Herbst-Special: Alles über Bike-Equipment, -Bekleidung und -Pflege

Service Tipps für den perfekten MTB-Herbst

Foto: Daniel Geiger

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Bunt sind schon die Wälder: Biken im Herbst ist etwas ganz besonderes. Nicht nur wegen der Natur, denn auch die Ausrüstung für Biker ändert sich in der goldenen Jahreszeit. Wir zeigen, was du an deinem Bike brauchst!

Zu keiner anderen Jahreszeit bietet die Natur ein derart spektakuläres Schauspiel bei vergleichbarer Farbenpracht als im Herbst: Die tiefer stehende Sonne wärmt jetzt gerade noch genug, um Biker sanft durch die in allen Farben schimmernden Wälder zu tragen, der Lärm des Alltags lässt sich nie besser verdrängen als bei dem Geräusch von raschelndem Laub, das von Stollenreifen aufgewirbelt wird. Kurzum: Gerade jetzt gehören Biker nach draußen!

MOUNTAINBIKE nimmt dies zum Anlass, das Biken im Herbst in all seinen faszinierenden Facetten zu beleuchten. So steht am Anfang die Frage, wie genau das perfekte Herbst-Bike aussehen muss, damit Spaß und Sicherheit gleichermaßen berücksichtigt sind. Welche speziellen Reifen garantieren maximalen Grip auf feuchtem Untergrund? Ergeben Schutzbleche wirklich Sinn? Oder: Mit welcher Beleuchtung sind Nachtbiker am sichersten unterwegs?

Mit beispiellosem Aufwand hat MOUNTAINBIKE der Frage nachgespürt, welche Kleidung im Herbst vor Wind und Wetter schützt. Die Antwort: Biker, die sich mit Köpfchen einkleiden, sind perfekt auf jede Wettersituation unterwegs vorbereitet.

Alle Equipment-Tipps in der Fotostrecke

MTB-Helmlampen: Diese Lampen sind top

Der Herbst kommt und die Nächte werden länger - für uns Biker eine nicht ganz einfache Situation. Wie man jetzt noch in Trailgenuss kommt? Ganz klare Antwort: Mit modernen Helmlampen. Die neuesten Modelle bieten ordentlich Leistung was die Lichtmenge angeht und auch die Akkus halten für einige Stunden im Sattel. MOUNTAINBIKE hat die neuesten Modelle der Saison hier für dich getestet. Hier geht es direkt zum großen Lampentest von MOUNTAINBIKE.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Matschbeschuss: So wäscht du deine Klamotten

Wann und wie oft waschen?

Wenn das Schmuddelwetter seine matschige Fratze zeigt, schlägt die Stunde von Gore Tex und Co. Hochwertige Funktionsbekleidung ist der ideale Schutz vor Regen und Nässe, kann im Schlamm aber gehörig Schaden nehmen. Achte darauf, deine Regen- und Softshellbekleidungstets mit einer Aufsprühimprägnierung zu schützen. Dies erhält die Atmungsaktivität der Membran. Schlamm nach der Tour trocknen lassen und abklopfen oder umgehend abspülen. Komplett verdreckte Kleidung nicht in die
Waschmaschine geben, das schadet Membran und Maschine!

Auf der Tour gilt: Stellen, wo Dreck unter Druck in die Membran gerieben wird (Regenhose/Sattel), möglichst sauber halten, denn die wenigsten Membranen überstehen diese Tortur länger als ein paar Stunden. Hier helfen ein paar Spritzer aus der Trink?asche. Immer nach Herstellerangabe waschen. 30 °C mit Funktionswaschmittel ohne Endschleudern geht fast immer.

Foto: Daniel Geiger

Herbst-Blues? Das kannst du dagegen tun

1.Es werde Licht! Müde bist du, weil die Tage kürzer und dunkler werden. Der Lichtmangel verändert im Gehirn den Haushalt der Glücks- und Schlafhormone Serotonin und Melatonin. Abhilfe am Morgen schafft ein Lichtwecker (ab 30 Euro), der den Sonnenaufgang nachstellt, oder eine starke, Tageslicht simulierende Lampe („Lichtdusche“, ab 2500 Lux, 50 Euro), vor der du 20 bis 30 Minuten am Tag verbringst.

2. Mach mal lauter! Mit einem guten Soundtrack wird der schlechteste Tag ein bisschen besser. Im Straßenverkehrdarfst du Ohrenstöpsel tragen, solange du noch Warnsignale um dich herum hören kannst. Mit speziellen (Bluetooth-)SportKopfhörern sparst du dir den Kabelsalat und kannst in vielen Fällen die Titel wechseln, ohne das Handy in die Hand zu nehmen. Wie wäre es mit Karibik-Rhythmen oder Reggae?

