Mountainbikes im Test

Testbericht: Conway WME 829 c (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn
Alles richtig gemacht. Das neue 29er-WME ist kein Nobelschlitten, aber ein in jeglicher Beziehung stimmiges und zielgruppengerechtes 29"-All-Mountain mit komfortablem Fahrwerk und spaßig-sicherem Handling.
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  • Kein Leichtgewicht

Testurteil

Testurteil sehr gut
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We make Enduro („WME“) – unter diesem Motto und begleitet von viel Marketing-Getöse debütierte Conway vor fünf Jahren im 160-mm-Fully-Segment. Und das so erfolgreich, dass seitdem alle neuen Conways, die auch nur entfernt nach Fahrspaß riechen, das Kürzel WME verpasst bekommen.

Jüngstes Kind im WME-Bunde ist die 29"-Version mit Carbon/Alu-Rahmen die zwar etwas an Federweg (150 mm vorne, hinten wahlweise 140 oder 150 mm) einspart, bergab aber immer noch Dampfhammer-Qualitäten mitbringen soll. Und, jau, die hat es! Die Kombi aus großen Laufrädern und viel Hub sorgt per se schon für enormes Baller-Potenzial, dazu hat das Conway WME aber das gewisse Etwas.

Foto: Benjamin Hahn

Das Conway bietet wie viele andere Testbikes nur 1 x 11 Gänge, aber mit kleinem, kletterfreundlichem 28-Zähne-Kettenblatt.

Man sitzt und steht absolut zentral und balanciert zwischen den „Big Wheels“, fasst so umgehend Zutrauen ins Rad und in die eigene Fahrkunst. Dass der Lenkwinkel mit 67° schon fast steil steht und so manch 27,5er in diesem Test einen längeren Radstand hat, fällt in Sachen Laufruhe kaum negativ auf. Im Gegenteil: Das Handling ist einfach höchst angenehm, genau richtig zwischen Spurtreue und Wendigkeit temperiert, sicher und spaßig.

Foto: Benjamin Hahn

Der Dämpfer lässt sich in zwei Positionen verschrauben, kitzelt dann 140 oder 150 mm aus dem Hinterbau heraus.

Das Wohlfühlambiente wird ergänzt von der soliden Yari-Federgabel, dem feinfühlig-aufmerksamen Hinterbau inklusive „fettem“ Dämpfer mit Ausgleichbehälter sowie den stimmigen Parts – wie gut greifende Fat-Albert-Reifen, ergonomisches Cockpit oder Sram-Vier- kolbenbremse mit großen Discs.

Bergan setzt sich der rundum stimmige Auftritt fort. Zwar ist das Conway WME mit 13,8 Kilo alles andere als ein Bruder Leichtfuß, es rollt aber – einerseits typisch 29er, andererseits wegen der leichten Laufräder/Reifen – richtig flott, wenn einmal beschleunigt. Steile Klettereien sind dank der sehr tiefen Front, des steilen Sitzwinkels und des traktionsreichen Hinterbaus gar ein Fest.

Technische Daten des Test: Conway WME 829 c

Modelljahr: 2018
Preis: 3499 Euro
Gewicht: 13,8 kg
Rahmengewicht: 3319 g
Federgabel: 2032 g
Gewicht Laufräder: 4709 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 41, 44, 47 cm
Getestete Rahmenhöhe: 44
Rahmenmaterial: Carbon (Alu-Hinterbau)
Lenkkopfsteifigkeit: 70,4 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Yari RC
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Rock Shox Monarch Plus
Federweg getestet: 140 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 28 Zähne vorne, 10–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram X01
Schalthebel: Sram NX
Kurbel: Truvativ Descedant
Umwerfer:
Bremse: Sram Guide RS
Bremsen-Disc vorne: 200 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Conway Vario Pro (Vario, 120 mm)
Vorbau: Contec 50 mm
Lenker: Contec 780 mm
Naben: DT Swiss M1900 Spline
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Schwalbe Fat Albert TLE 2,35"
Testurteil: Sehr gut (213 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

20.04.2018
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2018