Werkstatt-Serie mit dem Scott-SRAM-Chefmechaniker

Werkstatt: Tubelesssetup mit Profimechaniker Yanick the Mechanic

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Foto: Dennis Stratmann

Schlauch entfernen

Lass die Luft aus dem Schlauch, entferne die Ventilmutter. Nun schiebst du einen Reifenheber unter die Karkasse und drückst diese über das Felgenhorn. Apropos: Profis bekommen Faltreifen auch mit reiner Fingerkraft von der Felge. Arbeite dich über den gesamten Radius vor. Trenne Schlauch und Reifen von der Felge.

Felge säubern

Wische die Felge sauber und entferne ggf. das alte Felgenband, wenn es nicht Tubeless-ready ist.

Felgenband einkleben

Viele Hersteller rüsten ihre Laufräder ab Werk mit Tubeless- Felgenband aus (z. B. DT Swiss). Fehlt der Hinweis, musst du neues Felgenband einkleben. Achte auf einen faltenfreien, geraden Sitz im Felgenbett.

Ventil einstecken

Nachdem du das Felgenband an der Ventilbohrung vorsichtig eingestochen hast, kannst du das Ventil einpassen. Dann den O-Dichtring aufschieben.

Ventil ausrichten

Damit das Ventil abdichtet, muss es straff im Felgenbett sitzen. Richte es dem Ventilkopf entsprechend aus.

Ventilmutter aufschrauben

Schraube jetzt die Rändelmutter auf das Ventil. Drücke von der Felgenoberseite aufs Ventil. Nur mit Fingerkraft, nicht etwa mit einer Zange, anziehen, damit das Ventil werkzeuglos bei einem Platten demontierbar ist.

Erste Reifenseite aufziehen

Überprüfe zunächst den Reifen auf seine Laufrichtung („Rotation“ + Pfeil auf der Seitenwand). Stell die Felge in den alten oder einen neuen, entfalteten Reifen. Beginne gegen­ über dem Ventil und ziehe die Reifen­ karkasse einseitig über das Felgen­ horn bis ins Felgenbett (Felgen­ mitte). Profis montieren den Schrift­ zug auf Ventilhöhe: Beim Plattfuß ist das Ventil so schneller auffindbar.

Zweite Reifenseite

Beginne auf der gegenüberliegenden Seite des Ventils die andere Karkassen­ seite ins Felgenbett zu drücken.

Reifen vorbereiten

Ziehe den Reifen nur zu 3/4 auf die Felge. Der dadurch entstehende „Spalt“ wird im nächsten Schritt zum Ein­ füllen der Dichtmilch gebraucht.

Milch eingießen

Schüttle die Dichtmilchflasche zunächst und halte sie einige Sekunden mit dem Deckel nach unten ruhig. So können sich die Dichtpartikel in der Milch setzen. Fülle nun den Messbecher mit Milch. Je nach Mittel und Reifen­ wahl sind verschiedene Mengen nötig, beachte die Herstellerangabe. Fülle danach die gesamte Milch auf Ventilhöhe in den Reifen ein.

Reifen montieren

Nutze die Schwerkraft und rotiere das Laufrad leicht, sodass die Milch im unteren Teil des Reifens steht. So vermei­dest du das Austreten von Milch. Drücke dann den verbleibenden Teil des Reifens nach und nach in Rich­ tung Ventil über das Felgenhorn. Bei straffen Pneus hilft ein Reifen­ heber. Achtung bei Carbon­Felgen: Verwende einen Heber aus Plastik und vermeide hohe Hebelkräfte. Das Ventil muss zum Befüllen mittig zwischen den Wülsten sitzen. Drücke abschließend die Reifen­ wülste zur Felgenflanke.

Aufpumpen

Jetzt ist eine groß­ volumige Pumpe gefragt, ideal ist eine spezielle Tubeless­Pumpe mit Zusatztank. Schlagartig muss möglichst viel Luft in den Reifen, damit sich dieser „setzen“ kann. Alternativ hilft ein Kompressor. Ein Knall signalisiert die korrekte Montage: Der Reifenwulst springt ins Felgenhorn.

Sitz überprüfen

Hält der Reifen die Luft nur wenige Sekunden? Dann sitzt er nicht richtig auf der Felge. Überprüfe den Übergang zwischen Karkasse und Felge: Meist helfen auf dem Reifen ein­ geprägte Striche zur Orientierung. Ist der Strich überall gleichmäßig zu sehen, sitzt der Reifen korrekt. Schüttle die Milch gezielt an Stellen, wo Luft austritt.

Milch im Reifen verteilen

Für maximale Abdichtung der Milch prellt Yanick den Reifen wie einen Basketball auf den Boden. Die Milch gelangt so an undichte Stellen. Der Reifen darf an der Seitenwand Milch „ausschwitzen“. Lauf­ räder montieren und Probefahrt machen. Bei den Fliehkräften verteilt sich die Milch im Pneu. Pumpe zum Nachpumpen nicht vergessen! Die Milch hält ca. 3–4 Monate.

Yanicks Tipp: So sehen Reifen wie neu aus

Faustregel: Je sauberer die Reifenkarkasse, desto neuer und cleaner sieht dein Rad aus. Beim Team Scott­Sram werden die Reifen umgehend nach Matschfahrten gesäubert, sodass der Dreck nicht antrocknen kann. Die Decals der Reifen poliert Yanick meist mit Bike­Finish oder Silikon­ Öl. Der Profi setzt die Laufräder so wenig wie möglich Sonnenlicht aus: So trocknet weder die Milch im Reifen noch blassen die Logos aus.
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