3. Probier was Neues! Die Aussicht auf den langen Winter motiviert nicht gerade dazu, sich regelmäßig aufs Rad zu setzen. Wenn du dich zum Beispiel für einen Winter-Marathon, einen Cross-Duathlon oder ein Cyclo-Cross-Rennen anmeldest, hast du einen guten Grund, es trotzdem zu tun. Und kannst dich auf die Gaudi beim Event freuen! Bei Hobbyrennen brauchst du auch keinen Crosser – es reicht dein MTB.

4.Geh unter Leute! Alles, was dich im Winter aufs Bike bringt, hebt die Stimmung. Zettele eine Gruppenausfahrt an, plane einen Aus?ug an einen nahen Spot und nimm deine Freunde mit! Gute Gesellschaf und Geselligkeit helfen gegen den Blues. Lade zur wöchentlichen Tour mit anschließendem Abstecher auf den Weihnachtsmarkt oder zur Pommesbude ein und verbinde das Angenehme mit dem Angenehmen.

Foto: Björn Hänssler

Schlammpfützen, nasse Wurzeln und dichte Laubteppiche sind im Herbst gefährliche Hindernisse.

Fahrtechnik: So kommst du sicher durch den Matsch

Die Trails sind matschig, die Wurzeln glitschig, und unter dem nassen Laub verstecken sich Hindernisse: Um hier nicht baden zu gehen, musst du nur einige wenige Tipps beachten:

1. Bleib locker: Im Matsch ist es besonders wichtig, dass du nicht verkrampfst und weniger Druck auf die Front legst als bei trockenen Bedingungen. So sackt dein Vorderrad nicht im Schlamm ein und rollt leichter über nasse Wurzeln und Steine, die für dich vielleicht unsichtbar unter dem Laub liegen. In Kurven kann das kurveninnere Bein einen Drif leichter abfangen, wenn du Flatpedals fährst.

2. Dosiert bremsen: Wer hart bremst, schmiert im Matsch erst recht ab. Reduziere dein Tempo an simplen Stellen und lass das Bike über schwierige Passagen und Hindernisse dosiert rollen.

3. Direkte Linien: Bei nassen Wurzeln oder Steinen immer darauf achten, dass du sie im rechten Winkel anfährst und überfährst, damit das Vorderrad nicht seitlich abrutscht.

Foto: Fotolia

5 Tipps gegen eine Erkältung

Warme Füße sorgen für eine bessere Durchblutung des ganzen Körpers – und dazu gehö­ren die Schleimhäute. Viren und Bakterien haben es schwerer, sich einzunisten. Setze deshalb beim Biken auf warme Schuhe und dicke Socken. Nach der Tour solltest du deine verschwitzten Sachen schnell ausziehen, bevor du auskühlst, und zügig duschen. Dein Immunsystem stärkst du durch Sport und gesunde Ernährung mit Vitamin C und Zink (z. B. in Hafer?ocken, Rind?eisch, Cashewkernen). Viel Schlaf ist die beste Medizin, während der Erkältung und auch präventiv.

Wärmende Tees mit Lindenblüten, Kamille, Thymian oder Holunderblüten helfen dir. Trinke ausreichend, das heißt auch im Winter 2 bis 3 Liter pro Tag. Wer sich auf der Arbeit bereits morgens eine große Thermoskanne Tee kocht und diese bis zum Nachmittag austrinkt, hat schon einen guten Teil erledigt. Wenn es dich erwischt hat, hilf inhalieren mit Kräuterzusätzen wie Pfe?erminz oder Kamille, denn sie wirken beruhigend und antientzündlich. Einen Teebeutel in einen Topf heißes Wasser, Handtuch drüber und tief einatmen. Ebenfalls wichtig, wenn der Hals kratzt: Gönn
dir Ruhe, eine Sportpause ist unerlässlich. Sie sorgt dafür, dass die Erkältung schneller abklingt und dein Körper Energie auf die Genesung verwenden kann.

Bekleidungstipps

Funktionstextilien aus Merino halten mollig-warm, nehmen bei körperlicher Anstrengung jedoch viel Feuchtigkeit auf und bleiben lange nass. Bei Unterhemd oder Trikot sind Synthetik-Fasern daher nach wie vor erste Wahl,bieten top Feuchtigkeitstransport, hohe Isolation und sind sehr pflegeleicht sowie robust. Bewährt und sinnvoll sind hingegen Socken aus Merinowolle, da diese bestens isolieren und lange Zeit geruchsneutral bleiben.

Foto: Björn Hänssler

So bleibst du und dein Material sauber

Auch nach dem Regenschauer bleibt das Hinterrad meist eine wahre Dreckschleuder! Schlammfänger zum Klemmen oder Anstecken schützen Komponenten und Bekleidung vor der zerstörerischen Pampe. Auch die Regenhülle deines Rucksacks sollte nicht nur bei akutem Regen zum Einsatz kommen. Zwar ist der Nässeeinbruch ins Rucksackinnere durch wasserabweisende Materialien meist gering, die Hülle schützt jedoch die empfndlichen Zähne der Reißverschlüsse vor Dreck und Funktionsausfall. Per Handwäsche die Hülle anschließend reinigen.

19.10.2018
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 10/2008