Krafttraining für Biker: Jakob Fuglsangs beste Tipps

Stark wie ein Weltmeister

Gewichte stemmen ist nicht Ihr Ding? Kein Problem: U23-Champ Jakob Fuglsang zeigt, wie Sie auch ohne Eisen zu viel Power kommen.
Foto: Daniel Geiger

Jakob Fuglsang mit seinen Trainingsgeräten.

Die Furcht grassiert in der Szene über Teamgrenzen hinweg. Wie die Pest wird sie gemieden. Nur wenige trauen sich, der vermeintlich ansteckenden Seuche ins Antlitz zu blicken: Fällt auch nur deren Name, spüren „echte“ Racer angeblich umgehende Veränderungen im Körper. Schlimmer noch: Sie fühlen sich plötzlich schwer; so schwer, dass sie umgehend im Erdboden einzukrachen drohen. Der Feind in den eigenen Gebeinen! Nein, für Biker, die jedes Gramm zu viel mit eisernem Willen bekämpfen, kommt ein Kraftzuwachs – und somit ein untolerierbares Mehr an Gewicht – einem Genickschuss gleich.

Mindestens! Das jedenfalls glauben viele. Dabei ist Kraft – lange genug unterschätzt – für Mountainbiker ein, wenn nicht der leistungsbestimmende Faktor: Der menschliche Körper verfügt über 660 Muskeln; 35 bis 40 Prozent des eigenen Körpergewichts gehen auf deren Konto. Der Kraftfaktor, speziell die Stützmuskulatur, nimmt beim Mountainbiken im Gegensatz zum Straßenradsport eine wesentlich größere Rolle ein. Einer, der ein Lied davon singen kann, weil er „auf beiden Hochzeiten tanzt“, ist Jakob Fuglsang, Mountainbike-Weltmeister der U23-Klasse und Straßenradprofi: „Biker brauchen nicht nur am Berg, bei Sprints oder am Start Power. Beim Mountainbiken wechseln die Streckenbeschaffenheiten ständig, Streckenprofile sind gewöhnlich sehr unrhythmisch. Dafür muss ein Biker einen starken Muskelapparat haben.“

Foto: Daniel Geiger

Kraft pur auf dem Scalpel, dem leichtesten Fully der Welt: Kein Wunder, dass Jakob Fuglsang, Roel Paulissen und Kashi Leuchs (von rechts) 2007 das erfolgreichste Team waren.

Ruppige Downhills über längere Passagen, wo Schläge abgefedert werden müssen, erfordern eine sehr gute Stützmuskulatur: Bei einer Dauerkontraktion ermüden Oberarm-, Waden und Rumpfmuskulatur rasch, wenn sie bei schnellen, intensiven Abfahrten nicht stark genug sind.

Der Rat des jungen Dänen: „Gerade aus diesem Grund sollten Mountainbiker an den richtigen Stellen einen Schuss Power hinzugeben.“ Klar ist es immens wichtig, Gewicht zu halten; unnötige Kilos rumzuschleppen, bringt keinen Biker voran. Wer aber da ansetzt, wo Biker für muskuläre Disbalancen anfällig sind, kommt entscheidend weiter.

Jakob Fuglsang zeigt, wie Sie mit wenigen Übungen effektiv trainieren können.

30.01.2008
Autor: Jochen Haar
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 02/2008