GPS-Uhren-Kaufberatung: Alle Infos auf einem Blick

Kaufberatung GPS-Uhren: Mit MOUNTAINBIKE die richtige Uhr finden

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GPS-Uhren werden immer beliebter. Ob beim Biken, Wandern oder anderen sportlichen Aktivitäten - den eigenen Körper mithilfe von Fitness-Trackern überwachen und zurückgelegte Strecken via GPS aufzeichnen liegt aktuell voll im Trend. Wir haben uns die elektronischen Helfer genauer angeschaut und sagen dir, was du beim Kauf einer GPS-Uhr beachten solltest.

GPS-Uhren verbinden die Vorteile von Fitness-Trackern mit den Vorteilen von Smartphones. Die Tausendsassa sind mit Funktionen wie Schrittzählern und Herzfrequenzsensoren ausgestattet und können über verschiedene Sportmodi den Körper überwachen, Kalorien zählen oder Trainingspläne unterstützen.

Gerade für Biker und andere Outdoor-Sportler dürften aber die GPS-Funktionen interessant sein. Aktuelle Top-Modelle können nicht nur den zurückgelegten Weg aufzeichnen, es ist auch möglich, sich mithilfe von GPX-Dateien von der Uhr durchs Gelände navigieren zu lassen.

Im Folgenden klären wir die wichtigsten Fragen rund um GPS-Uhren.

Was ist eine GPS-Uhr?

GPS-Uhren sind Uhren, die mit Funktionen zur Navigation oder Routenaufzeichnung ausgerüstet sind. Aktuelle Top-Modelle sind sogar in der Lage, die größeren und unhandlicheren GPS-Geräte, zu ersetzen. In der Regel sind GPS-Uhren für den Outdoor-Einsatz mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, um den Sportler mit Informationen zu seiner Umgebung, zu Wetterdaten, dem Sonnen- und Mondstand oder Körpermessdaten zu versorgen.

Was ist der Unterschied zwischen einer GPS-Uhr und einer Smartwatch?

Der große Unterschied zwischen einer GPS-Uhr und einer Smartwatch besteht darin, dass Smartwatches als Kommunikationsgeräte und Verknüpfung zum eigenen Smartphone dienen sollen und GPS-Uhren ohne die Kopplung mit einem Smartphone funktionieren.

GPS-Uhren sind auf eine lange Akku-Laufzeit ausgelegt. Hier navigiert der Nutzer noch mit echten Knöpfen durch die Menüs auf den zumeist schwarz-weißen und niedrig auflösenden Bildschirmen. Zwar ist in vielen Fällen eine Kopplung mit dem Smartphone möglich, allerdings braucht man dies vor allem um Sport-Daten abzurufen oder Routeninformationen aufzuspielen. Vereinzelt können einige GPS-Uhren aber auch Smart-Notifications anzeigen.

Smartwatches legen den Schwerpunkt auf Vernetzung und vereinfachtes Handling, da man dank einer Smartwatch das Handy in einem Rucksack oder einer Tasche aufbewahren und trotzdem über die Smartwatch eingehende Nachrichten lesen oder Anrufe entgegennehmen kann. Smartwatches sind zu diesem Zweck mit Farb-Touchscreens ausgestattet und müssen nicht zuletzt wegen der permanenten Kopplung mit dem Smartphone relativ häufig wieder aufgeladen werden.

Tipp: Stell dir zunächst die Frage, wie du eine GPS-Uhr nutzen willst. Ist dir die Kopplung mit dem Smartphone wichtig? Willst auf deiner Uhr eingehende Anrufe entgegennehmen oder Mails abrufen können? Dann deckt eine Smartwatch deine Bedürfnisse besser ab. Brauchst du einen Begleiter für deine Wandertour, der dich in erster Linie über Daten zu deiner Umgebung, wie Wetter, Höhenmeter oder zurückgelegte Strecke informiert und dabei mit langer Akkulaufzeit glänzt? Dann schau dich bei GPS- und Multi-Sportuhren um.

Kann man mit einer GPS-Uhr navigieren?

Die meisten GPS-Uhren, die derzeit auf dem Markt sind, beschränken sich auf das Aufzeichnen einer abgefahrenen oder gelaufenen Route via GPS (Stand 01/2017). Das wird vor allem von Sportlern genutzt, die nach dem Sport ihre gelaufene oder gefahrene Strecke analysieren möchten. Aktuelle Top-GPS-Uhren gehen hier noch einen Schritt weiter. Es ist möglich, eine Route am PC zu planen und als GPX-Datei auf die jeweilige Uhr zu laden. Die GPS-Uhren, wie zum Beispiel die Suunto Traverse, TomTom Adventurer oder Garmin Fenix 3 sind dann in der Lage, entlang der geplanten Route zu navigieren.

