So stellen Sie Ihren MTB-Sattel perfekt ein

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Foto: Benjamin Hahn So stellen Sie Ihren MTB-Sattel perfekt ein

Höcker messen: Wellpappe-Trick

Zur Bestimmung des Sitzbeinhöcker-Abstands setzen Sie sich mit angezogenen Beinen (Hüftwinkel etwa 70°) auf ein Stück Wellpappe, das auf einem harten Untergrund liegt. Stützen Sie die Füße auf einem Gegenstand ab. Nun sollten Sie die Sitzbeinhöcker spüren und deutlich belasten.

Höcker messen: Abstand bestimmen

Markieren Sie die auf der Pappe entstandenen Vertiefungen mit einem Kreis und kennzeichnen Sie deren Mittelpunkte. Ermitteln Sie Ihren Sitzbeinhöcker-Abstand durch Ausmessen der Punkte. Sind Sie Racer und bevorzugen eine sportlich-gestreckte Sitzposition, addieren Sie zu diesem Wert etwa 1,5 Zentimeter. Aufrechter sitzende Tourenfreunde sollten bis zu 3 Zentimeter addieren. Nehmen Sie diesen Wert als Referenz, um die Sattelmodelle in den Testbriefen nach der gemessenen Breite zu selektieren. Dieser Wert sollte jedoch nur als Orientierung dienen. Ob ein Sattel zu ihrem Po passt, ­bestimmt auch die Wölbung der Satteldecke – sie kann die nutzbare Breite der Sitzfläche deutlich reduzieren. Tipp: Schneiden Sie den Wellpappeabdruck samt Markierungen mit einer Schere aus und verwenden Sie diesen als Messschablone im Bike-Shop.

Höcker messen: Sattel zu schmal

Die Auflagepunkte der Sitzbeinhöcker liegen weit außen und finden keinen festen Halt.

Höcker messen: Sattel passt

Dieser Sattel bietet den Sitzbeinhöckern jeweils 1,5 Zentimeter mehr Breite und definierten Sitz.

Sattelhöhe: Innenbeinlänge messen

Stellen Sie sich ohne Schuhe rücklings an eine Wand und ­halten Sie eine Wasserwaage so in den Schritt, dass sie waagerecht anliegt. Markieren Sie die Oberkante der Waage an der Wand mit einem Strich. Messen Sie die Höhe vom Boden bis zum Strich. Als Messhilfe taugt auch ein großes Buch, das Sie rechtwinklig an die Wand halten.

Sattelhöhe: Sattelhöhe berechnen

Der Messwert entspricht Ihrer Innenbeinlänge. Innenbeinlänge x 0,885 = Sattelhöhe. Verändern Sie die Einstecktiefe der Sattelstütze, bis der Abstand von der Mitte des Tretlagers zur Oberkante des Sattels der Sattelhöhe entspricht.

Sattelhöhe: Sattelhöhe überprüfen

Ob die am Bike eingestellte Sattelhöhe stimmt, prüfen Sie mit einem einfachen Trick: Stellen Sie einen Fuß mit der Ferse auf das Pedal – den anderen lassen Sie herabhängen. Eine zweite Person kontrolliert die waagerechte Stellung der Hüfte.

Sattelhöhe: Sattelhöhe richtig

Wenn die Sattelhöhe korrekt auf Ihre Innenbeinlänge eingestellt wurde, steht die Hüfte von hinten betrachtet nun vollständig waagerecht.

Sattelhöhe: Sattel zu hoch

Bei falscher Sattelhöhe steht die Hüfte schief. Reduzieren Sie die Höhe des Sattels schrittweise um wenige Millimeter, bis die Hüfte waagerecht steht.

Sattelposition: Horizontale Sattelposition

Für eine biomechanisch optimale, knieschonende Kraftübertragung ist die horizontale Position des Sattels wichtig. Fällen Sie bei waagerecht stehenden Kurbeln und Schuhen (eingeklickt) ein Lot von der Kniescheibe des vorderen Fußes. Das Lot sollte genau durch die Pedalachse verlaufen. Verschieben Sie bei Bedarf den Sattel vor oder zurück.

Sattelposition: Sattelneigung einstellen

Stellen Sie die Neigung des Sattels komplett waagerecht ein, um effizient zu pedalieren. Legen Sie dazu eine Wasserwaage an Heck und Nase des Sattels an. Bei Druck am Schambein senken Sie die Nase um wenige Millimeter ab. Müssen Sie die Nase stärker absenken, passt die Sattelform nicht zu Ihrem Po – wählen Sie ein anderes Modell.

Die richtige Sitzposition

Nicht nur die Einstellung des Bikes, auch die richtige Körperhaltung kann Sitzprobleme mindern. Für kraftvoll-entspanntes Biken orientieren Sie sich an der idealen Sitzposition (Bild): Hüfte, Rücken und Kopf bilden annähernd eine Gerade. Schultern und Nacken bleiben entspannt. Die Arme sind angewinkelt, um Schläge abzufedern. Achten Sie beim Treten auf Ihr Becken: Es sollte ohne Taumeln und Rutschen auf den Sitzbeinhöckern ruhen.

Falsche Sitzposition: Rundrücken

Druck am Schambein erzeugt eine Körperhaltung mit Rundrücken (Bild), da der Fahrer das Becken nach hinten kippt, um dem Druck auszuweichen. Die Folge: Rückenschmerzen! Prüfen Sie, ob der Sattel waagerecht steht und die Breite zu Ihrem Sitzbeinhöcker-Abstand passt.

Falsche Sitzposition: Hohlkreuz

Ein untrainiertes Becken kippt nach vorn, der Rücken gerät in Hohlkreuz-Stellung (Bild). Druck am Schambein ist die Folge, Beckentraining schafft Abhilfe.
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