MTB-Fahrtechnik-Tipps: Wheelie mit dem Mountainbike

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Foto: Arturo Rivas MTB Fahrtechnik Wheelie fahren

Wheelie-Technik - Schritt 1: Vorbereiten

Suchen Sie sich für die ersten Wheelie-Versuche eine flache oder leicht ansteigende Strecke ohne Schlaglöcher und Hindernisse. Sattel um ein paar Zentimeter absenken, nicht komplett, sonst leidet die Tritt-Ergonomie. Schalten Sie in einen effizienten Gang (bei langsamer Fahrt etwa vorne kleines Blatt, hinten mittelgroßes Ritzel). Rollen Sie mit Schrittgeschwindigkeit an und bringen Sie die Kurbel in die senkrechte Position. Der Oberkörper wandert Richtung Lenker, Ellenbogen der abgewinkelten Arme zeigen nach außen. ­Zeigefinger liegen bremsbereit an den ­Hebeln, der Blick geht wenige Meter voraus.

Wheelie-Technik - Schritt 2: Hochziehen

Um das Vorderrad ­effizient hochsteigen zu lassen, bedarf es ­eines harmonischen Zusammenspiels aus Arm- und Beineinsatz. Den ersten Impuls ­erzeugen Sie durch schnelles Aufrichten des Oberkörpers. Die Arme ziehen den Lenker im fast durchgestreckten Zustand mit nach hinten. Gleichzeitig zu dieser Bewegung treten Sie etwa eine viertel bis halbe Kurbelumdrehung lang in die Pedale – der „Pedalkick“ hilft entscheidend mit, das Vorderrad nach oben zu hieven. Lassen Sie während des kompletten Vorgangs die Hinterradbremse leicht mitschleifen, so können Sie zu ruckartiges Hochwandern schnell abfangen.

Wheelie-Technik - Schritt 3: Balance halten

Um überhaupt in Balance zu kommen, muss das Vorderrad so weit hochwandern, dass der Gesamtschwerpunkt fast komplett über der Hinterradachse liegt – das ist der Knackpunkt für Anfänger. Tasten Sie sich mit viel Üben langsam ran. Um die Balance zu halten, treten Sie möglichst gleichmäßig und fahren Sie dem Schwerpunkt praktisch hinterher. Droht das Vorderrad nach unten zu kippen, müssen Sie kurzfristig etwas stärker in die Pedale treten. Hinterradbremse nach wie vor ganz sanft betätigen. Kippt das Bike nach hinten, gefühlvoll fester ziehen.

Wheelie-Technik: seitliche Balance

Nicht nur der Schwebezustand des Vorderrads, sondern auch die seitliche Balance ist Voraussetzung für den Wheelie und verlangt einiges an Übung. Wichtig: Lernen Sie, bereits leichte seitliche Schwerpunktwanderungen zu ­erkennen und reagieren Sie sofort – am besten durch gezieltes ­Drücken der Knie nach innen oder außen. Durch Drehen des Lenkers, aber auch durch sparsamen Einsatz von Oberkörper und Kopf können Sie ebenfalls Disbalancen entgegenwirken – oder bewusst eine Kurve fahren.

Wheelie-Technik: Flatpedals

Wheelie-Novizen müssen zu Beginn oft und schnell vom Pedal. Verwenden Sie deshalb vorerst keine Klickpedale, sondern Flatpedals. Zu viel Grip kann stören. Der Fuß sollte sich auf dem Pedal noch drehen lassen, das erleichtert das Austarieren von seitlichen Schwankungen.

Wheelie-Technik: Hinterradbremse

Die Hinterradbremse übernimmt beim Wheelie eine zentrale Rolle, hilft, die Balance zu halten und verhindert das Kippen nach hinten. Achten Sie bei der Bremse auf gute Dosierbarkeit. Sehr bissige Modelle erschweren das Halten der Ba­lance erheblich, besonders für Anfänger.
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