Eine weitere wichtige Navigationsfunktion ist die Brotkrümelnavigation. Wer hier im ersten Moment an Hänsel und Gretel denkt, liegt richtig. Die GPS-Uhr merkt sich einen Startpunkt, den man in das Gerät eingibt. Wenn man nun in unbekanntem Gebiet radelt, zeichnet die GPS-Uhr den zurückgelegten Weg auf und kann den Biker die gleiche Strecke zurücknavigieren, die er auf dem Hinweg genommen hat, wenn er die Orientierung verloren hat.

Auf den meisten Multifunktionsuhren ist allerdings nicht genügend Speicherplatz um Datenbanken und umfangreiches Kartenmaterial zu sichern. Deshalb ist es bei den meisten Geräten noch nicht möglich, ein beliebiges Ziel in die Uhr einzugeben, zu dem die Uhr dann navigiert. Mit der Fenix 5X hat Garmin im Januar 2017 allerdings die erste GPS-Multisport-Smartwatch vorgestellt, auf der umfangreiche Europakarten für Wanderer und Radfahrer zur Verfügung stehen und auf denen man zu beliebigen Zielen navigieren kann.

Tipp: Damit die Navigation funktioniert, muss das GPS aktiviert sein. Der Akku der GPS-Uhr hält dann in den meisten Fällen nur bis zu 24 Stunden (meistens aber deutlich kürzer). Wer auf eine mehrtägige MTB-Tour geht und das GPS-Modul seiner Multisportuhr benutzen möchte, sollte eine Powerbank mitnehmen um die Uhr zwischenzeitlich wieder aufzuladen.

Welche Sensoren werden in GPS-Uhren eingesetzt?

GPS-Uhren werden nicht selten auch als Multisportuhren oder Pulsuhren bezeichnet. Das liegt daran, dass neben der Navigationsfunktion etliche Sensoren verbaut sind, die in erster Linie zum gezielten Trainieren geeignet sind. Höhenmesser, Schrittzähler, Kalorienzähler, Thermometer, Barometer und Kompass gehören zur Standard-Ausstattung von Multisportuhren. Hochpreisige GPS-Uhren sind zudem auch mit Herzfrequenzsensoren ausgerüstet.

GPS-Uhren und Konnektivität - was gilt es zu beachten?

Die meisten GPS-Uhren können über Bluetooth mit einem Smartphone gekoppelt werden. Mithilfe entsprechender Apps kann man Trainingsdaten auslesen oder Navigations-Dateien auf die Uhr laden. Im Gegensatz zu Smartwatches müssen GPS-Uhren aber nicht permanent mit einem Smartphone gekoppelt sein, damit man die Funktionen in vollem Umfang nutzen kann.

GPS-Uhren können auch immer am Computer ausgelesen werden. Die Hersteller der Uhren stellen in der Regel entsprechende Programme zur Verfügung, über die sich die Trainings- oder Wander-Daten auswerten und vergleich lassen.

Tipp: Wer besonderen Wert auf die Konnektivität mit dem Smartphone legt, sollte sich vor dem GPS-Uhren-Kauf über die angebotenen und unterstützten Apps informieren. Hier gibt es noch gravierende Qualitätsunterschiede was die Stabilität, aber auch den Funktionsumfang der Apps angeht. In einschlägigen Foren findet man Bewertungen und Lösungsvorschläge zu Fitness- und Wander-Apps und deren etwaigen Schwächen.

Die auf der CES 2017 vorgestellte Garmin Fenix 5X kann sich außerdem mit dem WLAN verbinden. Da die Datenschnittstellen von mobilen Geräten viel Strom benötigen, geht die Entwicklung derzeit zu sparsamen Funktechnologien über. So gibt es mittlerweile erste Uhren mit Bluetooth LE (Low Energy), das erheblich weniger Energie benötigt als das herkömmliche Bluetooth.

Eine weitere, von der Garmin-Tochter Dynastream selbst entwickelte Funktechnik, ist ANT+. Es ermöglicht wie Bluetooth das Senden von Daten in einem Radius von ca. 10 Metern mit minimalem Energieaufwand. Gerade für die Kombination aus Herzfrequenzsensor im Brustgurt und GPS-Uhr, ist ANT+ eine geeignete Funktechnologie. GPS-Uhren, die mit einem ANT+-Modul ausgestattet sind, können theoretisch mit jedem anderen ANT+-Gerät kommunizieren.

Wie lange hält der Akku einer GPS-Uhr?

Die Laufzeit des Akkus einer GPS-Uhr hängt stark von der Nutzung ab. Ist beispielsweise die GPS-Funktion permanent eingeschaltet, hält der Akku der Uhr nur für einige Stunden. Im Standby-Modus, mit Uhr-Anzeige, Schrittzähler und weiteren Basisfunktionen, muss die GPS-Uhr erst nach einigen Tagen wieder ans Ladekabel. Einzelne Modelle halten sogar bis zu zwei Wochen durch. Einer der größten Stromfresser sind auch immer die Displays. Schwarz-Weiß-Bildschirme und einfache Knöpfe sind immer sparsamer als bunte Displays mit Touch-Funktion.

Tipp: Achte darauf, ob sich Energieoptionen bei einer GPS-Uhr einstellen lassen. Lassen sich Zugriffe auf die Satelliten-Netzwerke GLONASS oder Beidou abstellen oder sind diese immer aktiv? Lässt sich ein eingebauter Herzfrequenzsensor abstellen, oder wird dieser immer mitgestartet? Schau auch nach der Akkukapazität. Diese wird in Milliampèrestunden (mAh) angegeben. GPS-Uhren haben im Durchschnitt Akkus mit einer Kapazität zwischen 300 und 400 mAh.

Wie viel kostet eine GPS-Uhr?

Die Preisspanne bei guten GPS-Uhren liegt derzeit zwischen 130 und 900 Euro. Die größten Preisunterschiede hängen zum Beispiel davon ab, ob ein Herzfrequenzsensor verbaut wurde oder nicht. TomTom bietet außerdem einige Modelle mit integriertem Musikplayer an, der ebenfalls für einen Aufpreis sorgt.

Die meisten Hersteller haben zudem verschiedene Materialien im Programm. Wer eine Garmin-Uhr mit Titan-Armband möchte, zahlt mitunter einige Hundert Euro mehr als für die Basisversion mit Silikonarmband. Auch Individualisierung spielt bei GPS-Uhren mittlerweile eine Rolle. Suunto bietet beispielsweise an, die Farben einiger Bauteile, wie Lünette oder Schrauben, auswählen zu können. Derartige Individualisierungen lassen sich die Hersteller auch gut bezahlen.

Welche Alternativen zur GPS-Uhr gibt es?

Da GPS-Uhren die Funktionen aus mehreren Bereichen in sich vereinen, kommt es sehr auf die Ansprüche und den Bedarf an, welche Alternativen es zu GPS-Uhren wirklich gibt.

Wer in erster Linie Wert auf die Fitness-Funktionen von GPS-Uhren legt, für den eignen sich auch Fitnessarmbänder oder reine Trainingscomputer. Diese gibt es auch mit GPS-Funktionen (Tracking), wobei diese häufig aber deutlich günstiger als vollausgestattete GPS-Uhren sind. Hersteller wie Polar, Fitbit, Jawbone, Xiaomi, Samsung, Garmin und TomTom bieten ausgereifte Fitnesstracker an.

Wem die Navigationsmöglichkeiten für den Outdoor-Einsatz von GPS-Uhren nicht ausreichen, der kann auch direkt zum GPS-Gerät greifen. Auf diesen Geräten ist eine weitaus bessere Detaildarstellung möglich, und es kann ein weitaus größerer Kartenausschnitt angezeigt werden, was es einfacher macht, auch mal im Gelände von der Route abzuweichen. Auch sind einige GPS-Geräte mit Höhenmesser und Kompass ausgerüstet.

Hinzu kommt, dass Kartenmaterial von GPS-Geräten in hohem Umfang genutzt werden kann. So bieten einige Geräte Modi zum Geotagging, Geocaching und Routing und können Vektorkarten und topografische Wanderkarten anzeigen. Die Nachteile sind das umständlichere Handling als bei einer Armbanduhr, das höhere Gewicht und der höhere Energiebedarf.

Eine weitere Alternative ist die Smartwatch. Auch hier gibt es mittlerweile viele Modelle die einige der Sportfunktionen mitbringen. Darüber hinaus lässt sich das Smartphone auf die Uhr spiegeln und am Handgelenk ausgewählte Apps nutzen, die man auf dem Smartphone hat. Das Smartphone verschwindet dann - am besten wasserdicht verpackt - im Rucksack und die Bedienung soll bequem am Handgelenk funktionieren.

Das Problem an dieser Variante ist allerdings, dass sowohl Smartphone, als auch Smartwatch permanent Strom fressen. Auf einer mehrtägigen Tour ist also eine Powerbank unabdingbar, um dieses System am Laufen zu halten.

Fazit:

GPS-Uhren bieten einen guten Funktionsumfang, der gerade sportlich ambitionierte Outdoor-Sportler wie Biker ansprechen dürfte. Sportler, die damit beginnen, ihre Leistungsdaten aufzuzeichnen, entwickeln häufig den Ehrgeiz, sich ständig zu verbessern. Viele Daten, die vorher eher im Verborgenen blieben, sind mit einer GPS-Uhr nun einfach messbar geworden. Auch der Vergleich mit Freunden und Kollegen sorgt bei vielen für Motivation.

Die Navigationsfunktionen sind zudem sinnvolle Erweiterungen für Biker und Outdoor-Sportler. Dank Brotkrümelnavigation ist Verirren praktisch unmöglich und eine vorausgeplante Route auf der GPS-Uhr macht herkömmliche Karten ein Stück weit entbehrlich.

Mehr Infos zum Thema GPS-Navigation für Biker:

10.01.2017
Autor: Daniel Endreß
© MOUNTAINBIKE