg
Rahmengewicht: 1841 g
Federgabel (Gewicht): 2140 g
Gewicht Laufräder: 4995 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 109,6 Nm/Grad
Federgabel: SR Suntour Aion 34 LO-R
Federweg getestet: 130 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 32 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram NX
Schalthebel: Sram NX
Kurbel: Sram NX
Umwerfer: -
Bremse: Magura MT Thirty2
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: JD Dropper Post (Vario, 150 mm)
Vorbau: Ghost 50 mm
Lenker: Ghost 780 mm
Naben: DT Swiss M 1900 Spline
Felgen: DT Swiss M 1900 Spline
Reifen: Maxxis Minion DHF/DHR EXO TR 2,4" WT
Testurteil: Gut (197 Punkte)

Fazit

Das knallige Asket kombiniert Laufruhe und Spieltrieb nahezu perfekt, rollt und klettert zudem gut. Das makellose Handling leidet aber unter der schroffen Federgabel.

04.12.2018
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2019