Pflegeserie Dämpfer

Sie können die Fotostrecke mit den Richtungspfeilen der Tastatur bedienen
←   →
Foto: Benjamin Hahn Fotografie Werkstatt Pflegeserie Dämpfer

Luft ablassen

Ab nun geht es um den Dämpfer! Auch hier musst du die Luft komplett(!) ablassen, damit es beim Zerlegen des Dämpfers keinen buchstäblich großen Knall gibt. Entweder mit kleinem Inbus aufs Ventil drücken oder den Ablassknopf einer Dämpferpumpe nutzen.

Dämpfer aufschrauben

Spanne das obere Dämpferauge (das am Gehäuse) fest in einen Schraubstock. Etwas Tuch schützt vor Kratzern. Nun in das zweite Auge einen Inbus stecken und so das Standrohr fixieren. Nun kannst du das Lu kammergehäuse gegen den Uhrzeigersinn aufdrehen.

Luftkammer abziehen

Bereits nach wenigen Gewindegängen ist das Luftkammergehäuse gelöst (oft gibt es dabei noch ein leises Plopp-Geräusch). Ziehe das Gehäuse über das Standrohr hinweg ab. Nun den Dämpfer aus dem Schraubstock nehmen.

Kolben/ Standrohr reinigen

Mit einem trockenen und sauberen Tuch reinigst du die Standrohre, den Kolben und den Dämpferdeckel. Jetzt kannst du auch die Dichtungen inspizieren: Wenn diese nicht verdreckt oder abgenutzt sind, reicht es, sie neu zu fetten.

Dichtungen entfernen

Sind die Dichtungen angegriffen, musst du sie erneuern. Entferne die auf dem Standrohr sitzende Dichtung (zwei Plastikringe, ein Dichtring) mit einem spitzen Werkzeug wie einem Zahnsteinentferner (ab 5 Euro bei Amazon). Achtung: Nicht die Lauffläche verkratzen!

Dichtungen entfernen II

Nun sind die Dichtungen im Luftkammergehäuse dran. Zunächst den Staubabstreifer per Hand abziehen.

Dichtungen entfernen II

Dann die tiefer im Gehäuse sitzende Luftkammerdichtung (wieder zwei Plastikringe und ein Gummidichtring) mittels Spitzdorn o. Ä.

Dichtungen entfernen III

Auch im Dämpferdeckel verbirgt sich noch ein dünner Gummidichtring. Diesen ebenfalls mit einem spitzen Werkzeug vorsichtig herausziehen. Die alten Dichtungen wegschmeißen oder für andere Zwecke verwenden.

Kammergehäuse reinigen

Bevor du die neuen Dichtungen einsetzt, musst du noch das Luftkammergehäuse reinigen. Nimm dazu ein sauberes, fusselfreies Tuch. Groben Dreck und altes Öl löst du mit Isopropyl-Alkohol (optimal), mit Waschbenzin oder Bremsenreiniger.

Dichtungen einsetzen

Eine Packung mit allen nötigen Dichtungen bekommst du, passend zu deinem Dämpfer, im sogenannten Fox-Rebuild- Kit für circa 20 Euro. Setze zunächst den O-Ring in den Dämpferdeckel per Hand ein. Achte darauf, dass er korrekt sitzt.

Dichtungen fetten

Dem Rebuild-Kit liegt auch eine kleine Plastikflasche mit zähflüssigem, blauem Federungsöl („Fox Fluid“) bei. Beträufle die beiden benötigten Gummidichtringe sowie den Abstreifer von allen Seiten mit etwas Öl.

Dichtungen einsetzen II

Jetzt ist die Dichtung auf dem Standrohr an der Reihe. Setze erst einen der weißen, geschlitzten Kunststoffringe ein und streife dann die neue Dichtung über (nicht verdrehen). Dann schiebst du den zweiten weißen Kunststoffring auf.

Dichtungen einsetzen III

Der kniffligste Teil! Die Dichtungen im Gehäuse sitzen tief, und die weißen Plastikringe sind nicht geschlitzt. Am einfachsten geht es, wenn du die Plastikringe zu einer Art Chip formst und so ins Gehäuse einführst.

Dichtungen einsetzen III

Schließlich den Abstreifer einfach aufdrücken.

Kammergehäuse aufschieben

Jetzt geht es an den Zusammenbau des Dämpfers. Schiebe dazu das Luftkammergehäuse wieder über Standrohr und Kolbenstange sowie über die jeweiligen Dichtungen. Vorsicht, dass sich Gehäuse und Standrohr nicht verkanten.

Dämpfer schmieren

Damit der Hinterbau deines Bikes später wieder perfekt funktioniert, benötigt der Dämpfer noch eine kleine Packung Öl. Drücke dazu 2 ml des blauen Fox-Öls auf die Kolbenstange. Das entspricht circa der Hälfte des kleinen Fläschchens.

Dämpfer zuschrauben

Presse das Gehäuse nun über das Gewinde und schraube es im Uhrzeigersinn auf. Dies funktioniert wie abgebildet im Schraubstock, noch einfacher eingebaut im Bike: Hinterbau zusammendrücken, Gehäuse festschrauben. Danach noch aufpumpen und ab aufs Bike!
Mehr zu dieser Fotostrecke: Pflegeserie: So wartest du dein Bike