Mountainbikes im Test

Testbericht: BMC Speedfox 01 (Modelljahr 2018)

Foto: Axel Brunst

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BMC setzt auf Balance. Das neue BMC Speedfox ist durch und durch ein Allrounder, mit ordentlichen Nehmerqualitäten. Spannend: Im Rahmen steckt eine innovative , einzigartige Kopplung von Vario-Stütze und Dämpfer.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Hub der Sattelstütze begrenzt

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Da freust du dich nach einer Kletterpartie auf die Abfahrt, stellst die Vario-Stütze runter, schießt auf den Trail und der Hinterbau bockelt sich einen ab – vergessen, den Dämpfer zu öffnen! Wer auf dem neuen Touren- und Trailfully BMC Speedfox 01 sitzt, wird damit wohl keine Probleme mehr kennen. Denn die Schweizer haben ihre vollintegrierte(!) Teleskopstütze an die Heckfederung gekoppelt.

Foto: Axel Brunst

Im Sitzrohr verbirgt sich ein Wartungsschacht für die Kartusche der falls der Antrieb umgerüstet wird.

Steht der Sattel oben, arbeitet das Federbein antriebsneutral im Plattform-Modus, senkt der Fahrer die Stütze ab, öffnet sich der Dämpfer und gibt 120 mm Federweg frei. Trailsync heißt das System, das in etwa so viel wiegt wie eine herkömmliche Vario-Stütze. Der mechanische Sattellift hat jedoch nur drei Stufen und ab Rahmengröße L maximal 120 mm Hub (100 mm Größe M). Außerdem löst sich der Klemmmechanismus schwergängig, solange das Sattelrohr belastet ist. Es reicht aber, kurz den Hintern anzuheben. Trotz der Kinderkrankheiten ist die Idee clever, weil sie das Bikerleben schlicht einfacher macht.

Das 29"-Speedfox ist überhaupt ein Sorglos-Bike. Ausgewogen und fein ausbalanciert. Gute Gesamtlänge, vorne mit vergleichsweise steilem Lenkwinkel und am Heck nicht übertrieben kurz. Der Fahrer steht mit viel Kontrolle zentral im Bike und kann die Vorzüge der hohen Spurtreue auskosten. Zwar ist das Velo kein Kurvenflitzer, mit ein bisschen Nachdruck kommt es aber auch um enge Kurven und hält sicher die Bahn.

Foto: Axel Brunst

Auch clever: Die Sag-Anzeige auf Sattelstütze. Er dient auch als Montagepunkt für einen Umwerfer, der Wippe des Hinterbaus vereinfacht das Setup des Bikes.

Auch das Fahrwerk ist so, wie es sich für einen Allrounder geziemt: kein Sensibelchen, aber schluckfreudig und mit Reserven – und vor allem antriebsneutral. Kein Wunder, dass das 12,2-Kilo-Carboni grundsätzlich flott vorwärts marschiert und die Front bergauf nie steigt. Der Maxxis Forekaster gefällt dabei mit Grip und Traktion, der Rollwiderstand könnte aber noch geringer sein. Generell ist die Ausstattung rund um die Sram-X01-Eagle-Schaltung (1 x 12 Gänge) top, der Preis aber hoch.

Technische Daten des Test: BMC Speedfox 01 (Modelljahr 2018)

Preis: 6999 Euro
Vertriebsweg: Fachhandel
Gewicht: 12,2 kg
Rahmengewicht: 3238 g (inkl. Trailsync)
Federgabel (Gewicht): 1831 g
Gewicht Laufräder: 4116 g
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 73,8 Nm/Grad
Federgabel: Rock Shox Pike RCT3
Federweg getestet: 120 mm
Federbein: Fox Float DPS Performance Elite
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 34 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram X01 Eagle
Schalthebel: Sram X01 Eagle
Kurbel: Sram X01 Eagle
Umwerfer: -
Bremsen vorne/hinten: Sram Guide Ultimate 180/180 mm
Sattelstütze: BMC Trailsync (Vario, 120 mm)
Vorbau: BMC 55 mm
Lenker: BMC 760 mm
Naben: DT Swiss XM 1501 Spline One
Felgen: DT Swiss XM 1501 Spline One
Reifen: Maxxis Forekaster Exo TR 2,35"

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Das Bike, das in allen Lagen gleich gut unterwegs ist, gibt es wirklich. Es heißt BMC Speedfox. Spurtreu und ausreichend agil bergab, zielstrebig und präzise bergauf, tempofest im Flachen. Ein super Allrounder, dessen per se gutes Trailsync-System dem Fahrer die Bedienung vereinfacht.

19.12.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE