Mountainbikes im Test

Testbericht: Cube Stereo 120 SL 29 (Modelljahr 2019)

Foto: Bjoern Haenssler

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Klassiker in neuem Gewand. Das neue Stereo 120 hat mehr Federweg und eine fahrsichere Geometrie bekommen und ist doch geblieben, was es schon immer war: ein starkes Tourenfully mit ausgewogenen Eigenschaften, das rollt wie geschmiert. (Fast) perfekt für Langstreckler.
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Testurteil

Testurteil sehr gut
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Klassiker in neuem Gewand. Das neue Stereo 120 hat mehr Federweg und eine fahrsichere Geometrie bekommen und ist doch geblieben, was es schon immer war: ein starkes Tourenfully mit ausgewogenen Eigenschaften, das rollt wie geschmiert. (Fast) perfekt für Langstreckler.

Es rollt und rollt und rollt ... Der VW-Slogan für den Käfer lässt sich getrost auf das Cube Stereo 120 übertragen, auch auf das neue Modell. Sogar in doppeltem Sinn. Denn das Tourenfully aus Waldershof zeigte sich schon immer unverwüstlich wie der Käfer, dabei aber auch als formidabler Rouleur. Das ändert sich nicht mit dem neuen Modell, das die Cube-Ingenieure mit 130 mm Federweg an der Front, längerem Hauptrahmen (444 mm Reach/Größe M) und 67° flachem Lenkwinkel indes abfahrtslastiger als den Vorgänger aufgestellt haben.

Die Sitzposition ist trotzdem noch sportlich-komfortabel, einerseits zum Wohlfühlen, andererseits auf Vortrieb getrimmt. Vor allem der steile Sitzwinkel, der den Fahrer weit nach vorne über die Pedale rückt, sorgt für Druck auf dem Pedal. Es ist kein Wunder, dass das Stereo 120 schnell Fahrt aufnimmt, mit jedem Pedaltritt weiter anzieht und sehr tempofest voran rollt – trotz des mit 13,7 Kilo hohen Gesamtgewichts des 2999 Euro teuren Alu-Topmodells. Die Ausstattung passt voll zum Charakter des Bikes, leichtläufige Schwalbe-Reifen, Shimano-XT-Schaltung mit 2 x 11 (!) Gängen, solide Alufelgen von Newmen.

Dazu gesellt sich das feinfühlige und traktionsreiche Fox-Fahrwerk, das uns heckwärts bei richtig knackigen Rampen jedoch etwas zu weit einsackt. Ein Griff zum Plattformhebel am Dämpfer bringt das Fahrwerk wieder ins Lot und erleichtert die Bergfahrt. Die Anpassungen in Richtung Abfahrtslastigkeit spürt der erfahrene Stereo-120-Rider wohl eher moderat. Trotzdem fühlt man sich im Sinkflug pudelwohl auf dem Stereo 120, das trotz nicht so langem Radstand jederzeit sicher über Wurzeln, Steine und Stufen kommt. Nur bei groben Schlägen agierte uns der Hinterbau zu linear, was etwas Unruhe ins sonst harmonische Fahrwerk bringt.

Technische Daten des Test: Cube Stereo 120 SL 29 (Modelljahr 2019)

Preis: 2999 Euro
Vertriebsweg: Fachhandel
Gewicht: 13,7 kg
Rahmengewicht: 3750 g
Federgabel (Gewicht): 1876 g
Gewicht Laufräder: 4148 g
Verfügbare Rahmenhöhen: 16", 18", 20", 22"
Getestete Rahmenhöhe: 18"
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: - Nm/Grad
Federgabel: Fox 34 Float Factory
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Fox Float DPS Factory
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 32/24 Zähne vorne, 10–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano SLX
Bremsen vorne/hinten: Shimano XT 180/180 mm
Sattelstütze: Cube Dropperpost (Vario, 150 mm)
Vorbau: Newmen Evolution 60 mm
Lenker: Evolution 760mm
Naben: Newmen Evolution SL
Felgen: Newmen Evolution SL
Reifen: Schwalbe Nobby Nic TLE 2,35"

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Cube hat mit dem Stereo 120 wieder einen Alleskönner aufgezäumt, der sich bei Touren im Mittelgebirge und beim Alpencross super schlägt. Das 130-/120-mm- Fully rollt trotz Übergewicht schnell an, zeigt sich tempofest, klettert sehr gut und liegt bergab sicher.

19.10.2018
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE