Werkstatt-Serie mit dem Scott-SRAM-Chefmechaniker

Werkstatt: Fahrwerksetup mit Profimechaniker Yanick the Mechanic

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Foto: Dennis Stratmann

Zugstufe rausdrehen

Um das Fahrwerk unbeeinflusst einzustellen, muss das Setup „zurückgesetzt“ werden. Drehe zuerst den meist rot eloxierten Regler der Zugstufe (=Rebound) der Federgabel bis zum Anschlag gegen den Uhrzeigersinn.

Druckstufe rausdrehen

Stelle die niedrigstmögliche Druckstufe mit dem Drehregler ein. Manche Gabeln bieten drei Rasterungen an (offen, gedämpft, blockiert), andere eine stufenlose Verstellung.

Dämpfer zurücksetzen

Auch der Dämpfer sollte für das perfekte Setup neutral eingestellt sein. Stelle dazu die Druckstufe (blau) und Zugstufe (rot) auf die offenste Position = gegen den Uhrzeigersinn.

Gabel aufpumpen

Mit einer speziellen Dämpfer- Pumpe gibst du Druck in die Luftkammer. Viele Hersteller drucken Tabellen mit Richtwerten zu deinem Gewicht auf die Gabel oder in die Gebrauchsanweisung. Alternativ als ersten Richtwert dein Körpergewicht „in PSI“ ins Fahrwerk geben.

Dämpfer befüllen

Nun erhält der Dämpfer Luft. In der Gebrauchsanweisung deines Bikes findest du eine Empfehlung für dein Körpergewicht.

O-Ring runterschieben

DerNegativfederweg (= Sag) bezeichnet den Teil des Federwegs, den du rein durch dein Eigengewicht nutzt. Je nach Druck in der Gabel/Dämpfer verringert oder vergrößert sich dieser, was sich auf das Fahrverhalten auswirkt.

O-Ring runterschieben

Mithilfe des O-Rings an Gabel und Dämpfer bestimmst du den Sag. Schiebe dazu den Ring an Gabel und Dämpfer runter.

Fahrwerk belasten

Steig aufs Bike. Halte dich an einem Hilfsmittel oder Partner fest. Begebe dich in Fahrposition (Enduro: stehend, Touren und CC-Bikes sitzend). Die Bremse ist tabu! Vorsichtig absteigen.

Sag ablesen

DerAblesering sollte bei CC-Bikes nun auf 20 % des Gesamtfederwegs stehen. Bei Touren/AM-Bikes sind 25 % Sag ideal, bei Enduros gar 30 %. Passt der Wert nicht, musst du den Luftdruck erhöhen/verringern.

Federweg bestimmen

Ga- bel und/oder Dämpfer bieten keine Skala? Dann lass die Luft aus dem Federelement, sodass du es bis zum Endanschlag komprimieren kannst. Messe anschließend den Maximalfederweg (Dichtung bis Abstreifring) und errechne dann den Sag. Beispiel: 20 % von 60 mm Hub = 12 mm Sag.

Alternative Tools

Einige Hersteller liefern einen Sag-In- dikator mit. Die Schablone kannst du einfach auf den Dämpfer aufklemmen, um dein Setup zu verfeinern.

„Bottom out“

Jetzt prüfst du den Durchschlagsschutz. Rolle leicht mit dem Bike an und federe dann das Fahrwerk kräftig ein. Du spürst eine Endprogression, aber keinen Durchschlag? Dann passt der Druck.

Zugstufe einstellen

Über das meist rote Einstellrad kontrollierst du die Ausfederungsgeschwindigkeit (= Zugstufe oder Rebound) von Federgabel (Bild) und Dämpfer. Je stärker du das rote Drehrad „zu“ drehst, desto langsamer federt die Gabel oder das Heck aus.

Gabel-Rebound testen

Stelle dich hinter den Lenker und komprimiere die Gabel kräftig. Lasse den Lenker schlagartig los, sodass die Gabel nach oben schnellt. Achte auf den Reifen: Die Gabel sollte so schnell ausfedern, dass der Reifen so gerade nicht vom Boden abhebt.

Dämpfer-Rebound testen

Auch das Heck sollte beim Ausfedern nicht den Bodenkontakt verlieren. Taste dich an die ideale Geschwindigkeit heran.

Druckstufe

Der Einfederwiderstand (= Druckstufe oder Compression) lässt sich bei vielen Gabeln und Dämpfern meist in drei Modi einstellen: offen, gedämpft und (fast) gesperrt. Je höher die Druckstufe, desto weniger wippt die Gabel/das Heck – zu Lasten der Sensibilität.

Profi-Setup

Nino Schurter fährt sein Fahr- werk für einen CC-Piloten relativ soft. Sein Rebound ist schnell eingestellt, damit der Federweg schnell wieder zur Verfügung steht. Das ist bei Stufen und Steilabfahrten wichtig. Yanicks Tipp: „Damit das Fully seine Vorteile ausspielen kann, müssen Hinterbau und Gabel in Balance zueinander und das Setup ähnlich sein.“ Um dies zu testen, komprimierst und entlastest du das Bike an Sattel und Lenker parallel.
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