Die fünf häufigsten Einstellungsfehler

Sie können die Fotostrecke mit den Richtungspfeilen der Tastatur bedienen
←   →
Foto: Sabrina Kral Bikefitting

Handgelenk abgeknickt

Biken mit abgeknicktem Handgelenk kann Schmerzen und Taubheitsgefühle in Armen und Händen bescheren. Die Kontrolle über Bremsen und Lenkmanöver leidet und der Spaß an der Tour sowieso.
Lösung: Plattformgriffe mit einer großen, flügelförmigen Auflagefläche reduzieren den Druck an Ballen und Innenhand. Zudem ist eine ergonomische Einstellung von Lenker und Bremshebel wichtig. Vorbauschrauben lösen und (gekröpfte) Lenker durch leichtes Auf- und Abwärtsdrehen so einstellen, dass die Handgelenke von vorne und seitlich betrachtet eine Linie mit dem Unterarm bilden. Die Bremshebel so ausrichten, dass sie beim Bremsen in der Beuge des Zeigefingers liegen und die korrekte Hand- und Armhaltung nicht verlassen wird.

Sattel zu hoch/zu tief

Ein zu hoch eingestellter Sattel ist von hinten leicht an einem taumelnden Becken erkennbar und oftmals die Ursache für Sitzbeschwerden. Bei zu tief eingestelltem Sattel kommen die Beine nicht in ihre optimale Streckung, die Muskeln verkürzen sich langfristig.
Lösung: Die Hügi-Formel (Schrittlänge in cm x 0,885 = Sattelhöhe in cm) ist ein Anhaltspunkt zur Einstellung der Sattelhöhe. Die Schrittlänge misst man ohne Schuhe vor einer Wand stehend. Eine Wasserwaage horizontal fest anliegend in den Schritt klemmen und Oberkante an der Wand markieren. Die Schrittlänge vom Boden bis zur Markierung messen. Nach Berechnung der Sattelhöhe diese von der Mitte des Tretlagers bis zur Mitte/Oberkante des Sattels einstellen. Der Kniewinkel beträgt in der untersten Position etwa 145 bis 155 Grad.

Extreme Sattelneigung

Viele Biker senken die Sattelnase stark ab, um den Druck im Dammbereich zu reduzieren, und rutschen dadurch Richtung Tretlager. Das provoziert Knieprobleme.
Lösung: Für eine Neutralstellung muss die Sattelnase bei Fullys minimal abgesenkt werden, um das Einsinken des Bikes in den Federweg beim Aufsitzen auszugleichen. Bei Hardtails sollte die Nase horizontal ausgerichtet werden. Gegen Druckbeschwerden im Dammbereich kann ein Aussparungssattel helfen.

Sattel ganz hinten/vorne

Wer den Sattel auf Verdacht komplett nach hinten oder vorne schiebt, bringt die Kraft meist nicht sauber aufs Pedal und tritt zu sehr von hinten oder oben.
Lösung: Eine neutrale Position erhält man, wenn der Sattel zunächst mittig positioniert wird. Je nach Sitzwinkel des Rahmens ist nun eine Korrektur durch eine zweite Person nötig. Beim Fitting werden Kniewinkel und Knieposition im Verhältnis zur Pedalachse vom Bike-Fitter schrittweise ausgerichtet. Wer sich selbst behelfen will, fällt ein Lot vom Kniespalt. Dieses sollte eine Linie durch die Pedalachse beschreiben oder maximal einen Zentimeter nach hinten versetzt verlaufen. Eventuell ist eine Anpassung der Cleats erforderlich.

Cleats beliebig montieren

Die Cleats irgendwie dranschrauben reicht nicht! Ein so montiertes Cleat führt zu einem falschen Tretwinkel, wackeligen Beinachsen und schließlich zu Knieschmerzen.
Lösung: Ertaste von außen die Grundgelenke von großem und kleinstem Zeh und markiere diese außen am Schuh. Sie sitzen an der Stelle, wo der Zeh die Fußfläche „verlässt“ und sind als seitliche Verdickung deutlich spürbar. Für eine annähernd neutrale Stellung des Cleats, lege eine gerade Linie durch die Markierungen der beiden Gelenke. Das Cleat wird nun mittig etwa einen Zentimeter hinter der Linie montiert
Mehr zu dieser Fotostrecke: Bikefitting: Beschwerdefrei auf dem Mountainbike