Mountainbikes im Test

Testbericht: Cannondale Flash Ultimate (Modelljahr 2011)

Cannondale Flash Ultimate
Die Krone der Race-Hardtail-Schöpfung heißt auch 2011 Cannondale Flash und verführt durch eine brandheiße Mischung aus Steifigkeit, Gewicht, Vortrieb und Komfort.
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Bewertung

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Testurteil

Testurteil überragend

Oder man nimmt Platz im Sattel des Teambikes des Cannondale-Factory-Teams und kurbelt munter drauflos. Oder besser: schießt los! Denn das Beschleunigungsvermögen des unter 8 Kilo leichten Flash katapultiert den Fahrer förmlich auch heftigste Anstiege hinauf. Das in Relation zum Gewicht gesehen einzigartig steife Tretlager und die filigranen, vortriebsstarken DT-Swiss-Carbonlaufräder sind die Motoren des orgiastischen Fortbewegungsdrangs Marke Flash.

Famos ist dabei die überraschend kommode Sitzposition, die MB so bei einem Race-Hardtail selten erleben durfte. Streckbankgefühle und Nackenschmerzen als Preis für die Tempohatz? Das war gestern, heute ist komfortables Gasgeben angesagt. Und dabei platziert die wohlüberlegte Geometrie den Flash-Piloten schön neutral ins Bike – das schafft viel Sicherheit, unabhängig von der jeweiligen Fahrsituation.

Vorwärtsorientiert ist das 2010er Flash-Cockpit, das allerdings infolge der langhubigeren Gabel höher baut und so den einzigen, winzigen Kritikpunkt am Rad bildet – echten Racern fehlte der letzte Biss am Berg. Für 2011 ist das geändert: Die Lefty-Gabel kommt nun mit 100 mm Federweg, die Front liegt auch dank neuem Vorbau tiefer. Im ruppigen Uphill oder einem wurzelverzierten Trail hat das Flash die Oberhand über Gelände und Konkurrent Scott.

Der Grund: der hohe Komfort und die erstaunliche Traktion, welche die filigranen Hinterbaustreben und die gezielt flexende Carbon-Stütze erzeugen. Auf holprigem Untergrund meint man, ein Fully mit Minimalfederweg zu steuern, so intensiv dämpft das Heck Fahrbahnstöße. Damit bewegt sich der versierte Pilot an Bord des Boliden in fordernden Downhills in für ein Hardtail ungeahnten Grenzbereichen.

Nicht nur, dass höhere Geschwindigkeiten möglich sind, er erreicht und hält sie auch entschieden sicherer als gewohnt. Großen Verdienst daran haben die beeindruckende Sensibilität und stets kontrollierte Dämpfung der Lefty-Gabel sowie die sensationell hohe Lenkpräzision.

Die Krönung wäre ein breiterer CC-Riserlenker, mit dem sich Handling und Wohlgefühl noch steigern ließen. Gut: das große 42er-Blatt zur Bergabhatz. Für schwere Piloten wäre eine 160er-Bremsscheibe am Hinterrad wünschenswert.

Technische Daten des Test: Cannondale Flash Ultimate

Modelljahr: 2011
Preis: 8199 Euro
Gewicht: 7,7 kg
Rahmengewicht: 957 g
Federgabel (Gewicht): 1178 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S/M/L/XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Federgabel: Lefty Speed Carbon SL
Federweg getestet: 108 mm
Federbein: -
Federweg getestet: -
Lenkwinkel: 70 °
Sitzwinkel: 73,5 °
Sitzrohr: 434 mm
Oberrohr: 589 mm
Steuerrohr: 138 mm
Schaltwerk: Sram XX
Schalthebel: Sram XX
Kurbel: C´dale SI Hollowgr. SL
Umwerfer: Sram XX
Bremse: Avid XX
Bremsen-Disc vorne: 160 mm
Bremsen-Disc hinten: 140 mm
Laufräder: DT Swiss XCR 1.2 Carbon
Reifen: Schwalbe Furious Fred Evo 2,0“
Tretlagersteifigkeit: 174,1 N/mm
Lenkkopfsteifigkeit: 174,3 Nm/°
Steifigkeit/Gewicht-Index: 364,0
Komfort: 8,13 mm

Fazit

Die Krone der Race-Hardtail-Schöpfung heißt auch 2011 Cannondale Flash und verführt durch eine brandheiße Mischung aus Steifigkeit, Gewicht, Vortrieb und Komfort.

02.11.2010
Autor: Florian Storch
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2010